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"Ich kann die sau rauslassen" Ist Bayer groß genug für Glasner? Ex-RB-Kandidat nach Titel-Coup gefragt

Oliver Glasner feierte in Leipzig den nächsten internationalen Titel. Der frühere Trainerkandidat von RB Leipzig gehört inzwischen zu den gefragtesten Übungsleitern Europas. Gerüchte gibt es bereits um Leverkusen und die AC Milan.

28.05.2026, 13:09
Letzter Tag bei Palace: Oliver Glasner gewinnt die Conference League.
Letzter Tag bei Palace: Oliver Glasner gewinnt die Conference League. Foto: Imago/Picture Point LE

Leipzig/hen – Oliver Glasner verschwand in der Leipziger Nacht, nachdem er Crystal Palace zum größten Titel der 121-Jahre alten Klubgeschichte geführt hatte. Erst rutschte der Österreicher bäuchlings durch das Spalier seiner Spieler auf dem Rasen, später kündigte er in den Katakomben der Arena an: „Ich kann schon ganz gut die Sau rauslassen.“ Gegen 1 Uhr verschwand der 51-Jährige schließlich aus der Final-Arena – und ließ vor allem seine Zukunft offen.

Diver durchs Spalier

Nach dem 1:0 gegen Rayo Vallecano und dem Gewinn der Conference League endete Glasners Zeit bei Crystal Palace. Das Finale in Leipzig war das letzte Spiel des Österreichers als Trainer des englischen Clubs. Zwar vermied Glasner nach der Partie große Abschiedsworte, an seinem Abgang ließ er jedoch keinen Zweifel. „Ich habe im Fußball gelernt: Alles, was ich heute sage, ist morgen falsch“, sagte der frühere Trainer von Eintracht Frankfurt.

Glasners Situation wird auch in Leipzig aufmerksam verfolgt. Der Österreicher ist im Salzburger Red-Bull-Kosmos erstmals als Trainer tätig gewesen und galt vergangenen Sommer als Kandidat auf den Trainerposten bei RB Leipzig. Auch im Februar fiel sein Name bei Spekulationen rund um die Rolle des „Head of Global Soccer“.

Glasner zählt zur internationalen Trainer-Elite

Glasners Zukunft liegt trotzdem eher auf dem internationalen Markt. Rund um das Europapokal-Finale kursierten bereits Gerüchte um Bayer Leverkusen und die AC Milan. In Leverkusen steht Kasper Hjulmand offenbar vor dem Aus, während Milan nach dem Verpassen der Champions League die sportliche Führung nahezu komplett neu aufstellt.

Weiterlesen: So viel Rangnick und RB steckt in Glasner

Glasner selbst wollte sich unmittelbar nach dem Finale noch nicht mit möglichen Optionen beschäftigen. „Ich hatte keine Lust und keine Energie, mit einem anderen Club zu sprechen“, sagte der Österreicher. Stattdessen gehe es nun „leicht verkatert zurück nach London“. Dort müsse er zunächst seine Wohnung räumen, ehe es weiter zur Familie gehe.

Durch seine Erfolge hat sich Glasner inzwischen endgültig in den Kreis der gefragtesten europäischen Trainer gearbeitet. Mit Crystal Palace gewann er die Conference League, den englischen Pokal und den Supercup. Titel, die der Klub vor seiner Amtszeit nie geholt hatte. Bereits 2022 hatte Glasner mit Eintracht Frankfurt die Europa League gewonnen.

Fordernd, kompromisslos – und erfolgreich

Der frühere Verteidiger gilt als detailversessen und scheut auch Konflikte mit Vereinsführungen nicht. Spieler beschreibt er selbst als „auch mal sauer“ auf ihn, wenn sie seinen hohen Ansprüchen nicht genügen. „Wenn sie auch nur ein oder zwei Prozent nachlassen, kann ich das nicht akzeptieren“, sagte Glasner. Gleichzeitig betont er immer wieder die Bedeutung der Mannschaft: „Ich könnte der beste Zauberer der Welt sein, ohne die Spieler wäre ich wirkungslos.“

Auch deshalb wird Glasner in England inzwischen beinahe kultisch verehrt. „Der Unterschied, den er in den zweieinhalb Jahren gemacht hat, ist unglaublich“, sagte Nationalspieler Adam Wharton. Unter Glasner habe sich der Blick des Vereins komplett verändert: „Es geht nicht nur darum, in der Premier League zu bleiben. Wir wollen gewinnen und streben nach dem Höchsten.“

Wohin Glasner dieser Anspruch als Nächstes führt, ist offen. Klar ist nur: Der Markt für einen Trainer mit internationaler Erfahrung, klarer Spielidee und mehreren Europapokal-Titeln dürfte groß sein. Und Leipzig war nun ausgerechnet der Ort, an dem möglicherweise sein nächstes Karrierekapitel begann.

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