RB Leipzig„K.o.-Duell” gegen Paris: RB Leipzig will mit neuer Überzeugung vier Punkte gegen PSG

Von Ullrich Kroemer 03.11.2020, 17:51
Julian Nagelsmann: „Es geht um was, es wäre langweilig, wenn es um nichts ginge.”
Julian Nagelsmann: „Es geht um was, es wäre langweilig, wenn es um nichts ginge.” imago/Poolfoto UCL

Die Eindrücke aus dem Champions-League-Halbfinale, als RB Leipzig mit 0:3 von Paris St. Germain überrollt wurde, waren am Dienstagnachmittag in den Katakomben des Leipziger Stadions noch einmal ganz präsent. „Dass wir ausgeschieden sind, hat uns wehgetan”, sagte Kreativspieler Christopher Nkunku vor dem erneuten Aufeinandertreffen im dritten Spiel der Gruppenphase an diesem Mittwoch. „Wir haben unsere Fehler aus dem Halbfinale erkannt und wollen das korrigieren.”

Unbeeindruckt von den beiden Niederlagen zuletzt bei Manchester United (0:5) und in Mönchengladbach (0:1) erklärte Trainer Julian Nagelsmann die Partien gegen „Königsklassen”-Finalist PSG zu K.o.-Duellen. „Es geht darum, vier Punkte gegen sie zu sammeln, um die Chance aufs Weiterkommen in der eigenen Hand zu haben”, kündigte der Trainer mutig an.

Nagelsmann: „Druck ist ein Privileg”

Mit dieser offensiven Ansage setzte der junge Fußballlehrer sein Team zwar einerseits unter Druck. Andererseits versuchte er so die Einstellung zu schaffen, dass RB trotz der Schwächephase zuletzt in der Lage ist, Revanche für die Vorführung in Lissabon zu nehmen. „Es ist Druck da, aber Druck ist auch ein Privileg. Es geht um was, es wäre langweilig, wenn es um nichts ginge”, erklärte Nagelsmann.

Der Lerneffekt aus dem Hinspiel, als die Superstar-Riege Neymar, Kylian Mbappé und Angel Di Maria die RB-Abwehr schwindelig spielte, bestehe vor allem im Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten. „Es geht um eine Haltung, mit welcher Überzeugung ich jeden Zweikampf angehe, mutig und sich der eigenen Stärke und Qualität bewusst zu sein”, redete Nagelsmann das Team stark. Die Mannschaft müsse verinnerlichen, dass sie in der Lage ist, auch gegen einen Gegner vom Kaliber Paris „taktisch variabel zu spielen, sich auf Eröffnungssituationen des Gegners und Muster im letzten Drittel einzustellen. Diese Variabilität und Überzeugung müssen wir auf den Platz bringen”, forderte der Chefcoach.

Nkunku: „Müssen spielen, als stünden Neymar und Mbappé auf dem Platz”

Dass vom Sturmtrio aus dem Halbfinale nur Di Maria dabei sein kann – Neymar und Mbappé fehlen verletzt –, ist zweifelsohne ein Vorteil für die Leipziger. Ohne Neymars Dribbelkunst und Aura sowie die Sprintstärke und Beweglichkeit von Mbappé fehle es Paris an außergewöhnlichen Spezialdisziplinen. Doch andere wie der ausgeliehene Moise Kean sprangen zuletzt in die Bresche. „Wir müssen das Spiel angehen, als stünden Kylian Mbappé und Neymar auf dem Platz, und uns auf uns konzentrieren”, betonte der in Paris ausgebildete Nkunku.

Gegen Paris wird RB Leipzig wird wohl getreu dem Charakter seines Trainers versuchen, aktiver zu verteidigen, die Pressinglinien ständig zu variieren und PSG mehr unter Druck zu setzen, als das im Semifinale gelang. Doch das muss cleverer als zuletzt geschehen, um gegen PSG nicht genau wie in Manchester naiv ins offene Messer zu rennen. „Wir sind erfolgsverwöhnte junge Menschen, dann sind Niederlagen nicht schön und erstmal zu verdauen”, räumte Nagelsmann ein. „Aber wir werden daraus gestärkt hervorgehen und bereit sein, mutig und guten Fußball zu spielen.” (RBlive/ukr)