„Das ist die Realität” RB-Sportchef meldet sich spät zu Wort
Nach zwei schlimmen Niederlagen steht RB-Trainer Martín Demichelis schon nach wenigen Monaten unter Druck. Geschäftsführer Schäfer will die Situation beruhigen.

Como/Leipzig/ukr/dpa/sid – Immer mal was Neues bei RB Leipzig: Nachdem am Tag des 1:4 gegen Como keiner der Verantwortlichen gesprochen hatte und Trainer Martin Demichelis und die Spieler allein mit der Pleite standen, meldete sich am Freitagabend kurz nach 21 Uhr Sport-Geschäftsführer Marcel Schäfer zu Wort.
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Durchhalteparole, um Demichelis nicht allein zu lassen
Statements zu dieser Tageszeit sind normalerweise als äußerst dringlich einzuordnen und werden sonst nur in Situationen außer der Reihe wie bei einer Trainerentlassung verschickt. Die Lage am Cottaweg scheint also als heikel wahrgenommen zu werden. Einen Tag nach dem Offenbarungseid in der Königsklasse hielt es Schäfer nun offenbar für nötig, die Wogen zu glätten, die der Nachmittag an der Weser und der Abend am Comer See verursacht hatten. Gegen Werder und Como verlor RB nicht nur und kassierte insgesamt sieben Gegentore, sondern enttäuschte vor allem auch spielerisch so extrem, dass bereits an dem gerade erst verpflichteten Trainer Martin Demichelis gezweifelt wird.
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Schäfers Statement soll wohl den Eindruck wegwischen, dass Demichelis mit der beginnenden Krise allein gelassen wird. Doch die Worte sind kein flammender Appell für den Trainer, sondern wirken eher wie eine eingeforderte Durchhalteparole. „Wir haben natürlich wahrgenommen, was in den vergangenen Tagen rund um unseren Klub in den Medien und sozialen Netzwerken diskutiert wird”, leitete er ein.
Schäfer: „Übernehmen gemeinsam Verantwortung”
Man bleibe „ruhig, fokussiert” und stehe als Klub zusammen. „Das gilt für alle Mitarbeiter, die Mannschaft und das gesamte Trainerteam. Jeder hat unsere Unterstützung und unser Vertrauen.” Alles sehr allgemein. Der Name Demichelis taucht kein einziges Mal auf. Schäfer warb vielmehr für den in seiner Verantwortung zusammengebauten Kader. „Eine neu zusammengestellte Mannschaft braucht Zeit, um sich zu finden und Abläufe zu entwickeln. Das ist die Realität”, betonte er.
RB sei vom „Kader überzeugt, und wir wissen um die Qualität und die Möglichkeiten dieser Mannschaft. Wir stehen zusammen, übernehmen gemeinsam Verantwortung und gehen unseren Weg konsequent weiter. Davon lassen wir uns auch durch die aktuellen Diskussionen nicht abbringen”, schloss Schäfer.
Alles in allem ein Vorgang mit Seltenheitswert – zumal nach dem vierten Spiel dieser Saison. Das Wort zum Freitag darf wohl durchaus als Krisen-Statement gelesen werden.