die Basics Fehlen Demichelis schaltet in den Krisenmodus - und die RB-Bosse schweigen
Das Spiel in Como hat überdeutlich aufgezeigt, dass RB Leipzig zum Saisonstart die Grundlagen fehlen, die längst hätten erarbeitet werden müssen. Das gesamte Gefüge wackelt. So reagiert Martin Demichelis auf die bedenkliche Lage.

Como – RB-Trainer Martin Demichelis saß mit Sorgenfalten auf dem Podium im engen Presseraum des Stadio Giuseppe Sinigaglia. Nach dem ratlosen 1:4 von RB Leipzig gegen den komplett überzeugenden Champions-League-Debütanten Como 1907 wirkte der Argentinier müde und ernüchtert.
Auch Demichelis war nicht entgangen, wie wehrlos sein Team im idyllischen Stadion direkt am Comer See über weite Strecken war. Der 45-Jährige versuchte auch gar nicht, die Leistung zu beschönigen. „Der Gegner war viel besser als wir. Wir hätten eine bessere Struktur gegen den Ball gebraucht, das war nicht der Fall. Die ersten zwei Tore waren Geschenke.”
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So, fasste Demichelis zusammen, könne man in der Champions League nicht verteidigen. Das Pressing – Grundlage des Leipziger Spiels – ist nach knapp zweieinhalb Monaten nicht wettbewerbsfähig. So ehrlich muss man sein. Das Gerüst, das längst hätte erarbeitet sein müssen, und um das herum sich die neuen Spieler gruppieren hätten sollen, ist nicht vorhanden. Die Organisation des Spiels chaotisch.
„Bitte denkt nicht falsch von den Spielern”
Also muss Demichelis nun in den Krisenmodus schalten und schleunigst die Abläufe gegen den Ball festigen. Erst wenn diese Basis funktioniert, kann sich das Team dem Umschalten und Ballbesitzspiel zuwenden.
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Das hat auch Demichelis erkannt und sagte in Como: „Die Jungs arbeiten hart, bitte denkt nicht falsch von den Spielern, sie haben eine brutale Vorbereitung absolviert. Nach vorn haben wir viel Qualität, aber um eine solide Mannschaft zu sein, müssen wir nach hinten mehr arbeiten.”
Der ehemalige Weltklasse-Verteidiger kann auch ein Heißsporn sein, blieb jedoch nach der zweiten deftigen Pleite binnen sechs Tagen ganz ruhig. Das berichteten auch die Spieler, dass Demichelis in der Kabine ganz sachlich geblieben war, nicht auf die ohnehin konsternierten Spieler einredete, sondern nüchtern analysierte.
Demichelis hofft: „Werden in ein paar Wochen eine viel bessere Mannschaft sein”
Öffentlich schaltete Demichelis in einen anderen Modus und versuchte, die Unzulänglichkeiten auch mit den vielen Verletzten und neuen Spielern zu erklären. Das war in Bremen noch anders gewesen. Da hatten Demichelis und Manager Marcel Schäfer noch unisono betont, dass das Personal keine Ausrede sein dürfe, da der Kader auch ohne zahlreiche Personalprobleme stark genug sei. Das ist nicht so, wie nun deutlich wurde.
„Wir haben im Kader acht neue Spieler, die brauchen noch Zeit”, rechtfertigte sich Demichelis nun und warb um Geduld. Christopher Nkunku etwa brauche noch Rhythmus. „Wir werden mit dem ganzen Kader sprechen, analysieren, wir werden in ein paar Wochen eine viel bessere Mannschaft sein”, hofft Demichelis.
RB-Funktionäre schweigen zur Krise
Bis dahin gelte die Devise: hart am Spiel gegen den Ball arbeiten und sich nicht vollends aus dem Konzept bringen lassen. „Wir als Trainer müssen den Spielern Ruhe vermitteln”, sagte „Micho”. Fraglich nur, ob Demichelis diese Zeit bekommt.
Von den zahlreich auf der Tribüne vertretenen Funktionären mochte sich übrigens nach dem Debakel auf internationale Bühne keiner äußern. Weder Red-Bull-CEO Oliver Mintzlaff noch Sportchef Schäfer oder RB-CEO Tatjana Haenni mochten die gefährliche Situation kommentieren.