Die RB-Spieler in der Einzelkritik

Kung-fu ohne Wirkung

RB Leipzigs Spieler erarbeiten sich gegen Eintracht Frankfurt mehr als eine Handvoll guter bis hochkarätiger Torchancen. Es gelingt ihnen aber nicht, eine davon zu verwerten.

Von Martin Henkel und Ullrich Kroemer Aktualisiert: 21.03.2022, 13:15
Abwehrarbeit kann nerven: Benjamin Henrichs und Konrad Laimer gegen Frankfurts Filip Kostic.
Abwehrarbeit kann nerven: Benjamin Henrichs und Konrad Laimer gegen Frankfurts Filip Kostic. (imago/Jan Huebner)

So haben wir die Spieler von RB Leipzig beim 0:0 gegen Eintracht Frankfurt gesehen:

Peter Gulacsi: Pistolen-Pete war in keine Schießerei verwickelt. Das ist ja auch der Tedesco-Plan, dass der Keeper nur wenig zu tun bekommt. Die SGE hatte nicht eine echte Torchance an diesem Nachmittag. Ohne Adrenalin aber kam der Ungar nicht über die Runden. In der 73. Minute kam er beim Herauslaufen zu spät, Willi Orban musste retten. Note: 3.

Mohamed Simakan: Mäßige Partie des Franzosen. In der Abwehr solide, im Aufbauspiel so lala. Immer mal wieder hörte man Tedesco von außen rufen „dribbeln!“, wenn Simakan im Vorwärtsgang zu schnell den Ball abspielte, anstatt durch Dribblings Überzahlsituationen zu schaffen. Note: 3.

Willi Orban: Fiel nicht weiter auf. Ein gutes Zeichen in Bezug auf die Gegnerabwehr. Hatte zwei Torgelegenheiten nach Ecken, beide aber verpufften. Note: 3.

Josko Gvardiol: Die bewahrte Null war ein Kollektivergebnis, also auch sein Verdienst. Hatte im Spielaufbau immer mal ein paar gute, überraschende Ideen, letztendlich aber nichts Bemerkenswertes. Note: 3.

Benjamin Henrichs: Kam diesmal nicht zu zur Geltung wie gegen Fürth, was auch am gefährlichen SGE-Flankengeber Filip Kostic lag. Hätte einmal für RB treffen können, die Möglichkeit nahm ihm aber Nkunku weg, der zwar den Treffer erzielte, dabei aber im Abseits stand. Henrichs war’s nicht gram und bediente Nkunku nach der Pause mustergültig, der Franzose aber verdaddelte diese Chance. Note: 3.

Konrad Laimer: Wieder einmal eine starke Partie des Österreichers. Verband erneut Ballräuberkunst und Überblick mit Leidenschaft und Torgefahr. Hatte zwei Einschussmöglichkeiten: eine sprang an den Querbalken, eine landete in SGE-Keeper Traps Armen. Note: 2. 

Kevin Kampl: War nach Migräne und Ohrensausen in der ersten Hälfte umtriebiger Balleroberer und um Struktur bemühter Ballverteiler, hielt auch körperlich dagegen, gewann Zweikämpfe und kreierte eine gute Chance mit einer Flanke auf Silva, als er mal tiefging. Wurde in der zweiten Hälfte früh gegen Forsberg getauscht, weil Tedesco umstellte und mehr Offensive wagte. Note: 2,5.

Angeliño: Ackerte außergewöhnlich gut nach hinten mit und vereitelte die wenigen Konterchancen der Frankfurter mit. Leitete offensiv mit präzisen Hereingaben in der ersten Hälfte zwei, drei gute Gelegenheiten ein. In der zweiten Hälfte zu verspielt, weniger klar und präsent. Note: 2,5.

Christopher Nkunku: Gegen die Eintracht fehlte „Christo” nach seiner ersten Nominierung für die französische Nationalelf ein wenig der Punch. Er hatte selbst ein, zwei gute Schusschancen, zögerte aber einen Moment zu lang oder schloss zu überhastet ab. Musste gegen die robusten Frankfurter viel einstecken und hätte besser wegbleiben sollen, als er aus dem Abseits heraus traf. Henrichs hinter ihm hätte auch getroffen und war nicht im Abseits. Ein Fauxpas. Spielte aber wieder einige Pässe durch Gassen, die nur er sieht. Bediente unter anderem Laimer und Poulsen bei deren Großchancen und hätte mindestens einen Assist verdient gehabt. Note: 2,5.

Dani Olmo: Rieb sich viel auf, aber nach überstandener Erkältung fehlten ihm auf der Suche nach dem Geistesblitz oder Kabinettstückchen die zwingenden und genialen Aktionen, die den Unterschied hätten ausmachen können. Strahlte selbst zu wenig Torgefahr aus und dribbelte sich zu oft an den Frankfurtern fest.  Note: 3.

André Silva: Gegen seinen Ex-Klub agierte der Portugiese wie gehemmt. Die zwei, drei Aktionen, in denen er überhaupt sichtbar war, schloss er ohne den letzten Biss ab. Sein Kopfball neben das Tor nach dem Latten-Abpraller von Laimer war kläglich. Hatte nur zwei gute Szenen: Sein Kopfball gegen die Laufrichtung von Trapp auf Kung-fu-Nkunku und seine Beteiligung beim Konter vor Nkunkus Abseitstreffer. Note: 4.

Emil Forsberg (60.): Nach der Gala gegen Fürth kam der Grandseigneur nach einer Stunde, fand aber nicht mehr die rechte Lücke, um einen Kollegen vor dem Tor in Szene zu setzen. Wunderte sich, als Poulsen immer weiter und weiter auf ihn zu dribbelte und nicht zum Abschluss kam. Note: 3.*

*Wir bewerten nur Spieler, die vor der 70. Minute eingewechselt wurden.

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