Umständlich, unpräzise, Unclever, unglücklich

Plötzliche Tor-Blockade bei RB Leipzig

Von Ullrich Kroemer Aktualisiert: 21.03.2022, 09:49
Verpasste den Moment zum Abschluss: Yussuf Poulsen.
Verpasste den Moment zum Abschluss: Yussuf Poulsen. (imago/Jan Huebner)

Spätestens als Yussuf Poulsen sich den Ball noch einmal auf den linken Fuß legte, und noch einmal und noch einmal und horizontal entlang des Fünfmeterraums dribbelte, anstatt aufs Tor zu schießen, war klar, dass RB Leipzig an diesem Sonntagnachmittag gegen Eintracht Frankfurt kein Tor mehr schießen würde. Zu umständlich, in Details unpräzise, bisweilen unclever und bei zwei Aluminiumtreffern auch unglücklich agierten die Leipziger vor dem Tor des starken Frankfurter Torhüters Kevin Trapp. Am Ende stand das erste 0:0 der Leipziger in dieser Saison auf der Anzeigetafel.

„Dass wir es nicht geschafft haben, dieses Spiel zu gewinnen, macht mich sauer, weil ich selber zwei Riesenchancen hatte”, ärgerte sich Konrad Laimer. Und Kapitän Peter Gulacsi sagte: „Es ist bitter, dass wir heute das zweite Heimspiel hintereinander nicht gewonnen haben, obwohl wir die bessere Mannschaft waren." Am Ende feierten die 1500 mitgereisten Frankfurter Fans ihre Mannschaft wie nach einem Sieg, während die Leipziger gefrustet vor dem Sektor B standen und den RB-Anhängern applaudierten, dass sie trotz der Nullnummer sangen.

Frankfurt lud zu genügend Torchancen ein

Eigentlich ist das Toreschießen kein Problem der Leipziger. 2,46 Treffer erzielten Christopher Nkunku & Co. in den 13 Ligaspielen unter Trainer Domenico Tedesco bisher. Und anders als gegen Bochum und Freiburg, als sich das Team zu wenige Chancen herausspielte, gab es gegen die Eintracht auch genügend Gelegenheiten. Frankfurt stellte sich keineswegs hinten rein, sondern attackierte Leipzig im Spielaufbau phasenweise mit drei Spielern in der ersten Reihe hoch. „Dahinter haben sich Räume ergeben”, sagte Tedesco.

Zwar spielte RB durchaus zielstrebig, eroberte zahlreiche Bälle und nutzte die Räume, die die Gäste anboten. Vor dem Kasten aber agierten die Hausherren zu verkrampft. Sieben Großchancen müssen genügen, um ein Heimspiel zu gewinnen. Neben der Gelegenheit von Poulsen waren vor allem zwei weitere Szenen höchst ärgerlich. Erstens: Als Christopher Nkunku den Ball nach einem schön vorgetragenen Konter ins Tor schoss, hätte er zwingend wegbleiben müssen (45.+2). „Wenn Christo den Ball durchlässt, steht Benni Henrichs drei Meter nicht im Abseits und dann fällt das Tor”, kritisierte Tedesco. „Es wäre Sekunden vor dem Pausenpfiff der perfekte Zeitpunkt für den Führungstreffer gewesen.

Tedesco: Chancenverwertung „kein Thema”

Die zweite Szene war die herausragende Aktion von Laimer, der sich selbst den Ball erobert, ihn über zwei Stationen zurückbekommt, bis in den gegnerischen Sechzehner durchsprintet, dann zu unplatziert abschließt und Trapp mit der Faust pariert. Als „brutal” bezeichnete Tedesco diese Situation später.

Ein Schema mochte Tedesco daraus jedoch nicht ableiten. Der Coach verwies auf zweimal je sechs Tore in Berlin und Fürth. Die Chancenverwertung sei generell „kein Thema” bei RB, „nur heute ist es eins”.

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