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DFL-Finanzreport Leichter Umsatzrückgang: RB stagniert wirtschaftlich

Das Ende des Wachstums? RB Leipzig fällt hinsichtlich der Wirtschaftskraft auf Rang vier zurück und muss leichte Umsatzeinbußen hinnehmen. Der Schuldenstand ist weiter exorbitant hoch.

Von Ullrich Kroemer 02.06.2026, 05:00
Der Umsatzrückgang wird ihn wurmen: Oliver Mintzlaff.
Der Umsatzrückgang wird ihn wurmen: Oliver Mintzlaff. (Foto: imago/motivio)

Leipzig – Der offizielle Jahresabschluss von RB Leipzig für die Saison 2024/25 liegt noch nicht vor, wohl aber erste Zahlen, die die DFL am Freitag in ihrem Wirtschaftsreport veröffentlichte. 

Demnach hat RB nach Jahren des Wachstums erstmals wieder einen leichten Umsatzrückgang zu verzeichnen. Laut den DFL-Zahlen hat Rasenballsport in der Saison 2024/25 etwa 462 Millionen Euro (Rohergebnis) umgesetzt. Etwa fünf Millionen Euro weniger als im Vorjahr (467 Millionen). Der Schuldenstand hingegen ist mit etwa 453 Millionen Euro weiter exorbitant hoch – fast in gleicher Höhe wie der Umsatz. 

Leverkusen springt auf Rang zwei

Bilanzexperte Ludwig Hierl, Professor an der DHBW Heilbronn und Buchautor zum Thema, bezeichnet das als „durchaus bedenkliche Entwicklung”, denn die Schulden entsprächen nun „in etwa dem Rohergebnis eines Geschäftsjahres”. Im Vergleich mit den anderen Bundesligisten hat RB den mit Abstand höchsten Schuldenwert. Lediglich Bayer Leverkusen (362 Millionen Euro Verbindlichkeiten) bewegt sich in ähnlichen Regionen. Es gehört zu den Vorteilen, die RB als investorengeführter Verein genießt, dass insbesondere Investor Red Bull dem Klub nahezu unbegrenzt Geld leiht, damit schnelles Wachstum erzielt werden kann. Zur Not werden Verbindlichkeiten wie 2020 geschehen via Dept Equity Swap in Eigenkapital umgewandelt.

Doch dieses Wachstum blieb in der RB-Seuchensaison 2024/25 aus. Stattdessen haben andere Klubs wie Bayer Leverkusen die Leipziger überflügelt und ihnen mit voraussichtlich fast 100 Millionen Euro mehr Umsatz den Rang drei deutlich abgelaufen und sogar den BVB (ca. 550 Millionen Euro) überflügelt. Der FC Bayern kratzt mit etwa 920 Millionen Euro an der Milliardengrenze.

„Wer Tore schießt, will mehr Geld”

„Leverkusen hat aufgrund der sportlichen Erfolge der vergangenen Jahre auch finanziell aufgeschlossen, insbesondere bei den Umsatzerlösen”, bewertet Experte Hierl. „Auch der VfB Stuttgart scheint nun nicht nur sportlich, sondern auch finanziell zu BVB, RBL und Leverkusen aufzuschließen.”

Hierl warnt jedoch auch vor den Gefahren des Wettrüstens. „Wer vorne dabei sein oder bleiben will, hat enorme finanzielle Belastungen, nicht nur für Spielergehälter, sondern zum Beispiel auch für die Provisionen von Beratern”, sagt der Wissenschaftler. „Früher hätte man gesagt ,Geld schießt keine Tore’, heute muss man das abändern in: ,Wer Tore schießt, will mehr Geld’. Wenn der Erfolg, also die Tore ausblieben, so wie bei RB in der Vorsaison, könne es finanziell schnell gefährlich werden.

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