RB Leipzig

Matt im ideenlosen Raum RB Leipzigs Spieler in der Einzelkritik

Von Martin Henkel, Ullrich Kroemer 02.03.2020, 08:38
Magischer linker Fuß: Patrik Schick
Magischer linker Fuß: Patrik Schick imago/Jan Huebner

Nordi Mukiele posiert, Emil Forsberg winkt ab und Patrik Schick jongliert  - RB Leipzigs Spieler nach dem 1:1 gegen Bayer Leverkusen in der Einzelkritik:

Peter Gulacsi: Leipzigs Bester. Der Ungar mit dem auf wundersame Weise wieder voller werdenden Haaren hielt RB insbesondere in der ersten Hälfte mit Paraden gegen Demirbay (4.), Havertz (23.) und Alario (28., 42.) im Spiel und war gegen Havertz aufmerksam, als der allein im Sechzehner auftauchte (75.). Beim 1:0 wurde er von seinen Vorderleuten sträflich im Stich gelassen. Note: 2.

Nordi Mukiele: Zog zwar die meisten Sprints bei den Leipzigern an, hatte jedoch kaum nennenswerte Ballaktionen. Wirkt hyperaktiv, gestikuliert, macht Posen auf der rechten Außenbahn, statt verlässlich und fokussiert zu spielen. Schwache Leistung. Hätte in der zweiten Hälfte, als er zunehmend kraftlos wirkte, ausgewechselt werden müssen. Doch RB hat keinen Ersatz auf der Position mehr. Note: 4.

Lukas Klostermann: Der Beste in der Abwehrkette, war aufmerksamer als seine Nebenleute und hatte als einer der wenigen die nötige Galligkeit und Einstellung zum Spiel. Lieferte sich in der zweiten Hälfte rassige Duelle mit dem eingewechselten Diaby. Note: 2,5.

Dayot Upamecano: Hatte zwar wieder die meisten Ballkontakte seines Teams (68), war aber im Spielaufbau lange nicht so präsent wie sonst. Bekam in der zweiten Hälfte einmal Szenenapplaus für eine seiner spektakulären Ablauf-Aktionen, konnte dem Spiel aber nicht seinen Stempel aufdrücken. Dicker Patzer als letzter Mann gegen Alario in der ersten Hälfte (42.), den er nur mit Mühe ausbügelte. Note: 3.

Marcel Halstenberg: Keine runde Leistung des Linksfußes. Leistete sich in der ersten Hälfte einen groben Schnitzer gegen Havertz (23.) und weitere Fehler im Spielaufbau. „Klärte” in der zweiten Hälfte einen Ball unbedrängt zur Ecke. Kopfschütteln bei Gulacsi. Da war klar, dass RB von diesem Spiel nichts mehr wollte.Note: 3.

Angelino: Diesmal ohne prägende Aktionen. Hatte Havertz in der ersten Hälfte ganz gut im Griff, versuchte sich in der zweiten mehr nach vorn einzuschalten. Hatte für seine Verhältnisse eine schwache Passquote (65 Prozent). Note: 3.

Marcel Sabitzer: War als alleiniger Sechser um Struktur bemüht, spielte zwei, drei schöne Verlagerungen, versuchte, seine Nebenleute in Szene zu setzen und hatte selbst einen schönen Schussversuch (87.). War einer der wenigen in Normalform. Note: 2,5.

Emil Forsberg: Bekam von seinem Trainer den zweiten Startelfeinsatz in diesem Jahr geschenkt. Nahm das Präsent allerdings nicht an. Spielte nach vorn seinen Stiefel runter, war aber gegen den Ball nicht wirklich zu gebrauchen. Stand nie nah genug an seinen Gegenspielern, ließ große Lücken beim Zustellen von Räumen und zu seinen Nebenleuten und wirkte mitunter wie Ü-30. Kann er nicht mehr anders - oder will er nicht mehr? Note: 4.

Christopher Nkunku: Die beste Aktion seines Nachmittags: Der Freistoß auf die Stirn von Patrik Schick, die zum 1:1 führte. Ansonsten ein Auftritt der schwächeren Art. Grätschte vor dem 0:1 ins Leere und ermöglichte so Bayers Konter über Nadiem Amiri. Überhaupt schien der Franzose gedanklich immer einen Schritt zu spät zu sein. Fand nie zu seinem Spiel, wirkte matt und ideenlos Note: 3.

Timo Werner: Ging angeschlagen in die Partie und hatte zwei Großchancen, von denen er die erste durch einen Extraschlenker im Strafraum selbst entschärfte. Die zweite schoss er an den Pfosten, stand zuvor aber im Abseits. Mehr war nicht an diesem Nachmittag für Leipzigs Topstürmer, der den Ausfall von Robert Lewandowski nicht nutzen konnte, um sich an den Bayern-Stürmer in der Toptorjägerliste heranzuschieben. Note: 3.

Patrik Schick: Sorgte für das Highlight der Partie, als er den Ball mit seinem linken Magierfuß Mitte der 2. Hälfte in der Luft an drei Leverkusener Köpfen vorbeijonglierte. Ansonsten ein gediegener Auftritt des Tschechen. Lief fiel, war immer anspielbar, leistete sich kaum Abspielfehler und erzielte per Kopf das wichtige 1:1. Note: 2,5.

Benotung nur von Spielern, die vor der 70. Minute auf dem Feld standen. (RBlive/ukr/mhe)