Die RB-Spieler gegen Wolfsburg in der EinzelkritikMit dem Kopf durch die Wand

Von Ullrich Kroemer Aktualisiert: 28.08.2022, 12:00
Sie wollten es erzwingen, und sie haben es erzwungen: Dani Olmo gegen Paulo Otavio und Maximilian Philipp. 
Sie wollten es erzwingen, und sie haben es erzwungen: Dani Olmo gegen Paulo Otavio und Maximilian Philipp.  (imago/regios24)

So haben wir die Spieler von RB Leipzig beim 2:0 (1:0) gegen den VfL Wolfsburg gesehen:

Janis Blaswich: Lieferte seine beste Leistung für RB Leipzig ab, wurde in der ersten Hälfte kaum geprüft, war aber da, als er in der zweiten Hälfte gebraucht wurde. Parierte gegen Marmoush (50.), Nmecha (58.) und Brekalo (60.) glänzend. Vor allem gegen Nmecha zeigte er starke Reflexe und eine Glanzparade, weil der Schuss ebenso wie der von Brekalo noch entscheidend abgefälscht war. Ist in dieser Verfassung ein gleichwertiger Ersatz für Gulacsi – zumindest im reinen Torwartspiel. Kann beim Herausspielen noch mutiger und blickiger agieren. Note: 1,5.

Mohamed Simakan: Solide Partie des Franzosen ohne große Ausreißer nach oben oder unten. War bei den gefährlichen Situationen so weit im Bilde, kann sich in den Zweikämpfen steigern (Quote: 40 Prozent) und präziser beim Herausspielen werden. Von seinen langen Bällen kam keiner an. Note: 3.

Willi Orban: Zumeist aufmerksamer Abwehrchef mit gutem und sicherem Aufbauspiel (Passquote: 86 Prozent). Hatte Glück, als er Nmechas Schuss abfälschte, dass Blaswich zur Stelle war. Selbst wieder mit einer guten Kopfballmöglichkeit nach Ecke von Olmo, die er aber zu zentral platzierte. Note: 2,5.

Marcel Halstenberg: Ordentliches Spiel des Abwehrroutiniers, der nach 42 Minuten als Linksfuß auf die rechte Seite beordert wurde und dort solide agierte. Bereitete unter dem Einsatz letzter Kräfte artistisch für Timo Werner vor, der jedoch weit übers Tor schoss.  Note: 3.

Benjamin Henrichs: Gebrauchter Tag für den Rechtsverteidiger, der noch vor der Pause Gelb-Rot gefährdet ausgewechselt wurde. War zuvor defensiv unsicher, verlor Bälle und ließ sich düpieren. Offensiv hatte er einen guten Torschuss, als er knapp über das Toreck schlenzte (33.) und an der Grundlinie rettete und so Olmos Pfostenschuss vorbereitete (15.). Note: 4,5.

Konrad Laimer: Wenn er am Ball war, trieb er die Kugel in seinem ganz eigenen Stil über den Ball gebeugt voran. Wühlte sich einmal über die rechte Seite unnachahmlich bis zur Grundlinie durch. Hatte in der zweiten Hälfte einen gefährlichen Distanzschuss nach einer Ecke. Kann bei allem Drang zum Tor hin und wieder etwas abgeklärter aufbauen. Zeigte aber, wie wertvoll er für Leipzig ist und dass er sich auch in seinem letzten Vertragsjahr voll reinhängt. Note: 2,5.

Kevin Kampl: Wenig präsentes Spiel des Ballverteilers, setzte kaum Akzente und gewann nur eine Zweikampf. War vornehmlich dafür zuständig, ballsicher und flach aufzubauen, wenn RB mal geordnet von hinten herausspielen wollte. Ließ aber das nötige Tempo vermissen und verschleppte den Spielfluss bisweilen. Note: 4.

David Raum: Ackerte leidenschaftlich auf der linken Seite, hatte das höchste Laufpensum und war Anspielstation für Konter. Agierte aber zu unpräzise, kaum eine seiner Vorlagen, Flanken und Ecken kamen gefährlich an. Das Zusammenspiel bei Flanken mit André Silva war noch gar nicht zu sehen. Defensiv mit einigen Schnitzern, als er etwa Marmoush flanken ließ, was zur Topchance von Wolfsburg durch Nmecha führte. Note: 3,5.

Dani Olmo: War einer der besten Leipziger auf dem Platz, bekam an zahllose Bälle noch die Fußspitze dran und war zentraler Umschaltspieler. Hatte Pech, dass sein Schuss nur den Pfosten touchierte (15.). Leitete das 2:0 durch einen Doppelpass mit Werner ein. Agiert mit fortschreitender Spieldauer manchmal zu stur, will dann allein gegen fünf Gegenspieler durchdribbeln, was natürlich auch ihm nicht gelingt. Zeigt seine Klasse in jedem Spiel muss sie aber auch durch noch überlegtere Aktionen in Tore und Vorlagen ummünzen. Note: 2,5.

Christopher Nkunku: Der Topstar knipst schon wieder. Mit seinem ersten Doppelpack der Saison ist der Franzose wieder auf Erfolgskurs. Nahm sich mit viel Selbstvertrauen den Elfmeter und ackerte bis zum Schluss, um auch noch das 2:0 nachzulegen. Wurde teilweise hart von den Wolfsburgern angegangen, aber haderte nicht und spielte geduldig und überlegt weiter, tauchte aber auch mal ab. Hatte sogar noch die Chance zu weiteren Toren, als er frei aufs Tor zurannte, aber für seine Verhältnisse weit daneben schoss (62.). Note: 2.

André Silva: Hatte in der ersten Hälfte drei gute Abschlüsse, schoss aber zum Beispiel zu zentral Casteels an (35.). Erarbeitete sich diese Möglichkeiten aber immerhin und hielt viele Bälle bei Kontern gut im Spiel. Nutzte Werners Erkrankung jedoch nicht, um nachhaltig für seinen Startelfeinsatz zu werben. Note: 3.

Josko Gvardiol (42.): Es war eigentlich nicht geplant, dass er so früh eingewechselt wird, musste dann aber noch in der ersten Hälfte ran, weil Henrichs Platzverweis gefährdet war. Defensiv fehlt ihm noch die Spritzigkeit, über seine linke Seite entstanden zu viele knifflige Situationen. Zauberte offensiv mit der ihm eigenen Genialität, als er die Wolfsburger zweimal nacheinander mit einem No-Look-Pass narrte. Note: 3.

Timo Werner (64.): Hatte Grippesymptome und durfte nur eine halbe Stunde spielen. War nicht ganz auf der Höhe, als er etwa einen Hereingabe von Halstenberg mit der Innenseite weit über das Tor in den Sektor B beförderte (79.) oder einen Konter nach Pass von Olmo verstolperte (76.). Bereitete dann aber das 2:0 nach Doppelpass mit Olmo vor. Note: 3.

Amadou Haidara (64.): Brachte mehr Körperlichkeit, Zweikampfhärte und wieder Struktur ins Spiel, als er für Kampl kam. Musste dann auf die rechte Seite ausweichen, empfahl sich dort im Wechselspiel mit Laimer als Alternative. Note: 2,5.*

*Wir bewerten nur Spieler, die vor der 70. Minute eingewechselt wurden.

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