Rose und Orban würdigen Mateschitz„Langfristiges” Engagement von Red Bull in Leipzig

Von Ullrich Kroemer 24.10.2022, 16:05
Dankbar über das Engagement von Didi Mateschitz: Marco Rose und Willi Orban.
Dankbar über das Engagement von Didi Mateschitz: Marco Rose und Willi Orban. (imago/opokupix)

Es wurde still in der Akademie von RB Leipzig, als Marco Rose und Willi Orban vor dem Spiel gegen Real Madrid an diesem Dienstag (21 Uhr) auf den Tod von Dietrich Mateschitz zu sprechen kamen. Leipzigs Cheftrainer, der Mateschitz während seiner Zeit in Salzburg persönlich kennen und schätzen gelernt hatte, bezeichnete den am Samstag verstorbenen Gründer von Red Bull und RB Leipzig als „Visionär“.

Rose kondolierte hörbar angefasst: „Ich habe ihn als sehr humorvollen, herzlichen Menschen kennengelernt, mit dem man Spaß haben konnte und der klare Ziele hatte. Ein toller Mensch, den ich sehr vermissen werde. Wir sind alle sehr traurig und werden daran arbeiten, sein Vermächtnis in seinem Sinne fortzusetzen.”

Orban über Mateschitz: „Ohne ihn würde es diesen Verein nicht geben”

Kapitän Orban fügte prägnant hinzu: „Wir sind alle dankbar für das, was er uns ermöglicht hat. Ohne ihn würde es diesen Verein nicht geben.” Er selbst habe Mateschitz, der sich öffentlich stets im Hintergrund hielt, nur einmal kurz kennengerlernt: beim Aufstieg in die Bundesliga 2016. Nach dem Spiel war Mateschitz kurz in der Kabine gewesen und hatte das Team beglückwünscht.

Welche Auswirkungen das Ableben von Mateschitz nun auf RB Leipzig hat, ist noch unklar. Klubboss Oliver Mintzlaff, der auch Chef der weltweiten Fußballsparte bei Red Bull ist, mochte sich auf Anfrage nicht äußern. Der Klub teilte RBlive mit, dass alle Verträge für Hauptsponsoring und Namensrechte des Stadions „langfristig” abgeschlossen seien. Das hießt in der Regel fünf Jahr und mehr. 

Thailändische Mitbesitzer von Red Bull entscheiden über Nachfolge

Das heißt in der Regel fünf Jahre und mehr. Darüberhinaus werden sich Mateschitz‘ noch unbekannte Nachfolger zur Zukunft des Investments bei Rasenballsport bekennen müssen. Wie die Salzburger Nachrichten berichten, sehe es der Gesellschaftervertrag der Red Bull GmbH vor, dass die thailändische Familie Yoovidhya, die 51 Prozent an dem Energy-Drink-Imperium hält, über die Nachfolge entscheiden werden.

Mateschitz hatte die Unternehmensführung vor seinem Tod umgebaut und ein Board of Directors installiert, dem langjährige Wegbegleiter angehören. Sein Sohn Mark (Jahrgang 1993) soll künftig das 1000 Mitarbeiter starke Medienimperium mit diversen, teils auch umstrittenen Webseiten, Magazinen, Radio- und TV-Sendern mitführen. Wahrscheinlich ist, dass die neuen Red-Bull-Bosse auch die umfassenden Aktivitäten im Sportsektor weiter unterstützen.

Laut Ausnahme in der 50+1-Regel könnte Red Bull 2029 nach 20 Jahren ununterbrochener Förderung auch de facto die Stimmenmehrheit im Verein übernehmen. Aktuell besitzt das Unternehmen 99 Prozent des Stammkapitals der RB Leipzig GmbH, aber zumindest auf dem Papier nicht die Mehrheit in den Vereinsgremien. Allerdings sind die aktuell 20 stimmberechtigten Mitglieder allesamt von Red Bull ausgesucht beziehungsweise sind dem Unternehmen verbunden.

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