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Ablöse oder Zusage Nagelsmann weg, Klopp soll kommen: Lässt Red Bull ihn zum DFB?

Nach Medienberichten tritt Julian Nagelsmann in den nächsten Stunden als Bundestrainer zurück. Damit wird der Weg frei für Jürgen Klopp. Wie aber bekommt der DFB den Wunsch-Nachfolger aus seinem Vertrag mit Red Bull?

03.07.2026, 08:40
Mit welchen Forderungen gibt Red-Bull-Boss Oliver Mintzlaff (r.) Fußballchef Jürgen Klopp für den DFB frei?
Mit welchen Forderungen gibt Red-Bull-Boss Oliver Mintzlaff (r.) Fußballchef Jürgen Klopp für den DFB frei? Foto: Imago/MIS

Frankfurt am Main/Leipzig/sid, hen - Julian Nagelsmann hat eine Nacht mit sich gerungen - jetzt geht der bei der WM gescheiterte Bundestrainer doch über die "goldene Brücke" und macht den Weg frei für Jürgen Klopp. Der 38-Jährige hat nach dem Krisengipfel vom Donnerstag der "gesichtswahrenden Lösung" zugestimmt und die Konsequenzen aus dem WM-Aus gegen Paraguay gezogen.

Abfindung: sieben Millionen Euro

Das berichten nach der Bild-Zeitung auch Sky und RTL/ntv. Das Trostpflaster für Nagelsmanns Rücktritt: eine Abfindung von rund sieben Millionen Euro.

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Die dreistündige WM-Analyse in der Frankfurter Verbandszentrale hatte am Vortag noch kein Ergebnis gebracht. Nagelsmann ließ sich um 13.23 Uhr vom Hofe fahren, die Pistole der Bosse auf der Brust. Selbst sein "Bodyguard", Rudi Völler war von ihm abgerückt, DFB-Präsident Bernd Neuendorf, Geschäftsführer Andreas Rettig, Bundesliga-Boss Hans-Joachim Watzke und der Sportchef legten ihm im Verlangen nach einem Neuanfang mit Klopp den sofortigen Abschied nahe. Weil Nagelsmann noch einen Vertrag bis zur EM 2028 hatte, bot man ihm die Abfindung in Höhe eines Jahresgehalts an.

Alles deutet auf Klopp hin

Nun kommt es, vier Tage nach der Blamage im Sechzehntelfinale mit der Niederlage gegen Paraguay, wenn auch auf sanften Druck hin, tatsächlich zu der vom DFB favorisierten "niederländischen" Lösung - Bondscoach Ronald Koeman war nach dem Ausscheiden ebenfalls in der ersten K.o.-Runde stilvoll von sich aus zurückgetreten. Jetzt werden die Drähte Richtung Klopp glühen. "Alles", schrieb die SZ, deute auf den 59-Jährigen als Nachfolger hin.

Weiterlesen: Will Klopp überhaupt zum DFB?

Dass der frühere Dortmunder und Liverpooler Meistermacher übernehmen werde, sei "so sicher wie das Amen in der Kirche", zitierte der Spiegel einen "einflussreichen Topmanager eines Spitzenklubs" der Bundesliga. Doch noch hat er einen Vertrag als "Head of Global Soccer" bei Red Bull bis 2029, wo er "gerne" arbeite. Es soll aber mindestens eine mündliche Zusage geben, wonach er bei einem DFB-Angebot aussteigen kann. Gleichwohl hatte Klopp nach dem deutschen WM-Aus gesagt: "So weit ich weiß, habe ich (bei Red Bull) keinen Halbtagsjob"

Der gesenkte Daumen der Bosse, der Druck der Öffentlichkeit durch Experten und Fans - Nagelsmann hatte am Ende wohl keine Wahl mehr. Er wisse nicht, "warum Julian Nagelsmann nicht den Charakter hat und einsieht, dass er mit dieser Mannschaft keine Zukunft hat", sagte Chefkritiker Lothar Matthäus nach dem Krisengipfel und legte ihm den Abschied schon in den Mund. "Ich trete zurück. Das wäre Manns genug für mich zu sagen: Das war's", sagte Matthäus der Bild.

Scharfe Kritik am "selbstverliebten" Nagelsmann

Auch intern gab es scharfe Kritik, nicht zuletzt an Nagelsmanns Außendarstellung in den vergangenen Monaten. Das Wort "selbstverliebt" fiel. Der Bundestrainer hatte sich vor der Rückkehr aus den USA noch Illusionen hingegeben, sein Job sei zu retten. Er werde den Bossen schon "Argumente liefern" für seine Weiterbeschäftigung, sagte er gewohnt selbstsicher. Der Verband wisse, was er an ihm habe. "Jeder weiß, wie ich als Trainer ticke."

Klopp soll im September in der Nations League gegen die Niederlande einen Neustart moderieren. Wie der aussehen könnte, hatte der MagentaTV-Experte schon bei der WM angedeutet. Runter vom hohen Vier-Sterne-Ross! Keine flapsigen Titel-Ansagen mehr wie von Nagelsmann nach dem unglücklichen, aber zu frühen EM-Scheitern 2024. Mehr Bodenhaftung statt "völlig losgelöst".