neuer Fußballboss über Demichelis „Glaube schon, dass er der richtige Trainer ist”
Der neue Red-Bull-Fußballchef Roger Schmidt war am Samstagabend zu Gast im ZDF-Sportstudio und stärkte RB-Trainer Martin Demichelis den Rücken. Der 59-Jährige sprach auch über seine Aufgaben und Ziele.

Leipzig/Mainz – Im Aktuellen Sportstudio hatte Roger Schmidt am Samstagabend seinen ersten öffentlichen Auftritt als neuer Head of Global Soccer bei Red Bull. Im Fokus des Interviews stand Schmidts Eindruck von RB-Trainer Martin Demichelis, der nach dem 6:0 gegen Eintracht Frankfurt Argumente für sich gesammelt hat.
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„Ich habe ja Erfahrung mit argentinischen Spielern und mag deren Mentalität. Sie bringen das gewisse Etwas mit, um Spiele zu gewinnen”, erklärte der 59-jährige Schmidt. Diesen Eindruck habe er auch bei Demichelis gewonnen, als sich beide am Donnerstag zum ersten Mal austauschten: „Er ist total fußballverrückt und er mag diese Art von Fußball. Ich glaube schon, dass er der richtige Trainer in Leipzig ist.”
„Auch bei Bayern und Real um den Sieg kämpfen“
Zwar sei das 6:0 „noch kein perfektes Spiel” gewesen, urteilte Schmidt, „vielleicht ein perfektes Spiel im Umschalten nach Ballgewinn”. Dabei hatte er sicher die schwierige Phase in der ersten Hälfte im Blick, als RB trotz früher 2:0-Führung im Rücken zwischen 20. und 40. Minute massiv unter Druck geriet. Doch Schmidt glaubt, dass die Trendwende nun eingeleitet ist und RB Spiel für Spiel mehr Sicherheit erlange – trotz der schweren Aufgaben. „Dass das Potenzial da ist, auch bei Bayern und Real guten Fußball zu spielen und um den Sieg zu kämpfen, so viel Zuversicht kann man ruhig haben”, betonte der Ex-Salzburger.
Eine Rückkehr von Ex-Bundestrainer Julian Nagelsmann, über die medial spekuliert wurde, sei derzeit kein Thema. „Nicht, dass ich wüsste, nicht bei mir”, stellte Schmidt klar. „Wir sind davon ganz weit entfernt. Wir brauchen an allen Standorten – nicht nur in Leipzig – eine gewisse Kontinuität auf der Trainerposition.”
Schmidt „kein Super-Sportdirektor”
Schmidt betonte, dass er sich nicht als „Super-Sportdirektor” verstehe, „sondern wir versuchen zu helfen und diese Vereine zu verbinden. Das ist eigentlich die allerwichtigste Aufgabe.” Als nun Red-Bull-Boss Oliver Mintzlaff persönlich anrief, um Schmidt zu verpflichten, habe er nicht ablehnen können.
Schmidt erinnerte an die Anfänge, die Stunde Null, bei Red Bull, als er 2012 mit Ralf Rangnick anfing, mit neuer Philosophie eine Identität zu schaffen. Schmidts Antrieb sei es nun, „wieder für den Fußball zu stehen, der in den letzten drei, vier Jahren in dieser Konsequenz bisschen verloren gegangen ist, und anzufangen, sich einen Vorteil durch das globale Netz zu verschaffen und über das Multi-Club-Ownership einem Mehrwert zu generieren.”
Schmidt machte bei seiner TV-Premiere als neuer Fußballchef einen sympathischen, geerdeten, seriösen und authentischen Eindruck, weniger flapsig und lichtgestalthaft als sein Vorgänger Jürgen Klopp. Gut möglich, dass Schmidt für die Aufgabe den besseren Ton findet als Klopp das etwa im Umgang mit Ex-RB-Trainer Ole Werner gelungen war.