Noch keine „intensiven” Gespräche Kein zweiter Fall Klostermann? RB zögert bei Verhandlungen mit Raum
RB Leipzig wartet offenbar ab, wie sich David Raums Situation entwickelt, ehe konkrete Vertragsgespräche über die Zukunft des Kapitäns beginnen. Das betonte Raum selbst nun in einem Interview.

Leipzig – Vor dem Topspiel gegen den FC Bayern München (Sa., 18.30 Uhr) hat sich RB Leipzigs Kapitän David Raum zu Wort gemeldet. Der „Capitano” beschäftigt sich derzeit nicht ausschließlich mit seiner Leistung, dem nächsten Gegner und der Entwicklung des Teams, sondern hat auch ein wichtiges Thema auf dem Tisch liegen: seine Vertragsverlängerung. Bleiben oder gehen lautet die Frage, die Raum sich stellen muss.
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Und offenbar stellt sich diese Frage auch der Klub. Denn wie Raum bei Sky verriet, habe es bislang noch gar keine konkreten Gespräche gegeben. „Ich kann aber auch ehrlich und ganz neutral sagen, dass noch gar keine intensiven Gespräche mit dem Verein stattgefunden haben, weder vor der Saison noch jetzt”, sagte Raum. Der Austausch sei erst nach Berichterstattung von Sky in den vergangenen Tagen ins Rollen gekommen. „Da hat der Verein dann jetzt auch mal das Gespräch mit meinen Beratern gesucht.” Ganz offenbar zögert RB-Geschäftsführer Marcel Schäfer, zu früh in die Verhandlungen einzusteigen – und dafür gibt es gute Argumente.
Raums Vertragsverlängerung wäre eine teure Entscheidung
Raum ist 28 Jahre alt, sein Vertrag läuft kommenden Sommer aus. Die Frage aus Sicht des Klubs lautet, wie viel ihm die Dienste des Linksverteidigers in Zukunft noch wert ist. Raum ist ohne Frage emotionaler Leader, ein Lautsprecher in der Kabine und kann dem Team in Topform offensiv Punch verleihen. Doch defensiv offenbaren sich über die linke Seite immer wieder Nachteile bei Geschwindigkeit, Stellungsspiel und Zweikampfverhalten. Das ist auch zu Beginn dieser Saison sichtbar, da Raum noch Probleme aus der Nationalmannschaft in die Vorbereitung und die Saison schleppte.
Zudem käme den Klub ein neuer Vertrag für Raum teuer zu stehen. Der Nationalspieler hat seinen Preis, sein Salär müsste aufgebessert werden und der Vertrag wohl über mindestens drei oder vier Jahre angelegt sein, um dem verdienten Spieler den nötigen Respekt zu erweisen. Dann wäre Raum 33 Jahre alt – für einen Spieler, der über seine Physis und Laufstärke auf der Außenbahn kommt und ein hochintensives Spiel pflegt, ein hohes Alter.
Raum überlegt gemeinsam mit seiner Frau: „Wo könnte man hingehen?”
Zudem muss RB berücksichtigen, keinen zweiten Fall Klostermann zu produzieren. Der 30-Jährige hatte seinen Kontrakt 2024 um viereinhalb weitere Jahre bis Sommer 2028 verlängert, ist Großverdiener im Kader, stand aber zu Beginn dieser und in der gesamten vergangenen Saison insgesamt nur 170 Minuten auf dem Feld. Klostermann hat keine Ambitionen zu wechseln, leistet seinen Vertrag stoisch ab.
Raum selbst zieht es eher in die Fremde, das ließ er in diversen Gespräche durchblicken. „Ich weiß nicht, wie viele Verträge noch kommen. Ich fühle mich eigentlich ganz gut. Ich habe noch Bock, ein paar Jahre zu spielen, auch wenn ich jetzt auf die 30 zugehe”, sagte er nun. „Ich bin natürlich auch in einem Alter, da schaut man, dass man auf alles achtet. Da nehme ich natürlich auch meine Frau mit in die Gespräche ein: Wo könnte man hingehen oder bleibt man hier?”
Doch der gebürtige Nürnberger versprach: „Ich will mit Leistung und Mentalität vorangehen, egal wie meine vertragliche Situation ist, und das werde ich auch bis zum letzten Tag hier in Leipzig machen. Egal, wie es dann weitergeht.”