„noch nicht den idealen Sportdirektor gefunden”

Vivell überrascht mit Widerspruch

06.07.2022, 15:41
„Gerade relativ viel”: RB Leipzigs Technischer Leiter Christopher Vivell.
„Gerade relativ viel”: RB Leipzigs Technischer Leiter Christopher Vivell. (imago/motivio)

Mit dieser Aussage im Stream von RB Leipzig, den der Klub zum Trainingsstart am Dienstag anbot (ab Minute 32), überraschte Christopher Vivell. Angesprochen auf seine Jobbeschreibung sagte der Technische Leiter bei RB Leipzig: „Dadurch, dass wir noch nicht den idealen Sportdirektor gefunden haben, kommen mehr Themen zu uns und zu mir – deswegen ist das gerade relativ viel.” Ein Widerspruch zu den Aussagen von Klubboss Oliver Mintzlaff in der Vorwoche, nach denen der neue Mann gefunden und nach Ablauf der Transferperiode beginnen soll.

Wer neuer Sportdirektor bei RB wird, wird seit Monaten heiß diskutiert. Zuletzt hatte Oliver Mintzlaff bekanntgegeben, dass RB einem zuvor als „Eins-A-Plus”-Lösung eingestuften Kandidaten aus diversen Gründen abgesagt habe; unter anderem weil sich „zeitgleich überraschenderweise eine andere Tür geöffnet” habe, „die für uns eine extrem große Chance bedeutet”. Anders als zuvor verkündet, soll der neue starke Mann „aus nachvollziehbaren Gründen” nun erst nach dem Ende der aktuellen Transferperiode präsentiert werden, also frühestens im September. Zuvor hatten andere Kandidaten wie unter anderem der Ex-Liverpooler Michael Edwards dem Klub abgesagt.

Vivell über Transferplan bei RB Leipzig: „Können uns noch andere Profile vorstellen, um den Kader noch besser zu machen”

Doch ob die Sache bereits in trockenen Tüchern ist, darf nach den Vivell-Aussagen und den geplatzten Verpflichtungen der vergangenen Monate zumindest angezweifelt werden. RB ist inzwischen nach dem Abgang von Markus Krösche seit 14 Monaten ohne Sportdirektor.

Nun muss also Vivell, der eigentlich für die Vernetzung von Scouting, Recruiting und sportlicher Leitung sowie für die langfristige Planung zuständig ist, auch in dieser Transferperiode den Kader zusammenstellen. „Unser Ziel war es, den Kader zusammenzuhalten und ihn punktuell zu verstärken. Das ist gar nicht so einfach. Wir könnten uns natürlich noch andere Profile vorstellen, um den Kader noch besser zu machen”, sagte er. „Aber das Wichtigere ist momentan, dass wir eine gute Kadergröße haben, dass alle eine wichtige Rolle haben, ansonsten gibt es Unruhen und unzufriedene Spieler.” Im Moment sei es bei Rasenballsport hinsichtlich Transfers „relativ ruhig. Wir beobachten den Markt, kennen viele Spieler und sind bereit, wenn sich etwas tut”, so Vivell.