RB Leipzig

Pendelnder Libero und der bessere Werner: Die Spieler von RB Leipzig in der Einzelkritik

Von Ullrich Kroemer 13.09.2020, 07:31
Lauf, Tyler, lauf! Adams glänzte gegen Nürnberg in einer Zwitterrolle.
Lauf, Tyler, lauf! Adams glänzte gegen Nürnberg in einer Zwitterrolle. Imago/Zink

So haben wir die Spieler von RB Leipzig beim 3:0 im DFB-Pokal gegen Nürnberg gesehen:

Peter Gulacsi: Kaum was zu tun für den Keeper. Bei den sieben Torschüssen des „Clubs” musste er selten einmal eingreifen, stattdessen war er öfter Anspielstation im Spielaufbau. Tat sich im leeren Nürnberger Stadion mehr als lautstarker Dirigent einer sonst leisen Mannschaft hervor. Note: 2.

Lukas Klostermann: Solide Partie auf Rechts ohne große Höhepunkte. Bei einer Schusschance rutschte ihm der Ball über den Spann. Verpasste es, sich noch mehr über die rechte Außenbahn in der Offensive einzuschalten. Note: 3.

Dayot Upamecano: Hatte den Ball mit 111 Kontakten wieder am häufigsten auf dem Fuß. Überließ den Spielaufbau jedoch mehr Tyler Adams. Höchst abgeklärte Leistung. Wurde gegen harmlose Nürnberger Angreifer aber auch nicht herausgefordert. Note: 2.

Marcel Halstenberg: Gab neben Upamecano den Innenverteidiger und wird immer wertvoller im RB-Spiel. Einer der großen Gewinner unter Nagelsmann, hat vom reinen Außenverteidiger zum Allrounder auf der linken Abwehrseite einen großen Schritt gemacht. Musste in der 72. Minute gelb-rot gefährdet vom Platz und wurde für Willi Orban ausgewechselt. Note: 2,5.

Tyler Adams: War für den DFB der Mann des Spiels, weil er sich als pendelnder Libero bei Ballbesitz immer zwischen Upamecano und Halstenberg fallen ließ und in den Spielaufbau einschaltete. Gegen den Ball eroberte er im Zentrum die Bälle. Spielte die neue Rolle mit einer Passquote von 94 Prozent hervorragend. Note: 1,5.

Marcel Sabitzer: Cooler Ballverteiler und Spiel-schnell-Macher. Musste leider nach 45 Minuten verletzungsbedingt raus. Note: 2.

Amadou Haidara: Kommt immer besser in Schwung. Zwar rief Nagelsmann das ein oder andere Mal seinen Namen über den Platz, um ihn zu offensiveren Vorstößen zu motivieren. Vor allem in der starken Start-Viertelstunde machte der Mann aus Mali seine Sache hervorragend und erzielte sein zweites Tor für Rasenballsport. Ansteigende Formkurve. Note 2.

Angeliño: Gutes, laufintensives Spiel des Spaniers mit vielen Ballkontaklten ohne die ganz großen prägenden Szenen. Note 2,5.

Dani Olmo: Starke Leistung des Spaniers, der immer besser in Tritt kommt und dominanter in der Offensive wird. Gab vier Torschüsse aus der Distanz ab – die meisten im Team. Hätte seine Leistung mit einem Tor belohnen können. Kann bisweilen noch mehr nach hinten mitarbeiten. Note: 2.

Christopher Nkunku: Der Franzose mit dem feinen Füßchen war in der ersten Hälfte relativ oft am Ball, viel lief über seine linke Seite. Muss noch zwingender und torgefährlicher werden. Die entscheidenden Aktionen gehen ihm derzeit etwas ab. Musste nach einer Stunde für Poulsen runter. Note: 2,5.

Hee-chan Hwang: War an allen drei Toren beteiligt und traf bei seiner Premiere selbst. Für uns der Mann des Spiels, der bei seinem ersten Einsatz sehr agil war, ständig anspielbar und viel Zug zum Tor hatte. Stand nie im Abseits und haderte nicht, sondern hängte sich äußerst engagiert, dribbel- und sprintstark rein. Hätte vor dem 1:0 selbst treffen können, bereitete das 2:0 für Poulsen umsichtig vor und belohnte sich mit dem dritten Treffer selbst. Ein Traum-Einstand. „Der bessere Werner”, wie ein Kollege auf der Pressetribüne anmerkte. Note 1.

Yussuf Poulsen: Brachte nach seiner Einwechslung körperliche Wucht und Torgefahr in die Partie. Harmonierte gut mit Hwang und startete mit einem Tor optimal in die Saison. Note 2.

Emil Forsberg: Hatte nach seiner Einwechslung zur zweiten Hälfte drei Torschüssen und war bei der Entstehung beider Tore in der zweiten Hälfte beteiligt, war aber insgesamt nicht so prägend wie man es von ihm erwartet. Vergab eine gute Freistoßsituation mit einem Schlenzer weit über das Tor. Hat weiter Steigerungspotenzial. Note 2,5.

(RBlive/ukr)