Pikanter SeitenWechsel

Ex-Talenteentwickler ist jetzt Spielerberater

Von Ullrich Kroemer Aktualisiert: 04.06.2022, 14:39
Per Nilsson 2018 mit dem damaligen RB-Talent Niclas Stierlin (jetzt MSV Duisburg).
Per Nilsson 2018 mit dem damaligen RB-Talent Niclas Stierlin (jetzt MSV Duisburg). (imago/Picture Point LE)

Dieser Wechsel ist pikant: Der Schwede Per Nilsson, von 2016 bis dieses Jahr sechs Jahre lang bei RB Leipzig im Nachwuchs tätig, ist jetzt Spielerberater. Der Ex-Bundesliga-Profi, den Ralf Rangnick einst zu Rasenballsport gelotst hatte, hat sich der weltweit agierenden Agentur ROOF angeschlossen. Eine der größten in der Branche. Auch Nilssons Bruder Joakim arbeitet für die deutsche Firma. Die Agentur berät unter anderem Sadio Mané, Kai Havertz, Serge Gnabry, aber auch die RB-Akteure Konrad Laimer und Hugo Novoa.

Dieser Seitenwechsel von einem Spitzenverein zu einer Beraterfirma wird deswegen argwöhnlich der Branche beäugt, da Nilsson als Chef-Talenteentwickler bei RB umfassende Kenntnisse über die Verträge der besten RB-Talente hat. Sensible Daten, die ROOF nun zugute kommen könnten. Bei den Leipzigern hatte „Pelle” das Career Center geleitet, wo er dafür zuständig war, den besten RB-Nachwuchsspielern einen Karriereplan aufzuzeigen. Nilsson und RB hatten sich im März plötzlich getrennt.

Nilsson über Abschied bei RB Leipzig: „Habe gespürt, dass ich meine Ideen nicht verwirklichen kann”

Der Zeitung SportExpressen (via fotbolltransfers) erklärte Nilsson nun: „Ich werde mich darauf konzentrieren, Spieler zur ultimativen Elite zu entwickeln. Als ich bei RB Leipzig an der Entwicklung auf höchstem Niveau gearbeitet habe, habe ich erlebt, dass es solche kleinen Details sind, die den Spieler wirklich dazu bringen, bei Chelsea oder Leipzig zu spielen.”

Zum Grund seines Wechsels sagte er: „Ich habe gespürt, dass ich meine Ideen nicht verwirklichen kann und wofür ich stehen möchte.” Er habe nichts für den Lebenslauf tun wollen, dass sein Job nach außen gut wirke, sondern Nilsson spricht von der Suche nach einer „übergeordneten Bedeutung”, die er bei RBL offenbar nicht (mehr) gefunden hat.

Wer künftig das Career Center bei RB leitet, ist noch unklar. Derzeit wurde die Aufgabe auf verschiedene Schultern verteilt: etwa auf die von Christopher Vivell und Frank Aehlig. Wenn RB einen neuen Sportdirektor präsentiert hat, könnte das Career Center auch in dessen Aufgabenbereich fallen.

></div></div><div class=