Politische Banner gegen BochumJunge RB-Fans protestieren gegen Ticket-App und für Frauenrechte im Iran

Von ukr 02.10.2022, 13:39
Finden die Ticket-App doof: jugendliche Fans von RB Leipzig.
Finden die Ticket-App doof: jugendliche Fans von RB Leipzig. (imago/Jan Huebner)

Die jungen Fans von RB Leipzig haben beim Spiel gegen den VfL Bochum zwei politische Protest-Botschaften auf den Rängen platziert – ein klubpolitisches und ein gesellschaftspolitisches Thema.

Zunächst protestierte die „Zone-Jugend”, die jungen Fans der meinungsstarken Fangruppierung Zone 147, gegen die Ticket-App bei RB Leipzig. Dass RBL seit dieser Saison nur noch digitale Tickets ausstellt, die über eine Ticket-App abgerufen werden müssen, hatte bereits zu Saisonbeginn für Protest gesorgt. Nun hieß es auf den Rängen: „Rasenball für alle - Stadionbesuche auch ohne RBL-Ticket-App.” Auch Auswärtsfans müssen sich die RB-Ticket-App herunterladen, um ins Stadion zu kommen. Das lehnen die aktiven Fanszenen vieler Gästeklubs verständlicherweise ab.

Fans, die kein Smartphone besitzen, können in Ausnahmefällen auch ohne App ins Stadion gelangen. Hilfe gibt es im Service-Center. Doch dies betreffe zum Beispiel alte Menschen oder Fans mit Behinderung, die die App nicht nutzen können, nicht jene Anhänger, die die App nicht nutzen wollen, hatte ein Klubsprecher mitgeteilt.

Fans von RB Leipzig betonen Frauenrechte im Iran

In der zweiten Hälfte bezog die Fraktion Red Pride – Jugendorganisation der aufgelösten Red Aces – Stellung zu den aktuellen Frauen-Protesten im Iran. Auslöser war eine getötete Frau. „Your voices are heard. Keep on fighting - Women of Iran!” stand auf den Spruchbändern. „Eure Stimmen werden gehört. Kämpft weiter, Frauen des Iran!”

Unabhängig von den transportierten Botschaften war die Stimmung im Fanblock erneut durchgängig gut und emotional – wie immer seit der Rückkehr von Alt-Capo Sebastian. Auf den Rängen der Sektoren D und C waren allerdings trotz ausverkaufter Heimbereiche viele Plätze leer geblieben. Ganz offensichtlich Dauerkarten-Besitzer, die gegen den Tabellenletzten nicht erschienen sind.

Vom Grüppchen der geschätzt 200 bis 300 mitgereisten Bochumer Fans gab es nur sechs Buchstaben: „ANTI RB” stand auf einem Bettlaken-blauen Tuch.

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