RB Leipzig

Präzise wie De Bruyne, arbeitswillig wie unter Tage: Die Einzelkritik der Spieler von RB Leipzig nach dem 2:1 gegen Manchester City

Von Martin Henkel, Ullrich Kroemer 08.12.2021, 10:18
Befreiende Jubelszenen: Gegen Manchester City rehabilitierte sich das Team von RB Leipzig.
Befreiende Jubelszenen: Gegen Manchester City rehabilitierte sich das Team von RB Leipzig. imago images/Revierfoto

So haben wir die Spieler von RB Leipzig beim 2:1 gegen Manchester City im letzten Champions-League-Gruppenspiel gesehen:

Peter Gulacsi: Hervorragende Leistung des Schlussmannes, wenn man einmal von seinem Bock beim Herausspielen in der Startphase absieht. Er lenkte Fodens Schuss noch mit den Fingerspitzen an den Pfosten (41.) und war auch sonst hellwach, als Mahrez hinter die Kette durchgebrochen war und querlegen wollte oder als er weit aus seinem Tor eilte, als RB mal hoch aufgerückt war. Note: 2.

Nordi Mukiele: Generell ordentliche, aufmerksame Defensivleistung, auch wenn über seine Seite sowohl Fodens Großchance, als auch das Gegentor entstand. Da ließ er Zinchenko viel zu viel Platz zum Flanken. Nach vorn wenig Szenen, war aber in der Viererkette mit dem Ziel der größtmöglichen Kompaktheit auch nicht seine Aufgabe. Note: 3.

Lukas Klostermann: Tadellose Leistung bis zu seiner Auswechslung, schaltete sich auch in den Spielaufbau ein und war als Aushilfs-Innenverteidiger eine Bank. Note: 2.

Josko Gvardiol: Bekam wie Klostermann ein Extralob für die abgebrühte Leistung von Interimstrainer Achim Beierlorzer. Hatte ein schönes Solo, was allerdings beinahe nach hinten losgegangen wäre, weil Forsberg ihm vor den Ball lief. Leitete das 2:0 mit ein, ließ allerdings Mahrez beim Gegentreffer über die linke Seite gewähren. Note: 2,5. 

Angeliñ0: Nach vorn bis auf einige Flanken keinerlei Einfluss, hatte alle Hände voll zu tun mit Defensivaufgaben, die er zumeist auch wach erledigte und kompakt und diszipliniert stand. Hätte beim Gegentreffer tiefer mit in die Abwehr rücken müssen, da Gvardio gleich zwei City-Spieler verteidigen musste. Note: 3. 

Konrad Laimer: Hatte untypisch wenige Ballkontakte (29 in 63 Minuten) und wirkte irgendwie auch recht schnell platt, lieferte aber mit seinem Außenristpass auf Szoboszlai die Szene des Spiels und wurde zum Man of the Match gekürt. War als Achter Antreiber, höchst aufmerksam und nach vorn mit Schnittstellenpässen präzise wie Kevin De Bruyne. Note: 2.  

Kevin Kampl: Solide Partie des Routiniers. War ordnende Hand im Spielaufbau, nahm auch mal Tempo raus, orchestrierte das neue Spiel mit mehr Ballbesitzphasen. Leistete sich allerdings zwei, drei ärgerliche Fehlpässe. Note: 2,5.

Christopher Nkunku: Unauffällige Partie des zuletzt so starken Franzosen. Schickte einmal Silva clever auf Torejagd, ManCity-Schlussmann Steffen fischte die Vorlage aber von des Portugiesen Fußspitze (20.). Ein weiteres Mal bediente der Szoboszlai zu dessen Flanke auf Silva, die der mit dem Kopf nicht verwertete (39.), ansonsten hielt er sich diesmal mit seinen Talenten zurück. Note: 3.

Emil Forsberg: Der Auftritt eines Grandsigneurs: War nicht in jeder Szene im Spotlight, hausierte mit seinen Kräften, aber hatte als zentraler Zehner die Dinge im offensiven Mittelfeld gut im Griff. Eine Großchance hätte er selbst zu einem Tor verwerten könne, schoss sie aber City-Keeper Steffen in die Arme (26.). Legte Silva das 2:1 auf. Note: 2,5.

Dominik Szoboszlai: Wirkte zu Beginn etwas apathisch auf seiner linken Zehner-Seite, war aber hellwach, als Laimer ihn in der 24. Minute in die hohle Gasse schickte: umkurvte Steffen und schob zum 1:0 ein. Den zweiten RB-Treffer leitete er durch einen Ballgewinn ein, den er Forsberg für den finalen Pass auf Silva vor die Füße spielte. Hatte bei 49 Ballberührungen eine ordentliche Passquote (82 Prozent) und war auch bereit, gegen den Ball wie unter Tage zu arbeiten (67 Prozent). Note: 2.

André Silva: Ein Treffer mal wieder fürs Gemüt, feierte das 2:0 wie ein Endspieltor. Zeigte ansonsten Lichtblicke beim Gegenpressing, steigert seine Fähigkeiten im Bällefestzurren, nur an der Endgeschwindigkeit haperts wohl ohne Ausblick auf Besserung; ist keiner für schnelles Umschaltspiel. Versemmelte aber auch mal wieder einen Hundertprozenter, als er City-Keeper Steffen aus einem Meter anköpfte. Note: 2,5.

Mohamed Simakan (46.): Ersetzte den leicht angeschlagenen Klostermann. War ein Gewinn für den Spirit im Team, dem Druck der Citizens nach der Pause nicht nachzugeben. Stand stabil, war auf den Punkt wach und ließ seine Hände Gott sei Dank da, wo sie hingehören. Note: 3.

Tyler Adams (64.): Unauffälliger Kurzeinsatz, aber darum ging es auch: nichts mehr anbrennen lassen. Hatte eine Passquote von 100 Prozent ( acht von acht) und führte interessanterweise keinen einzigen Zweikampf. Note: 3.*

* Wir bewerten nur Spieler, die vor der 70. Minute zum Einsatz kamen.

(RBlive/hen/ukr)