RB Leipzig

Ralf Rangnick: „Jeder Spieler hat Meisterprämie im Vertrag“

15.12.2016, 22:04
Meisterschaft mit RB – das war Ralf Rangnick 2014 schon in Salzburg.
Meisterschaft mit RB – das war Ralf Rangnick 2014 schon in Salzburg. imago/GEPA pictures

Ralf Rangnick sprach im Interview mit der LVZ über die erfolgreiche Saison, seinen Trainer und die Zusammenstellung der Mannschaft. Dabei erklärte er auch, wieso er sich keine Sorgen um die Veröffentlichung von Vertragsinhalten mache.

Keine Vertragsklauseln für Football Leaks bei RB Leipzig

Zuletzt waren über Football Leaks Informationen aus Verträgen von Profifußballern ans Licht gekommen. Neben den skandalträchtigen Steuertricks der Stars wie Cristiano Ronaldo wurden auch kuriose Sonderregelungen wie Firminhos ‚Anti-Arsenal-Klausel‘. Ralf Rangnick habe keine Sorge, dass derlei bei RB Leipzig aufgedeckt werde, weil er solche Klauseln generell nicht einbaue. Allerdings mahnte er vorsichtig, die Diskretion des Vereins beizubehalten.

Prämien für Meisterschaft und Champions League

Im Gespräch bestätigte er selbst eine These zu Vertragsinhalten bei RB Leipzig. Alle Verträge enthielten Prämien für Meisterschaft, das Erreichen der Champions League und der Europa League. Das sei der Tatsache geschuldet, dass Rangnick den ambitionierten Neuzugänge „damals schon die Geschichte verkaufte, wo wir hin wollen.“

Aus dem Umstand, dass Dietrich Mateschitz mit RB Leipzig höher hinaus will als damals Dietmar Hopp mit seinem Ex-Verein TSG Hoffenheim, hatten die Verantwortlichen aber auch nie einen Hehl gemacht.

Ralf Rangnick erklärt Salary Cap mit Teamgeist

Ralf Rangnick erklärt den selbst auferlegten Salary Cap, der bei 3 Millionen Euro liegen soll, vor allem mit der Teamstruktur. Man habe Spieler wie Dominik Kaiser in der Mannschaft, die bereits in der Regionalliga dabei waren. Andere seien in der dritten und zweiten Liga dazugestoßen. Das Gehaltsgefüge soll nicht gesprengt werden, um den Teamgeist nicht zu gefährden.

„Wenn man sich überlegt, wo wir standen, auch finanziell, ist es logisch, dass wir nicht jedem Neuzugang das doppelte oder dreifache zahlen können. Dann würden diejenigen, die aufgestiegen sind, in die Röhre schauen.“ Die Gehaltsobergrenze werde auch eine Zeit lang noch so bestehen, sich aber in vier bis fünf Jahren nicht mehr halten lassen.

Oliver Burke wurde über dem Marktwert geholt

Bei der Ablösesumme sieht Rangnicks Transferpolitik manchmal anders aus. Um einen Wunschspieler aus einem langfristigen Vertrag loszueisen, legt man bei RB Leipzig auch mal mehr drauf. Noch-Einwechselspieler Oliver Burke hat insgesamt etwa 15 Millionen Euro gekostet. „Die Summe war hoch genug, deutlich höher, als der Marktwert.“ Allerdings nur, weil er das Gefühl hatte, Oliver Burkes Entwicklung noch langfristig begleiten zu können.

Vertragsverhandlungen mit Diego Demme

Mit Diego Demme möchte Rangnick möglichst verlängern. Der Vertrag des Mittelfeldstrategen läuft noch bis 2018, es gab aber bereits Angebote aus der Bundesliga für den ehemaligen Paderborner. Dabei hat der Sportdirektor aber keine Eile. „Ich sehe keine Notwendigkeit, das vor Weihnachten abzuschließen.“

Ralf Rangnick: „Ich liebe die Stadt Leipzig“

Sein eigener Vertrag läuft derweil noch bis 2019. Zwischenzeitlich habe er sich nach Absprache mit Oliver Mintzlaff und aus Respekt ein Angebot des englischen Fußballverbands angehört, die anschließend Sam Allardyce holten. Trotz solcher Anfragen kann er sich nichts schöneres wünschen, als bei RB Leipzig zu arbeiten. „Zweieinhalb Jahre sind im Fußballgeschaft eine lange Zeit. Ich fühle mich pudelwohl hier, liebe die Stadt und wohne mittlerweile auch hier. Es gibt keinen Grund, über etwas anderes nachzudenken.“