„RB Leipzig keine Bühne am Millerntor geben”

St. Pauli verweigert Ottensen Nachbarschaftshilfe im DFB-Pokal

Von ukr 04.06.2022, 17:23
St.-Pauli-Fans gegen RB: Sticker vom Zweitliga-Spiel 2016.
St.-Pauli-Fans gegen RB: Sticker vom Zweitliga-Spiel 2016. (imago/Waldmüller)

Teutonia Ottensen darf sein DFB-Pokalspiel gegen RB Leipzig nicht am Millerntor austragen. Wie das Hamburger Abendblatt berichtet (Paywall), hat Zweitligist FC St. Pauli eine Anfrage des Lokalnachbarn aus der Regionalliga abgelehnt. Der Hamburger Lotto-Pokal Ottensen darf sein Erstrundenspiel nicht im heimischen Stadion Hoheluft austragen, weil dort auf Kunstrasen gespielt wird. Das ist im DFB-Pokal verboten.

Der FC St. Pauli begründete die Absage in einem Schreiben an Teutonia, das dem Abendblatt vorliegt, folgendermaßen: „Bekanntermaßen sieht der FC St. Pauli das Modell von RB äußerst kritisch, da es nach unserer Auffassung nicht vereinbar ist mit der 50+1-Regelung, für die wir uns engagieren. Auch in unserer Fanszene und Anhängerschaft stößt das Modell von RB auf starke Ablehnung.“

St. Pauli begründet Absage: „Millerntor als Symbol für solidarischen und gerechteren Fußball”

Der FC St. Pauli wolle „RB daher nicht über mögliche Pflichtspiele hinaus eine Bühne geben, vor allem nicht am Millerntor, das als Symbol für einen solidarischen und gerechteren Fußball steht. Vor diesem Hintergrund können wir unser Stadion für eine Austragung des Spiels nicht zur Verfügung stellen.”

Dabei gehörte der FC St. Pauli einst zu den Klubs, die die Ablehnung gegen RB als Mainstream abtaten. 2014 etwa kamen die Fans anders als die meisten anderen Fanszenen ins Leipziger Stadion. „Es ist wenig seltsam, dass plötz­lich alle boy­kot­tieren. Das scheint ein Muss geworden zu sein. Im ver­gan­genen Jahr war RB Leipzig ja bereits der gleiche Verein mit dem glei­chen Geld, und da sind noch alle Fans gekommen. Wir machen das eben anders, haben Bock auf das Spiel in Leipzig”, hatte der damalige Fanbeauftragte Justus Peltzer 2014 dem Magazin 11Freunde gesagt.

Nun muss Ottensen weitersuchen. Auch beim Hamburger SV habe der Klub angefragt, ebenso wie beim Ligarivalen Norderstedt im 5000 Zuschauer fassenden Edmund-Plambeck-Stadion. Auch an der Lohmühle beim VfB Lübeck könnte die Partie steigen. Das Erstrundenduell zwischen DFB-Pokalsieger RBL und dem Underdog findet am 30./31. August statt.

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