RB Leipzig

RB Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann leidet mit Kohfeldt "Melde dich, wir trinken Kaffee!"

Von (RBlive/mhe/dpa)
13.02.2020, 17:59
Kaffeebrüder im Geiste: Florian Kohfeldt und Julian Nagelsmann (r.)
Kaffeebrüder im Geiste: Florian Kohfeldt und Julian Nagelsmann (r.) Imago/MIS

RB-Trainer Julian Nagelsmann geht die Krise des kommenden Gegners Werder Bremen nahe. Besonders leidet der 32-Jährige mit seinem Amtskollegen Florian Kohfeldt. „Ich schätze Flo als einen der fähigsten Trainer. Es ist nie schön, wenn Trainerkollegen den eigenen Erwartungen hinterherhinken. Als neutraler Zuschauer schaue ich mir gern Spiele von Bremen an”, sagte Nagelsmann am Donnerstag in Leipzig. Für das Spiel am Samstag (15.30 Uhr/Sky) wünscht er Bremen trotzdem noch kein Ende der Krise.

Blind Date im Darkroom

„Flo wird das bestimmt verstehen", ergänzte Nagelsmann seine Ausführungen und lud seinen Kollegen zum Kaffee ein, sofern er die Zeit dafür fände. Die Möglichkeit bestünde immerhin, da sich Werder am Mittwoch schon nach Leipzig begeben hat, um im feinen Steigenberger Hotel ein Krisencamp aufzuschlagen. Trainiert wird im Leutzscher Holz bei der BSG Chemie.

„20 Minuten für eine gepflegte Tasse Kaffee", hätte Nagelsmann auf jeden Fall Zeit, richtete er Kohlfeldt aus, von dem er annahm, dass er die PK im Internet verfolgt. Allerdings überkam ihn umgehend ein mulmiges Gefühl, schließlich stünde zu befürchten, dass das „medial ausgeschlachtet" werde, „dass wir uns absprechen und so weiter."

Die Lösung? Entweder nach dem Spiel Kaffee trinken oder „wir müssen uns in eine dunkle Ecke verkriechen. Ein blinde Date im Darkroom, da kann uns keiner fotografieren. Also Flo, wenn du Bock hast, melde dich!"

Ob Kohfeldt annimmt, wird unter diesen Umständen wohl ein Geheimnis bleiben. Gut möglich aber, dass er abwinkt, denn dem Werder-Coach steht auf dem vorletzten Tabellenplatz das Wasser bis zum Hals. Vor der Partie gegen den Tabellenzweiten meldet sich nun auch Klaus Allofs im Kicker zu Wort. Der frühere Werder-Manager hält trotz aller Treuebekundungen der Vereinsführung eine Trennung von Florian Kohfeldt für möglich. „Die aktuelle Situation hätte man sich im Sommer in den schlimmsten Albträumen nicht vorgestellt. In einer solchen Phase kommt zwangsläufig alles auf den Prüfstand, auch der Trainer."

Allofs warnt vor Nibelungentreue

Die Verantwortlichen des Klubs, so Allofs in einem Gastbeitrag für das Magazin, seien von der Arbeit des aktuellen Cheftrainers Kohfeldt „weiterhin total überzeugt. Das sagen sie nicht nur so dahin, um Ruhe zu haben. Aber: Selbst Werder kann sich den Gesetzmäßigkeiten des Geschäfts letzten Endes nicht entziehen." Es könne passieren, „dass man zur Erkenntnis kommt: Eigentlich passen wir sehr gut zusammen - aber wir stecken in einer Sackgasse.”

„Eine Trennung auch in den internen Gedanken absolut kategorisch auszuschließen, wäre deshalb falsch", so der 61-Jährige. Es könne „selbst bei Werder nicht in Stein gemeißelt sein, mit Florian Kohfeldt in die 2. Liga zu gehen", schrieb der Ex-Funktionär, der von 1999 bis 2012 Manager bei Werder war und 2004 das Double aus Meisterschaft und DFB-Pokal gewann. Wer in der Verantwortung stehe, müsse „im Hinterkopf immer alle Szenarien durchspielen", so Allofs.