Stimmen nach verpasstem Pokalfinale „Das darf uns so nicht passieren”
Fehlende Effizienz bei RB, eiskalte Stuttgarter: Trotz dominanten Spiels verpassen die Leipziger das DFB-Pokal-Finale. Die ersten Reaktionen von Spielern und Trainern.

Stuttgart/hen/ukr – Das sind die ersten Reaktionen der Protagonisten nach dem 1:3 (0:1) von RB Leipzig im DFB-Pokal-Halbfinale beim VfB Stuttgart:
Zsolt Löw (Interimstrainer RB Leipzig): „Wir haben nach dem 1:0 fünf Minuten gebraucht, um uns zu erholen, sind dann gut ins Spiel gekommen. In der Halbzeit war ich zufrieden mit der Mannschaft, wir wollten mutig und gallig beginnen, sind gut im Spiel geblieben. Beim 1:2 habe ich gedacht, das ist unser Moment. Aber der zweite Standardtreffer hat das Spiel getötet. Wir selbst hatten in der ersten Hälfte zwei, drei ganz klare Chancen, bei denen wir effizienter sein könnten. Es ist bitter, dass wir uns trotz so guter Statistiken und ordentlicher Leistung aus dem Pokal verabschieden müssen. Leider lag es an der Effizienz und an zwei Standardtoren.”
Lesen Sie hier: Mintzlaff erklärt Trainerwechsel und zählt „Gesamtverein” RB an
Sebastian Hoeneß (Trainer VfB Stuttgart): „Das war bis zum 2:1 schon gut, aber gerade in diesem schwierig zu handelnden Moment haben die Jungs einen überragenden Weg gefunden, damit umzugehen. Da ist zum Glück kein Kopfkino angegangen, sondern Brust raus, Kopf raus, weiter fighten – so haben wir das Spiel auf unsere Seite gezogen.”
Schäfer: „Enttäuschung riesengroß”
Marcel Schäfer (Geschäftsführer Sport RB): „Die Enttäuschung ist sehr groß, weil wir eine Riesenchance verpasst haben, ein Finale in Berlin zu spielen und einen Titel zu holen. Das ist schade, weil die Mannschaft bemüht war. Die Statistiken sprechen für sich, wir haben fast dreimal so viele Torschüsse wie der VfB. Trotzdem muss man anerkennen, dass sie bei zwei Standardsituationen eiskalt zugeschlagen haben. Und das 2:0 darf uns so nicht passieren, weil wir im Aufbauspiel einen kapitalen Fehler machen, den Ball verlieren und nicht geordnet genug sind. Und wir haben es bei über 25 Torschüssen einfach verpasst, die letzte Konsequenz im Strafraum vermissen lassen, um hier als Sieger vom Platz zu gehen. Die Enttäuschung ist riesengroß.”
Nicolas Seiwald (Mittelfeldspieler RB): „Ich denke schon, dass wir die bessere Mannschaft waren. Die Statistiken sprechen für uns, wir hatten bis auf die ersten Minuten das Spiel unter Kontrolle. Trotzdem verlierst du 1:3, das tut sehr weh. Aus dem Spiel war da nicht so viel vom VfB, wir hatten mehr Chancen, haben die aber nicht genutzt. Der VfB war effizienter, das müssen wir uns vorwerfen, da arbeiten wir dran.”
Orban: „Vieles deutlich besser gemacht”
Willi Orban (Kapitän RB): „Das Spiel hätten wir nicht verlieren müssen, dennoch müssen wir Stuttgart gratulieren. Sie sind verdient ins Finale eingezogen. Bei der Kaltschnäuzigkeit in der Box waren sie deutlich besser. Wir hatten Riesenchancen, um Tore zu machen. Wir hatten heute das große Ziel, nach Berlin zu kommen. Viele wissen, wie schön es dort ist. Deswegen sind wir enttäuscht, dass wir es nicht geschafft haben. Es war insgesamt kein schlechtes Spiel von uns. Wir haben viele Dinge deutlich besser gemacht als in den vergangenen Spielen. Aber am Ende zählt das Ergebnis, gerade Halbfinals und Finals sind dazu da, um sie zu gewinnen, da zählen keine Expected Goals, du musst das Spiel gewinnen.”
Alexander Nübel (Torhüter VfB Stuttgart): „Da war viel Druck drauf, die erste Halbzeit war sehr anstrengend. Aber wir haben als Team sensationell verteidigt, alle zusammen. Das hat heute gezählt, um den Unterschied zu machen.”
Woltemade: „Berlin wird crazy”
Nick Woltemade (Stürmer VfB Stuttgart): „Verrückt! Was heute hier los war. Jede Situation wurde gefeiert, selbst wenn wir den Ball verloren haben, war das gefühlt nicht so schlimm. Berlin wird crazy, ich freue mich unglaublich darauf. Die Fans werden da so dermaßen abreißen, das werde ich im Leben niemals vergessen. Ich bin unglaublich stolz und dankbar, dass ich bei diesem Verein spielen darf.”
Angelo Stiller (Torschütze VfB Stuttgart): „Das war mit Abstand das schönste Tor von mir. Es war brutal schwierig für uns, wir wussten wegen des Trainerwechsels nicht, wie sie spielen. Umso wichtiger war, dass wir 1:0 in Führung gehen und das über die Bühne bringen.”