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Red Bull als Retter des deutschen Fußballs? Weshalb Klopp ablösefrei gehen darf

Red Bull lässt Jürgen Klopp weitgehend ohne konkrete Gegenforderungen gehen. Das verspricht sich der Konzern von der Freigabe seines prominentesten Mitarbeiters.

Von Ullrich Kroemer 21.07.2026, 15:12
Das beste Trainergebiss des Weltfußballs: Jürgen Klopp.
Das beste Trainergebiss des Weltfußballs: Jürgen Klopp. (Foto: imago/Moritz Müller)

Leipzig – Wohl am Freitag wird Jürgen Klopp als neuer Bundestrainer vorgestellt. Sein Job bei Red Bull ist damit nach nur anderthalb Jahren im Amt Geschichte. Im Januar 2025 war der Messias mit viel Tamtam im Hangar 7 bei Red Bull in Salzburg vorgestellt worden. Nun wird die Zusammenarbeit mit dem globalen Fußballchef recht geräuschlos abgewickelt.

Erstaunlich dabei ist, dass Red Bull keine hohe Ablöse verlangt und auch sonst von weiteren konkreten Forderungen absieht; die zunächst favorisierte Lösung, dass Klopp weiter Marketingaufgaben für den Energy-Drink-Riesen wahrnimmt, wurde wieder verworfen, da sonst Interessenskonflikte in seinem neuen Amt programmiert gewesen wären. Schnell war in der Öffentlichkeit vom Bundestrainer mit Red-Bull-Käppi die Rede – dazu wird es definitiv nicht kommen.

Ein Nein wäre als Vaterlandsverrat interpretiert worden

Vielmehr lässt Red Bull den Volkshelden Klopp ziehen, da ein Veto weder Klopp selbst noch der Öffentlichkeit vermittelbar gewesen wäre. Klopps Job wird als nationale Aufgabe angesehen, da wäre ein Nein aus Fuschl am See wie Vaterlandsverrat interpretiert worden. Dumm nur: Anders als einst bei Julian Nagelsmanns Abgang zum FC Bayern kann Oliver Mintzlaff auch keine Ablöse generieren, weil der DFB als gemeinnütziger Verband nicht in der Lage ist, hohe Ablösen zu zahlen.

Vielmehr erhofft sich Red Bull als Königsmacher des deutschen Fußballs und dem Status als Retter des deutschen Fußballs mehr Renommee und Akzeptanz in der Szene. Nach all den Protesten und der Ablehnung der vergangenen Jahre kann das dem Image des Konzerns bei den Fans hierzulande nur zuträglich sein. Zudem geht damit Macht einher: Wenn Oliver Mintzlaff nicht den Daumen gehoben hätte, hätte der DFB seinen Wunsch-Bundestrainer nicht bekommen.

Dass die Ikone Klopp geht, hat auch Vorteile

Laut RBlive-Informationen wird es als Entschädigung noch einige nicht in der Öffentlichkeit bekannte Nebenabsprachen geben, die jedoch wohl eher ideeller Natur sind. Ein Entgegenkommen wie aktuell wird Red Bull jedoch ganz sicher nicht vergessen, sondern bei geeigneter Gelegenheit zurückfordern. 

Dass Ikone Klopp geht, hat durchaus auch Vorteile, wie man in der Causa des in Unehren entlassenen Trainers Ole Werner gesehen hat. Bereits im Juni hatte RBlive getitelt: „Klopp wird zum Risiko für RB.” Ohne Klopp wäre Werner zwar erstens nie Trainer geworden, doch zweitens auch nicht entlassen worden, nachdem er Rang drei erreicht hatte. Das Verhältnis zwischen Klopp und Werner galt seit November als arg angespannt, weil sich beide aus fachlichen Gründen entzweit hatten. Wohl auch, weil Klopp zumindest aus Werners Sicht seine Kompetenzen als Berater deutlich überschritt. Ohne eine solche dominante Überfigur im Konzern kann das Arbeiten auch einfacher sein.   

Klopps Nachfolger wird ganz sicher nicht die Strahlkraft seines Vorgängers haben, sondern seinen Job weniger öffentlichkeitswirksam betreiben.