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Kommentar Klopp wird zum Risiko für RB

Hire and fire bei RB Leipzig: Statt für Kontinuität und strategischen Weitblick steht Jürgen Klopp bei den Red-Bull-Klubs für nervöse und riskante Entscheidungen.

Von Ullrich Kroemer 24.06.2026, 09:22
RBlive-Reporter Ullrich Kroemer.
RBlive-Reporter Ullrich Kroemer. (Foto: imago/STEINSIEK.CH)

Leipzig – Wenn Martín Demichelis im Juli seinen Job als neuer Trainer von RB Leipzig antritt, wird er inklusive der Interimscoaches der 16. Trainer von RB Leipzig in 17 Jahren sein. Das Prinzip hire and fire gehört zum Geschäft dazu, doch selten war ein Trainerwechsel so unnötig wie die stillose Demontage von Ole Werner.

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Funktionierendes System leichtfertig gesprengt

Auf Betreiben von Jürgen Klopp, der Ratgeber für die Trainer sein soll und nicht Fallbeil, wurde kontinuierliche Entwicklungsarbeit unterbrochen und durch ein riskantes Experiment ersetzt. Ob Demichelis das Team ähnlich einen kann wie Ole Werner, so viel Ruhe und Klarheit auf den ganzen Verein ausstrahlt wie der Ex-Coach und die Mannschaft akribisch auf die für viele neue Champions-League-Belastung vorbereiten kann, hat der 45-Jährige auf diesem Niveau noch nicht nachgewiesen. Hinzu kommt, dass die Stimmung auch unter den Leipziger Anhängern im Keller ist. Viele schütteln den Kopf ob der Entscheidung.

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Dass Red Bull auf Klopps Geheiß leichtfertig ein funktionierendes System sprengt und die Verantwortlichen vor Ort in Leipzig gleich massiv mit schwächt, ist ein Problem für den Klub und Wasser auf die Mühlen der Kritiker. Bis zum Tod von Dietrich Mateschitz mischte sich die oberste Chefetage des Konzerns kaum in sportliche Dinge ein, sondern installierte fähige Akteure wie Ralf Rangnick und Oliver Mintzlaff bei RB, die die Entscheidungsgewalt hatten – und das war auch richtig so. Wenn Klopp nun aus der Ferne über die Köpfe der Entscheider vor Ort hinweg Tatsachen schafft, ist das auch ein Verstoß gegen die vom Bundeskartellamt überwachte 50+1-Regel; RB war erst im vergangenen Jahr zu Nachbesserungen aufgefordert worden.

Kompass verloren: Kurzschluss-Reaktionen statt strategischer Weitblick

In der Krise, in der sich RB vor einem Jahr befand, wurde auch an dieser Stelle eingefordert, dass Klopp mehr Verantwortung übernehmen müsse. Doch das hat der 59-Jährige offenbar falsch verstanden und mischt sich nun mit Kurzschluss-Reaktionen ins operative Geschäft der Klubs ein, anstatt strategische Entscheidungen mit Weitblick zu treffen. Als hätte der einstige Menschenfänger seinen Kompass verloren. Durch die Art und Weise der Werner-Entlassung zerstörten Klopp und sein Team etwa das Vertrauensverhältnis mit den Leipziger Verantwortlichen.

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Und was, wenn Klopp über kurz oder lang der Ruf als Bundestrainer ereilen sollte, den er dann keinesfalls absagen könnte? Auch das ist ein Risiko, das sich Red Bull mit „Alleinherrscher” (Lothar Matthäus) Klopp ins Haus geholt hat.