RB Leipzig

Schalke-Doublette: Der Plan von RB Leipzig gegen Laufwunder FC Augsburg

Von Ullrich Kroemer 17.10.2020, 07:31
Balljagd: Abwehrmann Jeffrey Gouweleeuw gegen Emil Forsberg.
Balljagd: Abwehrmann Jeffrey Gouweleeuw gegen Emil Forsberg. imago/Poolfoto

Der Spitzenreiter zu Gast beim Zweiten: Auf dem Papier ist die Partie FC Augsburg gegen RB Leipzig (Sa., 15.30 Uhr) ein Spitzenspiel. Dabei könnte die Spielanlage beider Teams kaum unterschiedlicher sein. RB Leipzig spielt in dieser Saison noch mehr als in der Spielzeit davor kombinationssicheren Spitzenteamfußball gepaart mit viel Aggressivität im Spiel gegen den Ball. Die Augsburger haben hingegen ihr defensives Underdogspiel weiter kultiviert.

Beim Blick auf die Statistik fällt zuerst auf, was Augsburg offensiv alles nicht leistet. Das Team von Trainer Heiko Herrlich hat die wenigsten Torschüsse abgegeben (17 in drei Spielen) und Flanken geschlagen (11) sowie im Schnitt die zweitschlechteste Passquote 76,7 aller Teams und den geringsten Ballbesitz (37 Prozent).

Nagelsmann über Augsburg: „Große Kompaktheit und trotzdem viel Bewegung”

Auffällig jedoch ist das Laufpensum der bayrischen Schwaben. Über 123 Kilometer pro Spiel spult die Mannschaft ab. Und das nicht im Dauerlauf, sondern viel in Sprints und intensiven Läufen. In beiden Disziplinen sind die Augsburger das zweitbeste Team der Liga. „Das spricht für große Kompaktheit und trotzdem viel Bewegung, um das eigene Tor zu sichern”, warnte RB-Trainer Julian Nagelsmann. Insbesondere Daniel Caligiuri zeigt sich in den ersten drei Partien als einer der spritzigsten Spieler der Liga. Und Torhüter Rafael Gikiewicz hat derzeit ebenfalls mit 15 gehaltenen Bällen die besten statistischen Werte der ganzen Liga.

Dass der Klub mit nur einem Gegentor in drei Partien bislang zu den Defensivbollwerken der Bundesliga gehört, hat laut Nagelsmann folgende Ursache: „Augsburg hat sich verbessert im Vergleich zur vergangenen Saison. Sie haben viel weniger Konterchancen zugelassen. Ihr Spiel ist mit weniger Risiko behaftet, sie spielen klarer nach vorn und haben nicht mehr so viele Ballverluste.”

Augsburgs Uduokhai: „Nach vorn werden wir Räume bekommen”

Zudem überzeuge die Mannschaft gegen Teams mit Dreierkette durch eine „klare Struktur im Aufbau, wie sie das umspielen. Da müssen wir hellwach sein, weil sie das clever machen”, analysierte der Chefcoach.

Nach vorn entwickelte der FCA mehr Durschlagskraft und Variabilität als in der vergangenen Spielzeit. Die fünf Treffer erzielten fünf verschiedene Torschützen. Nagelsmann wies seine Abwehrspieler vor allem auf die Körperlichkeit und das Tempo von Michael Gregoritsch, Florian Niederlechner und André Hahn hin.

RB setzt ähnlich wie gegen Mainz und Schalke auf Ballbesitz und Kombinationsspiel. „Ich gehe davon aus, dass sie tief stehen werden. Es wird große Parallelen zum Schalke-Spiel geben, und es wird darauf ankommen, wie stabil unser Ballbesitz ist und wie gut wir im Gegenpressing sind”, so der Trainer. Augsburgs Abwehrspieler und wertvollster Akteur (Marktwert: zehn Millionen Euro) Felix Uduokhai bestätigte: „Das Defensivspiel wird für uns der Schlüssel sein, dass wir kompakt stehen und wenig Lücken lassen. Vorn werden wir Räume bekommen.”

Herrlich warnt vor „europäischer Topmannschaft” RB Leipzig

Der nach Lungenerkrankung wiedergenesene Trainer Heiko Herrlich beschränkte sich in der Pressekonferenz vor dem Spiel auf Allgemeinplätze, ließ aber jede Menge Respekt vor dem Gegner aus Sachsen durchgucken. „Wir wissen, dass wir gegen eine europäische Topmannschaft spielen, das wird eine ganz schwierige Aufgabe”, so der Ex-Stürmer. Ziel: „Wir wollen an unsere Leistungsgrenze kommen.”

Sein Kollege Nagelsmann kündigte an: „Wir haben vor acht Wochen ein gutes Spiel gegen Augsburg gemacht und werden auch am Samstag ein sehr gutes machen.” (RBlive/ukr)