RB Leipzig

„Schwierig, zu Hause alles zu managen”: RB Leipzigs Trainer Marsch entschuldigt sich bei Brian Brobbey für Auswechslung

Von Ullrich Kroemer 02.12.2021, 13:49
Wechselopfer bei RB Leipzig: Brian Brobbey.
Wechselopfer bei RB Leipzig: Brian Brobbey. imago images/Christian Schroedter

Diese Wechselentscheidung hatte für Wirbel gesorgt: Jesse Marsch hatte beim 1:3 gegen Bayer Leverkusen aus der heimischen Corona-Quarantäne heraus entschieden, Angreifer Brian Brobbey noch in der ersten Hälfte auszuwechseln – eine Höchststrafe für einen Profi. Als es dann so weit war, war bereits die 43. Minute angebrochen und Brobbey trabte wie ein geprügelter Hund vom Feld. Frank Aehlig, Leiter der Lizenzspielerabteilung, nahm den bodenlos enttäuschten 19-jährigen Stürmer verständnisvoll in den Arm.

Marsch zu Brobbey: „Entschuldigung, dass das Timing nicht ideal war”

Nun entschuldigte sich Marsch für den Wechsel, der einer Demontage gleichkam. „Die Entscheidung mit Brian Brobbey war schwierig”, sagte Marsch ungefragt in der Pressekonferenz vor dem Spiel bei Union Berlin (Fr., 20.30 Uhr/DAZN). In mehreren Gesprächen unter der Woche sagte er dem Neuzugang von Ajax Amsterdam: „Ganz ehrlich, entschuldigung, dass das Timing für diese Auswechslung nicht ideal war.”

Der ohnehin angeschlagene Coach rechtfertigte sich: „Geplant war, den Wechsel mit Dominik Szoboszlai etwas früher zu machen. Aber es dauerte ein wenig, bis er warm war. Wir hätten sicher bis zur Halbzeitpause warten können.” Doch es sei „schwierig” gewesen, „zu Hause alles zu managen, weil ich immer ein paar Minuten Verzögerung hatte zwischen dem Livespiel und dem, was ich auf meinem Bildschirm sehe.”

RB Leipzig vor Spiel bei Union Berlin: „Wieder eine verzweifelte Situation”

Unter anderem durch die Auswechslung von Brobbey hatte Marsch in der zweiten Hälfte auf eine Dreierkette umgestellt, „aber das war viel zu spät”, so Marsch. Der Trainer kritisierte: „Wir haben Leverkusen und deren Strategie direkt in die Hände gespielt, hatten zu viel Ballbesitz, kein gutes Gegenpressing und Restverteidigung. Das waren die wichtigsten Themen vor dem Spiel, aber wir waren wild bei diesen Themen.”

Gegen Union Berlin nun befinde sich RB nun nach dem x-ten Rückschlag „wieder in einer verzweifelten Situation”. Marsch Predigt für mehr Konstanz hörte sich schon leicht verzweifelt an: „Jedes Spiel ist eine neue Gelegenheit, aber wir müssen uns immer an den Plan halten. Wichtig ist, dass wir in Berlin bereit sind, für Disziplin, Konzentration, Klarheit, Mentalität, um in dieser Situation das Beste von jedem Spieler zu kriegen.” Ob er das nun von Brobbey bekommt, der sich ohnehin wenig wohlfühlt in Leipzig, bleibt abzuwarten. (RBlive/ukr)