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„Signal an alle”Krieg in der Ukraine beeinflusst „Endspiel” in Warschau

Von Ullrich Kroemer 02.11.2022, 09:00
Landesfarben statt Vereinsfarben: Mannschaftsbus von Schachtjor Donezk in Warschau.
Landesfarben statt Vereinsfarben: Mannschaftsbus von Schachtjor Donezk in Warschau. (imago/Picture Point LE)

Es geht um viel für RB Leipzig an diesem Mittwoch gegen Schachtjor Donezk (18.45 Uhr/DAZN) in der Champions League. Doch Trainer Marco Rose fand vor dem Gruppen-Endspiel durchaus emotionale Worte für die Situation des Gegners und bezog auch politisch Position. „Ich habe länger nicht mehr über den Ukraine-Krieg geredet. Wir können alle nur immer wieder sagen, wie wichtig uns Frieden ist und wie sehr wir den Menschen in der Ukraine zur Seite stehen wollen”, sagte der RB-Trainer und betonte angefasst: „Das ist ein ganz schwieriges Thema für mich, auch emotional. Ich kann nur den Hut ziehen vor den Spielern, die nicht nur ihre Stadt und ihren Verein, sondern ihr Land vertreten.” Es sei „ein Signal an alle, dass sie trotzdem rausgehen, Fußball spielen und versuchen, das Leben normal zu gestalten, auch wenn es alles andere als normal ist.”

Schachtjor-Trainer: „Doppelt harte Situation für uns”

Erst am Wochenende hatte das Ligaspiel von Schachtjor in Lwiw wegen Bombenalarms unterbrochen werden müssen. Trainer Igor Jovecevic nutzte die Zwangspause ganz pragmatisch für eine taktische Extra-Besprechung. Doch der kroatische Trainer hob auch die belastende Situation für sein Team hervor, das ständig Tausende Kilometer zwischen Kiew, Lwiw, Warschau und den Auswärtsspielen pendelt. „Du hast Luftalarm und du hast Reisen, wenn sich die anderen Teams ausruhen – das ist eine doppelt harte Situation für uns”, sagte Jovicevic.

Doch an Leidenschaft mangelt es dem 48-Jährigen und seinem Team in dieser Gruppenphase keineswegs. „Wir spielen für das ukrainische Volk. Vor ein paar Monaten hat keiner geglaubt, dass wir das schaffen können – keiner. Ich will das Unmögliche möglich machen”, so der einstige Profi. „Wenn man von etwas träumt, geht das Herz auf – und es wird wahr.”

Schachtjor auf der Welle: „Entscheidend war für uns der Start in Leipzig”

Jovicevic hat dem jungen und nahezu ausschließlich aus Ukrainern bestehenden Team Selbstvertrauen und Strategie verliehen. „Jeder meiner Spieler hat Talent und Persönlichkeit – das multipliziert sich und führt uns zu diesen Resultaten”, lobte er. „Der Kampfgeist, den mein Team hat, motiviert und inspiriert mich. Entscheidend war für uns der Start in Leipzig. Das war für uns ein Zeichen, dass wir mehr können.”

Keine leichte Situation für RB Leipzig, das die entfesselten Gastgeber nun wieder einfangen muss. „Man muss es trennen, auch wenn es schwerfällt”, sagte Rose.