RB LeipzigSommerpause vor dem eigenen Tor: Die Spieler von RB Leipzig in der Einzelkritik gegen Borussia Dortmund

Von Martin Henkel, Ullrich Kroemer 09.05.2021, 09:59
Nur hinterhergelaufen: RB-Abwehr gegen Dortmund.
Nur hinterhergelaufen: RB-Abwehr gegen Dortmund. imago/Poolfoto

So haben wir die Spieler von RB Leipzig beim 2:3 (0:2) in Dortmund gesehen:

Peter Gulacsi: Die ersten beiden Tore waren keine Fehler von Gulacsi, aber an Weltklasse-Tagen hätte er vielleicht noch irgendwie ein Körperteil an den Ball bekommen. Beim Abschluss von Marco Reus zum 1:0 wirkte der Ungar erschrocken, dass der den Ball aus sechs Metern hoch ins Tor drosch. Zwar war die Distanz kurz und der Schuss gewaltig, aber vielleicht hätte Gulacsi noch die Schulter an den Ball kriegen oder sich zumindest groß machen können, anstatt den Kopf einzuziehen. Beim zweiten Treffer fuhr er vergeblich das lange Bein aus, doch da fehlten ein paar Zentimeter. Bekam sonst bis auf einen Abschluss von Hazard, den er mit dem Fuß parierte, gar nicht so viel auf den Kasten, fuhr aber wie schon nach dem letzten Spiel in Dortmund mit drei Gegentoren und gar nicht mehr weißer, sondern stark verschmutzer Weste nach Hause. Note: 3,5.

Lukas Klostermann: Erstes Saisontor: Klostermann brachte RB mit seinem Anschlusstreffer per Kopf zurück ins Spiel, hatte aber sonst als rechter Halbverteidiger einen schweren Stand gegen Sancho & Co. Kam beim ersten Tor einen Schritt zu spät, um Orban zu helfen und Reus noch zu stören. Beim zweiten Treffer ließ er sich von Sancho mit einer einfachen Körpertäuschung viel zu billig verladen wie ein Anfänger.  Note: 3,5.

Dayot Upamecano: Woran immer es auch liegt: Dayot Upamecano ist kurz vor Saisonende gedanklich nicht mehr auf der Höhe. Beim 1:0 war er nicht an Hazard dran, beim 2:0 hielt er nur unmotiviert das Bein rein und beim 3:0 stand er völlig orientierungslos erst zu weit aufgerückt und zentral, dann ohne jede Gegnerbindung vor dem eigenen Tor herum und schaute dem Dortmunder Wirbel nur zu. Eine der schlechtesten Leistungen des zum FC Bayern wechselnden Franzosen im RB-Dress. Note: 4,5.

Willi Orban: Der Ex-Kapitän hatte in den vergangenen Wochen seine Geschwindigkeitsnachteile stets durch außergewöhnliche Wachsamkeit, erfahrenes Stellungsspiel und Konsequenz in den Zweikämpfen wettgemacht. Doch beim Antritt von Reus vor dem 1:0 war all das nicht vorhanden, sodass Orban dem Dortmunder nur hinerherlief und ihn nicht entscheidend stören konnte. Sonst bemühte sich der Routinier um die angeordnete Manndeckung, war aber der einzige, der dabei mitmachte. Note: 3,5.

Benjamin Henrichs: Nach den starken Minuten in der Verlängerung in Bremen ein mut- und farbloser Auftritt gegen Dortmund auf dem rechten Flügel. Schlug ein paar Flanken ins Nichts, brachte sonst nichts Nennenswertes zusstande. Schwache Leistung und weder eine Empfehlung für das Pokalfinale, noch das Olympiateam des DFB. Note: 4.

Kevin Kampl: Hatte Glück, dass sein ausgefahrener Ellenbogen nicht zum Elfmeter führte. Die auffälligste Szene des Solingers, der um Kontrolle bemüht war, aber wenig prägende Szenen hatte. Note: 3,5.

Marcel Sabitzer: Reihte sich ein in das Gemurkse vor der Pause. Konnte keine Akzente setzen, verpasste es, seine Nebenleute zu ordnen und hatte auch kein Abschlussglück. Stattdessen: Debatte mit Willi Orban, die seinen Frust bewies. Steigerte sich nach der Halbzeit und hatte früh nach Wiederanpfiff eine Großchance zum möglichen 1:1 (48.). Note: 3,5.

Angeliño: Kommt nach seiner Verletzung und privaten Problemen nicht mehr an seine Leistungen vor der Winterpause heran. War bemüht, lief seine Flanke hoch und runter, aber es sprang nichts dabei heraus. Hatte nur eine Torschussvorlage und gewann lediglich 33 Prozent seiner Zweikämpfe. Scheint dringend eine Pause zu brauchen, besser noch eine Sommerpause.  Note: 3,5.

Dani Olmo: Der Dauerbrenner hat momentan Starthemmungen: Braucht immer ewig, um ins Spiel zu finden. War bis zur Pause wie zuletzt schon ein einziger Schatten seiner Fähigkeiten. Drehte nach dem Seitenwechsel auf, hatte eine erste Torgelegenheit, die er ans Außennetz schoss (69.), die zweite verwertete er zum 2:2. Note: 3.

Emil Forsberg: Die beste Szene des Schweden war seine Ecke auf die Stirn von Lukas Klostermann, der mit dem Kopf den Anschlusstreffer erzielte. Mehr sah man vom 29-Jährigen nicht. Hatte einen großen Anteil an dem ziemlich inaktiven Auftritt der gesamten Sachsen-Elf vor der Pause. Note: 3,5.

Hee-chan Hwang: Zweiter Startelfeinsatz des Südkoreaners nach seinem starken Auftritt im Pokal gegen Bremen. Gemessen an den wenigen Zuspielen, die er bekam, machte er seine Sache gut. Hatte nach drei Minuten das 1:0 auf dem Fuss, BVB-Keeper Marvin Hitz vereitelte die Führung mit der Fußspitze. Und er legte Olmo uneigennützig das 2:2 auf. Note: 2,5.

Patrik Kluivert (64.): Mit dem quirligen Niederländer wurde das Angriffsspiel der Sachsen dynamischer. Aber viele seiner Aktionen endete in den Füßen des Gegners. Setzte einmal Olmo blendend ins Szene, der den Pass ans Außennetz verwertete (69.) und hätte selber treffen können, verstolperte aber kurz vorm Tor (66.). Note: 3.

Nordi Mukiele (64.): Ersetzte Henrichs, was für eine Weile den Effekt hatte, dass mehr Wucht auf die Flanke kam. Allerdings wurde über die Seite des Franzosen auch der späte Siegtreffer für den BVB eingeleitet. Note: 3.

(RBlive/hen/ukr)