RB Leipzig

"Sponsoren sind keine Wohltäter": Bayers Ex-Manager Reiner Calmund verteidigt einmal mehr Red-Bull-Engagement bei RB Leipzig

Von (RBlive/hen)
29.01.2021, 10:34
Europa League gegen Luhansk: Calmund ist vor Ort in Leipzig
Europa League gegen Luhansk: Calmund ist vor Ort in Leipzig imago/Matthias Koch

Ex-Manager Reiner Calmund hat vor der Partie seines früheren Arbeitgebers Bayer Leverkusen bei RB Leipzig (18.30 Uhr) einmal mehr das Engagement von Red Bull und Besitzer Dietrich Mateschitz gewürdigt. In einem Gespräch mit der Leipziger Volkszeitung sagte der  72-Jährige, der 28 Jahre für Bayer tätig war, u.a.: "Dietrich Mateschitz ist ein hochseriöser Sportsponsor und erfolgreicher Unternehmer. Soll er sich von der Kohle eine zweite Insel kaufen?"

Calmund reagierte damit einmal mehr auf die immer noch virulente Kritik am "Konstrukt" RB Leipzig. Konkret am Geldeinsatz des österreichischen Getränkeunternehmens angeblich nur aus Marketinggründen, seinen 19 Mitgliedern, die auf eine vermeintliche Vereins-Scheinheiligkeit hinweisen, oder an der fehlenden Tradition des erst elf Jahre alten Klubs.

Calmund: "RB ist ein gut geführter Klub"

Calmund entgegnete auf einiger der Vorwürfe. "Wer die Gründungsgeschichte und die Mitglieder-Situation bis zum Sanktnimmerleinstag kritisieren will, soll das tun. Ansonsten sehe ich keinen sachlichen Grund, keine Angriffsfläche. RB ist ein gut geführter, erfolgreicher Verein mit kurzen Entscheidungswegen, einer klaren Philosophie und Mut. Als Sebastian Vettel im Red-Bull-Auto Weltmeister wurde, hat ihm ganz Deutschland zugejubelt. Und den Fußballern soll man böse sein?"

Auch zur Gründung des Klubs, allein um angeblich noch mehr Red-Bull-Produkte zu verlaufen, äußerte sich Calmund, der seit jeher die Kommerzialisierung des Profi-Fußballs begrüßt und tatkräftig mit angeschoben hat: "Wenn sein Umsatz steigt, sei ihm das gegönnt. Partner und Sponsoren sind keine Wohltäter, sie denken bei ihrem Investment auch ans Image und Werbe-Wirkung. Wobei sie bei Mateschitz nicht übersehen sollten, dass der Mann gerne spielt und gerne gewinnt. Der wollte nicht an erster Stelle noch mehr Kohle, der wollte zeigen, dass er auch Fußball kann."

Red Bull wollte die Fortuna

Das übrigens, so Calmund, zuallererst in Düsseldorf. Damals saß der Manager im Aufsichtsrat des klammen Traditionsklubs. Er erinnert sich: "Red Bull hatte 2005 ein Auge auf Düsseldorf und die Fortuna geworfen. Ich war damals im Aufsichtsrat, habe das hautnah erlebt und zusammen mit Oberbürgermeister Joachim Erwin nach Kräften unterstützt. Eine Umbenennung der Fortuna und neue Club-Farben - das war aber nicht umsetzbar. Leipzig war eine gute Wahl. Für Mateschitz und die Stadt. Ohne ihn wäre Leipzig heute noch unterklassig."