Tedesco mag nicht hinschauenLeipzig greift gegen Leverkusen nach Rang drei

Von Ullrich Kroemer 11.04.2022, 13:45
Leidenschaft pur: Konrad Laimer und Marcel Halstenberg.
Leidenschaft pur: Konrad Laimer und Marcel Halstenberg. (imago/opokupix)

Was das Kulinarische angeht, ist Domenico Tedesco Genießer. Er schwärmte jüngst von Leipzigs guten Italienern ebenso wie von der hervorragenden Stadionwurst in Bergamo. Doch hinsichtlich des Blicks auf die Tabelle der Fußball-Bundesliga ist der 36-Jährige Asket: Er schaut einfach nicht hin, auch wenn der Anblick derzeit Genuss pur ist. Weil noch nichts erreicht ist, versagt er sich selbst und dem Team jeden Anflug von Zufriedenheit.

Stadionsprecher Tim Thoelke hingegen präsentierte den Fans das aktuelle Tableau nach dem 3:0 gegen Hoffenheim freudig singend: „Tada!” Auf den Anzeigetafeln war zu sehen, dass RB nur noch einen Punkt hinter dem Dritten Leverkusen liegt. Am nächsten Wochenende könnte RBL die Werkself im direkten Duell überholen (So., 19.30 Uhr). Nach unten ist nur der SC Freiburg als Konkurrent um die Königsklassen-Teilnahme übriggeblieben. Das Team von Trainer Christian Streich, das drei Punkte hinter den Leipzigern einfach nicht nachlassen will, bezeichnete Tedesco „als Brett”.

Tedesco: „Heute waren alle bereit”

Die Mannschaft der Stunde aber ist RBL, kein Team hat 2022 so viele Punkte geholt und Tore erzielt. In Dortmund und nun gegen Hoffenheim zeigten Nkunku & Co. den Gegnern mit erstaunlicher Energie ihre Grenzen auf. Beide Spiele waren zur Halbzeit entschieden. „Wir sind die beste Mannschaft der Rückrunde, das hätte nach der Hinrunde nicht jeder gedacht. Das zeigt, was in uns steckt. Wir zeigen gerade unser wahres Gesicht”, würdigte Routinier Kevin Kampl.

Beim Triumph gegen Hoffenheim lobte Tedesco vor allem „die Galligkeit, die Emotionen und die Art und Weise, wie wir Systemumstellungen schnell hinkriegen. Auch die Arbeit zusammen und die Ballsicherheit waren sehr gut”, betonte er. Zudem ging der Rotationsplan voll auf, auch die Reservisten zeigten Leidenschaft und avancierten wie Marcel Halstenberg oder Dominik Szoboszlai zu Matchwinnern. Ein Ergebnis vieler Einzelgespräche, verriet Tedesco. „Das verlangen wir den Spielern ab: Sei bereit, wenn du dran bist. Und heute waren sie alle bereit.”

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