Moribas Treffer aus 30 Metern

Trotz nach dem Traumtor

Von Ullrich Kroemer 17.07.2022, 07:00
Chance im Test genutzt: Ilaix Moriba gegen Southampton.
Chance im Test genutzt: Ilaix Moriba gegen Southampton. imago/Picture Point LE

Nach seinem Traumtor stapfte Ilaix Moriba trotzig zurück in die eigene Hälfte. Soeben hatte der hochveranlagte Mittelfeldspieler den Ball ansatzlos aus 30 Metern zum 3:1-Endstand im Test von RB Leipzig gegen den FC Southampton ins Tor geschlenzt (90.). Mehrfach hob er nun die Hand in Kopfhöhe, als wolle er etwas über seine Schulter werfen. Wenn ihr mich wieder abgebt, werft ihr Qualität weg, sollte das wohl heißen.

Dass der Stadionsprecher im Wolfsberger Stadion, wo der Test stattfand, euphorisch Sanoussy Ba als Torschützen feierte, passte zu Moribas Situation. Der Spanier, der in der vergangenen Halbserie an den FC Valencia ausgeliehen war, hat ganz offensichtlich das Gefühl, dass seine Fußballkunst in Leipzig nicht genügend gewertschätzt wird.

Tedesco über Moriba: „Es gibt immer zwei Seiten”

Auch vom schönsten Tor des Nachmittags einmal abgesehen, tat sich Moriba im Test gegen Southampton hervor, behauptete auf engstem Raum Bälle, fand spielerische Lösungen und stieß bisweilen in die Tiefe. Als er Mitte der zweiten Hälfte ins Spiel kam, war der RB-Fußball kreativer und leichtfüßiger. Fußballerisch nutzte er seine Chance zweifelsohne, doch charakterlich muss der 19-Jährige noch reifen.

Trainer Domenico Tedesco vermied es dann auch, den Ex-Spieler des FC Barcelona über Gebühr zu loben. „Es gibt immer zwei Seiten: Offensiv hat er es gut gemacht, defensiv hat das Pressing dann manchmal nicht mehr so gut funktioniert”, sagte Tedesco nur. Mehr sagte der 36-Jährige nicht über Moriba.

Moriba soll verliehen werden, keinesfalls verkauft

Wahrscheinlich ist, dass der Youngster ein weiteres Mal verliehen wird, damit er auf genügend Spielzeit bekommt und reifen kann. Doch bei RB wissen sie um seine Klasse, weshalb er keinesfalls verkauft werden soll. Auf Moribas Position im defensiven Mittelfeld gibt es aktuell ein Überangebot mit fünf Spielern für die zwei zentralen Mittelfeldpositionen.

Nach Abpfiff redete RB Leipzigs Technischer Direktor Chris Vivell beruhigend auf Ilaix Moriba ein. Der wollte die Glückwünsche für das Tor nicht so recht annehmen. Zu groß ist offenbar sein Unverständnis, warum er nicht genügend Qualität haben soll, einen der begehrten Plätze zu ergattern.

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