RB Leipzig

TV statt Istanbul: RB-Fans finden Reise in die Türkei zu gefährlich

26.09.2017, 11:37
Beim Spiel bei Besiktas Istanbul werden nur wenige Anhänger von RB Leipzig vor Ort sein.
Beim Spiel bei Besiktas Istanbul werden nur wenige Anhänger von RB Leipzig vor Ort sein. Imago

Nur rund 250 Anhänger von RB Leipzig werden heute Abend in der Türkei vor Ort sein, wenn für RB das erste Auswärtsspiel in der Champions League bei Besiktas Istanbul ansteht. Vor allem die politische Lage vor Ort ist dafür verantwortlich.

Ein leicht mulmiges Gefühl hatte dabei auch ein Paar, das sich für die Reise nach Istanbul entschieden hatte, wie die Mitteldeutsche Zeitung berichtet. Doch die Verhältnisse im Stadtteil Besiktas seien trotz der allgemeinen Lage in der Türkei „kaum ein anderes ist als im Szeneviertel einer deutschen Stadt“.

Türkei für Fans von RB Leipzig zu gefährlich

Vertreter des Fanclubs Red Campus erklären derweil dem MDR, warum sie sich gegen eine Reise in die Türkei entschieden haben. „Mir ist das zu gefährlich, wegen des Fußballs dahin zu fahren. Das muss ich nicht riskieren“, erklärt ein Familienvater.

„Wenn da einem Polizisten was quer sitzt und wenn dort jemand etwas Unüberlegtes – vielleicht auch wirklich aus Versehen – aus der Gruppe herauslässt, sitzt man auf einmal im Gefängnis“, erklärt ein anderer.

Fans streichen Fahrt zum ersten Spiel in der Champions League

Viele Fans, so Mitteldeutsche Zeitung und MDR unisono hätten geplant, zum ersten Auswärtsspiel der Champions League auf jeden Fall dabei zu sein. Doch nach der Auslosung und als klar war, dass die Reise in die Türkei und nach Istanbul geht, hätten sich viele dagegen entschieden.

Eine Fanreise für 600 Euro blieb fast komplett ungebucht. Die Fans, die sich für eine Reise entschieden, reisen für teilweise unter der Hälfte des Preises selbstorganisiert an.

Angst vor Terror, keine Unterstützung von Erdogan

Doch finanzielle Aspekte waren für die meisten Anhänger nicht der entscheidende Grund, wie auch BILD berichtet. „Ich will kein Geld in diesem Land lassen, was am Ende Erdogan in die Hände fließt. Dazu kommt die deutschlandfeindliche Stimmung, die sich vielleicht auf uns RB-Fans auswirken könnte“, erklärt hier ein Student.

Auch mögliche Anschläge und Verhaftungen von Deutschen in den letzten Monaten werden thematisiert. Das Auswärtige Amt spricht von „willkürlichen Inhaftierungen“ vor Ort und empfiehlt RB-Fans „unsere Reise- und Sicherheitshinweise genau zu beachten und sich darüber hinaus wie allen Reisenden empfohlen in unsere Krisenvorsorgeliste einzutragen“.