RB Leipzig

Upamecano wuchtig, Sabitzer vom Punkt: Arbeitssieg von RB Leipzig gegen zehn Herthaner

Von (RBlive/sid/dpa/ukr)
24.10.2020, 17:31
Erstes Tor seit Mai 2018: Dayot Upamecano.
Erstes Tor seit Mai 2018: Dayot Upamecano. imago/Jan Hübner

RB Leipzig hat seine Tabellenführung in der Fußball-Bundesliga erfolgreich verteidigt. Der Champions-League-Teilnehmer setzte sich gegen eine ab der 50. Minute dezimierte Mannschaft von Hertha BSC verdient mit 2:1 (1:1) durch und feierte im fünften Ligaspiel den vierten Sieg.

Das Spiel samt Statistiken zum ausführlichen Nachlesen hier im Liveticker

Gelb-Rot für Herthas Zeefuik nach nur vier Minuten

Vor 999 Zuschauern, darunter auch einige Berliner Anhänger, hatte Jhon Cordoba (9.) die Gäste mit seinem dritten Saisontor in Führung gebracht, für Leipzig trafen Abwehrchef Dayot Upamecano (11.) und Marcel Sabitzer (77.) per Foulelfmeter. Herthas neuer Flügelspieler Deyovaisio Zeefuik sah zu Beginn der zweiten Halbzeit nur viereinhalb Minuten nach seiner Einwechselung die Gelb-Rote Karte.

Für die Hertha wird die Lage allmählich prekär. Die Elf von Bruno Labbadia kassierte die vierte Niederlage in Folge und steht weiter im Tabellenkeller. Damit ist auf der Mitgliederversammlung am Sonntag für jede Menge Zündstoff gesorgt.

Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann rotierte vier Tage nach dem gelungenen Auftakt in der Champions League gegen Istanbul Basaksehir (2:0) und brachte in Benjamin Henrichs, Justin Kluivert und Alexander Sörloth gleich drei neue Spieler. Die Umstellungen bekamen dem Leipziger Spiel lange Zeit nicht. Die Gastgeber pressten zunächst nicht so hoch wie gewohnt, gefielen aber mit direktem Spiel über die Außenpositionen.

Doch Henrichs wirkte teils verunsichert, Sörloth kannte bei seinen Abspielen die Laufwege der Teamkollegen nicht und Kluivert fiel zunächst nur dadurch auf, dass er zu leicht fiel. In der achten Minute hatte er dennoch eine gute Chance, die Hertha-Schlussmann Alexander Schwolow mit gutem Reflex vereitelte.

Aus dem anschließenden Eckball entwickelte sich die Gäste-Führung. Die Leipziger kamen nicht schnell genug zurück, die Hertha spielte klug den Konter aus und Cordoba hatte keine Mühe, zu seinem dritten Auswärtstor dieser Saison zu vollenden.

Upamecano trifft gegen drei Herthaner

Fast postwendend fiel der Ausgleich. Eine Freistoßflanke köpfte Nordi Mukiele an die Latte, Herthas Bundesliga-Debütant Omar Alderete verteidigte danach gegen Upamecano ungeschickt. Der RB-Abwehrchef wühlte sich gegen drei Herthaner im Strafraum durch und knallte den Ball eiskalt in die Maschen. Sein erstes Tor seit Mai 2018.

In der Folge entwickelte sich eine von beiden Seiten hart geführte Partie mit etlichen Fouls, immer wieder lagen Spieler auf dem Boden. Leipzig fehlte etwas die Abstimmung, erst kurz vor der Halbzeit lief das Kombinationsspiel wieder besser, vor allem Kluivert konnte auf der rechten Seite gegen Maximilian Mittelstädt seine Stärke im Eins-gegen-Eins zeigen. Die Hausherren hatten bis zur Pause noch mehrfach die Führung auf dem Fuß. Emil Forsberg (31., 43.) und Kevin Kampl (45.+1) verpassten jedoch das 2:1.

Sabitzer trifft beim Comeback

Zur zweiten Halbzeit kam bei Hertha Zeefuik auf der rechten Bahn für den verletzten Peter Pekarik, doch der 22 Jahre alte Niederländer musste nach Gelb-Rot schnell wieder raus, eine harte, aber durchaus vertretbare Entscheidung von Schiedsrichter Tobias Stieler (Hamburg).

In Unterzahl zog sich Hertha zurück und überließ den Hausherren die Spielgestaltung. Oft kreiste der Ball wie beim Handball um den Berliner Strafraum, doch Hertha hielt dagegen, zeigte zumindest in den Zweikämpfen eine gute Einstellung und kämpfte um jeden Ball.

Nagelsmann brachte mit Yussuf Poulsen und Dani Olmo sowie später auch mit Sabitzer für die Schlussphase neue Kräfte mit Torgefahr und erhöhte noch einmal den Druck. Das zahlte sich aus. Nach einem Foul von Cordoba an Willi Orban gab es in der 77. Minute Strafstoß, den Sabitzer sicher verwandelte. Es war der erste Einsatz des Kapitäns seit dem Pokalspiel gegen Nürnberg.

Statistik:

RB Leipzig: Gulacsi - Mukiele (69. Sabitzer), Upamecano, Orban, Angelino - Kampl (90. Konate), Henrichs - Kluivert (65. Dani Olmo), Nkunku - Sörloth, Forsberg (65. Poulsen). - Trainer: Nagelsmann

Hertha BSC: Schwolow - Pekarik (46. Zeefuik), Boyata, Alderete, Mittelstädt (84. Ngankam) - Stark - Darida (89. Löwen), Tousart - Cunha - Lukebakio (84. Dilrosun), Cordoba (84. Piatek). - Trainer: Labbadia

Schiedsrichter: Tobias Stieler (Hamburg)

Tore: 0:1 Cordoba (8.), 1:1 Upamecano (11.), 2:1 Sabitzer (77., Foulelfmeter)

Zuschauer: 999

Beste Spieler: Upamecano, Nkunku - Schwolow, Tousart

Gelb-Rote Karte: - Zeefuik wegen wiederholten Foulspiels (50.)

Gelbe Karten: Upamecano (2) - Tousart (2), Ngankam

Torschüsse: 29:11

Ecken: 7:3

Ballbesitz: 63:37 %

Zweikämpfe: 139:96