RB Leipzig

„Verlässlichkeit vor dem Tor ist nicht zu finanzieren”: Wie RB Leipzig sein Torproblem lösen will

Von Ullrich Kroemer 08.04.2021, 16:49
Kein Spielrhythmus und kein Selbstvertrauen: Yussuf Poulsen und Alexander Sörloth.
Kein Spielrhythmus und kein Selbstvertrauen: Yussuf Poulsen und Alexander Sörloth. imago images/Christian Schroedter

Hauptthema bei RB Leipzig nach dem 0:1 gegen den FC Bayern München war die fehlende Treffsicherheit im Abschluss. Gerade in Topspielen erzielten die Leipziger 2021 aus den meist reichlich vorhandenen Chancen zu wenig Tore. Vergleicht man die expected goals mit den tatsächlich erzielten Treffern, dann hätte RB mindestens fünf Tore mehr erzielen müssen. Bis auf Abstiegskandidat Mainz 05 ist kein Bundesligateam schlechter in dieser Effizienzstatistik. Mit aktuell 48 Treffern waren die Leipziger zu diesem Zeitpunkt nur 2017/18 weniger treffsicher (40). RB Leipzig will das Stürmer-Problem an verschiedenen Fronten lösen:

1. Durch neue Transfers: „Wenn man belegte Verlässlichkeit vor dem Tor will, ist das für uns nicht zu finanzieren. Es ist auch aktuell unfassbar, was da für Preise für Stürmer aufgerufen werden, die schon verlässlich getroffen haben”, sagt Trainer Julian Nagelsmann. „Alles andere ist Spekulieren, und das ist immer noch nicht günstig, sondern das ist Hoffen, wie ein Stürmer ankommt”, so der Trainer. Aktuell gilt – wenig originell – Salzburgs Patson Daka als Kandidat Nummer eins:

2. Mehr Spielzeit für die vorhandenen Stürmer: Kein Stürmer bei RB Leipzig ist in dieser Saison hinsichtlich der Einsatzzeiten in der ersten Elf der Leipziger. Yussuf Poulsen hat als am häufigsten berücksichtigter Angreifer im Kader nur die zwölftmeisten Spielminuten (1927); Alexander Sörloth (1280) folgt auf Rang 16; Justin Kluivert als 18. (748) und Hee-chan Hwang (493) als 20.

„Schuld des Trainers”: Nagelsmann selbstkritisch

„Meine Aufgabe ist es, den Stürmern die nötige Spielzeit zu geben, um auf die gleiche Spielzeit zukommen wie zum Beispiel Weghorst, Silva und Haaland”, räumte Nagelsmann mit Blick auf die Torjäger der Konkurrenz ein. „Die haben mehr Spielzeit als meine Stürmer. Es ist nicht nur die Schuld der Stürmer, dass sie nicht treffen, sondern auch Schuld des Trainers, wie viel Spielzeit er ihnen gibt”, so Nagelsmann. Zum Vergleich: Weghorst mit knapp 3000 Minuten etwa ist in Wolfsburg der Spieler, der am häufigsten eingesetzt wurde. Fast so viuel, wie Poulsen und Sörloth bei RB zusammen. „Es ist unsere Aufgabe, sie im Training zu entwickeln und in die richtige Position zu bringen”, sagte Nagelsmann. Weder Poulsen, noch Sörloth oder Hwang haben gerade den nötigen Spielrhythmus.

Dazu gehört vor allem auch, dass der Trainer auch in wichtigen Spielen auf das vorhandene Personal in der Spitze setzt und den Stürmern Selbstvertrauen schenkt. Bisher bot er gegen Topgegner fast immer sein spielstarkes Mittelfeld von Beginn an auf und wechselte Sörloth & Co. nur ein. Eine Frage des Spielansatzes, den Nagelsmann mehr an das vorhandene Stürmerpersonal anpassen muss.

„Michael Ballack hat auch zehn bis 15 Tore gemacht”

3. Treffen aus dem Mittelfeld wie Michael Ballack: Die Mittelfeldspieler sind RB Leipzigs verlässlichsten Torschützen in dieser Saison. Forsberg, Sabitzer und Nkunku haben jeweils sechs Treffer erzielt – gut ein Drittel aller Tore in der Bundesliga. Dennoch fordert Trainer Nagelsmann mehr Treffer aus der zweiten Reihe. „Michael Ballack hat im offensiven Mittelfeld auch in jeder Saison zwischen zehn und 15 Toren gemacht. Das ist auch möglich, wenn du oft auf der Zehn oder Acht spielst. Da dürfen auch mehr Tore kommen”, betonte der Landsberger und betonte: „Das ist ein mannschaftliches Thema. Da reicht die Abschlussqualität an dem Tag nicht. Das ist auch Teil der Aufgabe der Spieler.” (RBlive/ukr)

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