RB LeipzigVier Tore in vier Tagen: Ex-RB-Leipzig-Spieler Terrence Boyd besser denn je

Von (RBlive/dpa/ukr)
03.12.2020, 13:03

Es ist sein Markenzeichen. Mit herausgestreckter Zunge und dem mit einem Krokodilsauge tätowierten rechten Arm vor Augen feiert Terrence Boyd seine Treffer. Und sieht damit aus wie ein Zyklop. Grund zum Jubeln hatte der Stürmer des Halleschen FC in den vergangenen Tagen zur Genüge.

Bei den 2:0-Erfolgen gegen Viktoria Köln am Samstag und gegen die SpVgg Unterhaching am Mittwoch gelang dem Deutsch-Amerikaner jeweils ein Doppelpack. „Es ist einfach nur ein geiles Gefühl, wie erfolgreich wir diese englischen Wochen gestaltet haben. Wir sind in einem Flow, dürfen aber jetzt nicht abheben”, sagt der „Tor-Zyklop” auch im Wissen um den holprigen Start in die Saison.

Acht Tore in sechs Wochen

Vor nicht einmal vier Wochen taumelte der Hallesche FC nach dem 1:6-Desaster beim TSV 1860 München der vierten Liga entgegen, hatte nur einen Punkt Luft auf die Abstiegszone. Nach sechs Spielen in nur 18 Tagen mit drei Siegen und drei Unentschieden haben sich die Rot-Weißen auf den fünften Platz katapultiert und nur noch zwei Zähler Rückstand auf die Aufstiegsplätze.

Am Aufschwung hat der Goalgetter natürlich einen maßgeblichen Anteil. „Der tolle Abschluss nach dem langen Sprint zum 2:0 gegen Unterhaching war schon sensationell. Damit hat er uns ungemein geholfen. Aber die ganze Mannschaft hat aufopferungsvoll für die Erfolge in den vergangenen Wochen gekämpft”, sagt HFC-Trainer Florian Schnorrenberg.

Teamkollege über Terrence „T” Boyd: „In der Box sensationell”

Acht Saisontore hat der 29-Jährige bereits auf seinem Konto, allesamt erzielt in den letzten sechs Wochen. Das nennt man dann wohl einen Lauf. „Er hat uns heute sehr geholfen“, lobte Trainer Florian Schnorrenberg seinen Matchwinner nach dem Heimsieg gegen Unterhaching. „In der Box ist T einfach sensationell“, schwärmte Julian Derstroff über die Vollstrecker-Qualitäten des Teamkollegen: „Momentan läuft es einfach bei ihm.“

Nach dem 0:0 gegen Duisburg, bei dem Boyd acht Chancen vergab, hatte der Ex-US-Nationalspieler noch über sich selbst gespottet: „Halle war gut, das einzige Problem war, dass sie Terrence Boyd vorne drin hatten.” Seitdem trifft der bei Werder Bremen und Borussia Dortmund ausgebildete Torjäger.

Nach nur acht Spielen in zweieinhalb Jahren: Bei RB Leipzig noch immer beliebt

Die Berg- und Talfahrt hatte Boyd bereits in der vergangenen Saison mit dem Halleschen FC hinter sich, der vor einem Jahr vom Aufstieg träumte. „Damals standen wir als Zweiter sogar noch besser da. Doch ein Vierteljahr später ist unser Trainer Torsten Ziegner rausgeflogen”, erinnert sich der frühere RB-Leipzig-Spieler. Auf eine Wiederholung dieses Szenarios würde er gern verzichten.

Boyd absolvierte zwischen 2014 und 2017 wegen zweier schwerer Kreuzbandverletzungen zwar nur acht Spiele für die Profis von RB Leipzig (2 Tore). Doch wegen seiner offenen Art, seinem Standing im Team und seines kämpferischen Spielstils ist er in Leipzig noch immer beliebt. 2015 stand seine Profi-Laufbahn auf der Kippe, doch Boyd kämpfte sich über Training bei der U12 von RB Leipzig wieder an das Profiteam heran.