RB Leipzig

Virtuos wie ein Streichquartett: Die Spieler von RB Leipzig in der Einzelkritik

Von Ullrich Kroemer, Martin Henkel 04.10.2020, 07:05
Drei mit feiner Klinge und Mukiele: Es geht auch ohne Stürmer bei RB Leipzig.
Drei mit feiner Klinge und Mukiele: Es geht auch ohne Stürmer bei RB Leipzig. Imago/Picture Point LE

So haben wir die Spieler von RB Leipzig beim 4:0 gegen Schalke gesehen:

Peter Gulacsi: Ein anstrengender Nachmittag für "Pete": Er stand sich die ungarischen Beine in den Bauch. Als "mutlos" bezeichnete Neu-Schalke Coach Manuel Baum das Angriffsspiel der "Knappen" später, das an Harmlosigkeit tatsächlich nichts zu wünschen übrigließ. Bei gerade mal einem Schuss von Can Bozdogan musste sich Gulacsi strecken. Sonst: Nix zu tun für den Keeper. Note: 2,5.

Nordi Mukiele: Durfte in der Viererkette rechts ran und hatte die klare Marschroute, den Schalker Flügel zu beackern. Erledigte den Auftrag mit viel Engagement - und wenig Fortune. Zwei Doppelchancen aus allernächster Nähe, gemeinhin Hundertprozenter genannt, brachte er nach der Pause nicht im Schalker Tor unter. Ließ nach hinten nichts anbrennen. Note: 3.

„Fehlerlose” Leistung von Willi Orban

Willi Orban: Phänomenales Comeback in der Startelf nach fast einem Jahr Verletzungspause. Bekam vom Coach ein Sonderlob für eine "fehlerlose" Leistung und einem Tor nach Orban-Manier: mit dem Zirkel von der Stirn weg in den Schalker Winkel platziert. Das 3:0 und Höhepunkt eines Nachmittags mit gutem Defensiv- und feinem Aufbauspiel. 96 Pässe standen am Ende zu Buche - und eine Passgenauigkeit von 95 Prozent. Note: 1,5.

Dayot Upamecano: Unscheinbarer Auftritt des Franzosen, was bedeutet: keine Fehler nach vorn und keine im Spiel nach hinten. Hatte aber wieder zwei, drei seiner mittlerweile berühmten "Aussetzer", versprungene Bälle, zu weite Selbstvorlagen etc., die keinen Schaden anrichteteten. Löst mittlerweile allein durch seine Präsenz Schrecken bei den Gegnern aus. Note: 2,5.

Marcel Halstenberg: Quotenreiches Spiel für den linken Innenverteidiger. Legte Orban den Treffer zum 3:0 auf und erledigte das 4:0 selbst per Handelfmeter, das er seinem vorige Woche verstorbenen Vater widmete. Hatte im Spielaufbau vor der Pause ein paar Unsicherheiten, stabilisierte sich aber in Halbzeit zwei. Feines Dribbling mit abschließendem Pass auf Olmo, den der Spanier aber nicht verwerten konnte (63.).  Note: 2,5.

Amadou Haidara: Starker Balleroberer auf der Sechs neben Kevin Kampl. Hätte in der 43. Minute selbst treffen können, als er freistehend über das Tor schoss. Da fehlt dem Malier noch Abgezocktheit. Note: 3.

Kampl: Mit feiner Klinge in Schalkes Hinterhof

Kevin Kampl: Das Metronom im Aufbauspiel von RB und gegen Schalke auch mit scharfer Klinge unterwegs. Kein Vorbeikommen an dem schwächtigen Routinier, der beim Bälleklauen in die Rolle des noch verletzten Konrad Laimer schlüpfte. Darüberhinaus gewohnt emsig, stabil in seinen Pirouetten und mit feinem Auge für die Gassen hinein in Schalkes Hinterhof. Note: 2.

Christopher Nkunku: Das beste Spiel des Franzosen seit langem. Im linken offensiven Mittelfeld zeigte sich Nkunku spielfreudig und technisch wie immer außergewöhnlich. Das 1:0 schnappte ihm Schalkes Can Bozdogan durch ein Eigentor weg; das 2:0 bereitete er im Zusammenspiel mit Dani Olmo herausragend vor, als er sich erst durchsetzte und dann auf die andere Seite direkt auf Angelinos Platte flankte. Nach kleinem Tief ist der Hochbegabte auf dem Weg zurück zu alter Verfassung. Note: 2.

Dani Olmo: Tolles Zusammenspiel mit Forsberg & Co.. Zeigte als zentraler Spieler im spielstarken Viererverbund in der Offensive, dass RB – so virtuos wie bei einem Streichquartett – auch ohne etatmäßigen Stürmer erfolgreich sein kann. Drehte vor allem in der zweiten Halbzeit auf und nahm sich fünf Torschüsse und holte den Elfmeter heraus. Gutes Spiel des Spaniers. Note: 2.

Hier für den Spieler des Spiels abstimmen (Inhalte von Apester zulassen und grauen Button nach rechts ziehen):

Angeliño: Spielte so offensiv wie nie bisher bei RB. Nagelsmann beorderte den Linksverteidiger ins offensive Mittelfeld, wo er immer wieder auch selbst torgefährlich wurde. War in der 17. Minute frei vor dem Tor, erwischte den Ball aber nicht. Kurz darauf war er dann beim 2:0 per Flugkopfball zur Stelle (35.). Sehr gelungener Auftritt und neue Variante gegen tiefstehende Gegner, den Spanier so weit vorn zu bringen. Note: 2.

Emil Forsberg: War als falscher Neuner in ungewohnter Rolle als Stürmer unterwegs. Erledigte den Job gut, lief agil an und bereitete das 1:0 vor. Hätte selbst mehr Torgefahr ausstrahlen können, ein Torschuss ist zu wenig. Note. Note 2,5.

(RBlive/ukr/hen)