Freiburg trauert verpasster Chance hinterher

„Noch ein Tor und du bist plötzlich in der Champions League ...“

Das Tor zur Königsklasse war für den SC Freiburg zwischenzeitlich offen, am Ende reichte es nicht. Obwohl der SC es in die Euro League geschafft hat, waren Trainer und Kapitän enttäuscht.

Von dpa 15.05.2022, 12:00
„Wir haben dann hopp oder topp gespielt und verloren”: Freiburgs Trainer Christian Streich.
„Wir haben dann hopp oder topp gespielt und verloren”: Freiburgs Trainer Christian Streich. (imago/Mika Volkmann)

Nachdem die Freiburger die erste Champions-League-Teilnahme verpasst hatten, wurden sie von den Fans beim Gedanken ans Pokalfinale am kommenden Samstag gegen RB Leipzig aufgebaut: „Und wir holen den Pokal”, sangen die Freiburger Anhänger trotzig.

Doch die große Party fand auf der anderen Seite statt. Bayer Leverkusen hatte zwar schon vor dem 2:1 (0:0) gegen den SC die Champions League sicher. Doch der Abschied von Geschäftsführer Rudi Völler nach mehr als 23 Jahren im Verein machte den Tag zu einem der emotionaleren in der jüngeren Vereinsgeschichte.

Freiburgs Kapitän Günter: „Trotzdem tut es jetzt ein bisschen weh”

Für Freiburg platzte der Traum von der ersten Teilnahme an der Champions League bitter. Nach dem eigenen Ausgleich durch Janik Haberer (88.) fehlte beim Stand von 0:1 von Leipzig in Bielefeld zwischenzeitlich nur ein Tor für die Königsklasse. Nach dem Leipziger Ausgleich und dem späten 1:2 durch Exequiel Palacios war der Traum geplatzt. SC-Torhüter Mark Flekken war mit nach vorn gestürmt und Leverkusens argentinischer Stürmer schoss aus rund 50 Metern ins leere Tor. Dennoch wird Freiburg erstmals seit fünf Jahren und zum fünften Mal in der Vereinsgeschichte europäisch spielen.

„Wenn uns vor der Saison jemand gesagt hätte, dass wir Europa League spielen, hätte das kaum einer geglaubt. Trotzdem tut es jetzt ein bisschen weh, wenn man Ende da steht und die letzten beiden Spiele verliert”, sagte Kapitän Christian Günter: „Jetzt konzentrieren wir uns auf das Pokalfinale. Wir wollen das Ding unbedingt holen.”

Streich über Pokalfinale gegen RB Leipzig: „Keine Bedenken”

Trainer Christian Streich wirkte durchaus enttäuscht, die Stimme war hörbar mitgenommen. „Die Meldung aus Bielefeld hat nochmal Energie gegeben: Noch ein Tor und du bist plötzlich in der Champions League”, sagte er in Gedanken schwelgend: „In der Hektik habe ich nicht mitbekommen, dass Leipzig ausgeglichen hat. Wir haben dann hopp oder topp gespielt und verloren. Aber ich habe keine Bedenken, dass die Mannschaft nächste Woche nochmal alles reinhauen kann.” Auf die Frage, was er vor der Saison gesagt hätte, wenn ihm jemand einen Kampf um die Champions League bis zum letzten Spieltag vorhergesagt hätte, sagte er dann doch wieder schmunzelnd: „Dass er spinnt.”