Die RB-Spieler in der Einzelkritik

Vorzeitig den Saft abgedreht

Von Ullrich Kroemer Aktualisiert: 24.04.2022, 09:10
Kraftlose Start- und Schlussphase: Simakan, Orban und Laimer.
Kraftlose Start- und Schlussphase: Simakan, Orban und Laimer. (imago/Jan Huebner)

So haben wir die Spieler von RB Leipzig beim 1:2 gegen Union Berlin gesehen:

Peter Gulacsi: War bis zur 86. Minute stets auf dem Posten, rettete früh gegen Awiniyi und kurz vor der Pause gegen Prömel und hatte bei Trimmels Distanzknaller an die Latte auch mal Glück. Bekam dann aber kurz vor Schluss binnen drei Minuten keinen Ball mehr zu fassen, als Michel köpfte und ihm Behrens durch die Beine schoss. Note: 3,5.

Mohamed Simakan: Solide, zweikampfstarke Partie des Franzosen. Ging beim Herausspielen manchmal etwas viel Risiko, schaltete sich aber immer mal wieder auch nach vorn ein und schürzte Prömel. Ließ Awoniyi einmal zu leicht passieren. Note: 3.

Willi Orban: Der sonst so sichere Abwehrchef sah bei beiden Gegentreffern nicht gut aus. War beim ersten Unioner Tor nicht dicht genug an Michel und konnte Becker vorm Siegtreffer nicht an der Hereingabe hindern, sondern ließ sich den Ball durch die Beine spielen. Es wirkte, als sei ihm und den Leipzigern vorzeitig der Saft abgedreht worden. Note: 4.

Marcel Halstenberg: Hatte viele Ballkontakte (100), aber es fehlte die Konsequenz seines jungen Kollegen Gvardiol. Gewann nur ein Drittel seiner Zweikämpfe, gab zu viele Bälle her (15) und war etwa vor dem 2:1 nicht nah genug an Behrens, als er das Kopfballduell verweigerte. Note: 3,5.

Nordi Mukiele: Hatte zwei prägende Situationen in der zweiten Hälfte. Blockte in der 60. Gießelmanns Schuss aus kurzer Distanz ab, traf den Unioner dabei aber mit offener Sohle am Knie und hätte eigentlich mit Elfmeter bestraft werden müssen. Hatte wenig später die Großchance zum 2:0, als er auf der linken Seite auftauchte, hämmerte den Ball aber an den Pfosten. Sonst wenig Zwingendes, schwache Zweikampfquote (11 Prozent). Note: 3,5.

Tyler Adams: Um Engagement bemüht, gehörte in der ersten Hälfte zu den Besseren, verteidigte aufmerksam mit, aber mehr auch nicht. Ließ Becker vor dem 1:1 ohne Druck flanken. Note: 3,5. 

Kevin Kampl: Solides Spiel des Sechsers, ordnende Hand, reife Spielanlage, gute Zweikämpfe. An ihm lags nicht. Note: 3.

Angeliño: Steckt in der Schaffenskrise, hat gerade wenig entscheidende Szenen, war gegen Union kein Faktor, über seine linke Seite fielen beide Gegentore. Note: 4.

Emil Forsberg: Kam nur ganz selten in gefährliche Positionen, behauptete einige mit seiner Technik Bälle gut, aber erzeugte in der ersten Hälfte wie alle Leipziger null Torgefahr. Steigerte sich dann zu Beginn der zweiten Hälfte, als er Nkunku den Ball zur Flanke auflegte und bei einem Konter einen Ball intelligent durchließ. Note: 3.

Christopher Nkunku: Konnte gegen die bissigen Unioner diesmal auch nicht viel ausrichten, leitete aber Poulsens 1:0 durch seine Flanke ein. Einer der wenigen gelungenen Angriffe der Leipziger. Note: 3.

Yussuf Poulsen: Erzielte seinen sechsten Saisontreffer sehenswert mit Links. Ackerte viel, hatte aber sonst keinen weiteren Torabschluss. Note: 2,5.

Konrad Laimer (63.): Kurbelte das Spiel an, als er nach einer guten Stunde reinkam, hatte Zug zum Tor, war aber zu unpräzise im Strafraum. Note: 3.

Dani Olmo (63.): Brachte wie Laimer etwas Bewegung, aber machte keinen Unterschied. Note: 3.

André Silva (63.): Gewann keinen Zweikampf und hatte keinen Abschluss oder gute Szene im Strafraum. Zu wenig Druck auf die Unioner Abwehrspieler vor den Gegentoren. Note: 4.*

*Wir bewerten nur Spieler, die vor der 70. Minute eingewechselt wurden.

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