RB Leipzig

Wachablösung bei Red Bull? Salzburg gewinnt erneut in der Champions League, RB Leipzig mit null Punkten

Von (RBlive/dpa/fri) 21.10.2021, 00:54
Salzburgs Karim Adeyemi freut sich über sein Tor gegen Wolfsburg.
Salzburgs Karim Adeyemi freut sich über sein Tor gegen Wolfsburg. imago images/GEPA pictures

Die Fans von RB Salzburg feierten ihr Team um den starken deutschen Nationalspieler Karim Adeyemi mit lauten Sprechchören, die Spieler des VfL Wolfsburg gingen mit schweren Schritten enttäuscht Richtung Gästekurve. Mit einem Champions-League-Abend zum Vergessen setzten die Niedersachsen am Mittwoch durch das 1:3 (1:1) bei den jungen Turbo-Fußballern aus Salzburg ihren Negativlauf fort. Angeführt von Adeyemi und dem Doppel-Torschützen Noah Okafor zeigten die österreichischen Gastgebern dem VfL vor allem nach der Pause die Grenzen auf.

Salzburg hat damit anders als Schwesterklub RB Leipzig, der nach dem 2:3 gegen Paris Saint-Germain tags zuvor weiter auf den ersten Punkt in der Königsklasse wartet, exzellente Chancen das Achtelfinale zu erreichen. Es ist - zumindest in der aktuellen Spielzeit - eine kleine Wachablösung in der Red-Bull-Hierachie. Und die ist umso höher zu bewerten, weil die Salzburger Leistungsträger fast jedes Jahr nach Leipzig oder zu anderen europäischen Topklubs wechseln.

Renato Steffen: "Amateurhaft, wie wir die Ecken verteidigt haben"

Der 19 Jahre alte Adeyemi brachte das RB-Team des erst 33 Jahre alten Trainers Matthias Jaissle bereits in der 3. Minute in Führung. Zwar glich Lukas Nmecha - gemeinsam mit Adeyemi im Mai und Juni U21-Europameister geworden - nach einer Viertelstunde per Kopf für Wolfsburg aus. Doch der ebenfalls erst 21-jährige Okafor sorgte vor 29 520 Zuschauern mit einem Doppelpack (65./77.) jeweils nach Eckbällen für die Entscheidung. „Es war amateurhaft, wie wir die Ecken verteidigt haben. Das müssen wir abstellen“, meinte VfL-Profi Renato Steffen.

Während Salzburg seine Spitzenposition in Gruppe G mit nun sieben Punkten festigte, wird das Weiterkommen für die erneut enttäuschenden Wolfsburger mit nur zwei Zählern zu einem immer schwierigeren Projekt. Am 2. November muss daher im nächsten Spiel dringend ein Sieg gegen Österreichs Serien-Meister her.

Wolfsburg siegte gegen RB Leipzig

Nach sehr gutem Saisonstart, darunter auch ein Sieg gegen RB Leipzig, haben die Niedersachsen wettbewerbsübergreifend nun siebenmal nacheinander nicht gewonnen. In Salzburg fehlte es ohne den mit dem Coronavirus infizierten Top-Torjäger Wout Weghorst vorne an Durchschlagskraft. In der Abwehr leistete sich der VfL gleich mehrere Unkonzentriertheiten.

Das zeigte sich schon in der Anfangsphase: Die Wolfsburger waren noch nicht richtig im Spiel angekommen, da lagen sie schon zurück. Nach tollem Pass von Salzburgs Nicolas Seiwald ließ sich VfL-Verteidiger Kevin Mbabu von Adeyemi überrumpeln. Das derzeit von Bayern München und Borussia Dortmund umworbene Talent nahm den Ball im vollen Lauf mit und ließ Wolfsburgs Schlussmann Koen Casteels keine Chance.

Nach dem Wechsel erhöht Red Bull Salzburg den Druck

Der deutsche Bundesligist hatte noch Glück, als Okafor nach einem erneut herausragend langen Pass von Seiwald den Ball gekonnt aufnahm, mit seinem Schuss aus sieben Meter aber nur die Latte des VfL-Tores traf. Um so überraschender fiel der Wolfsburger Ausgleich durch Nmecha: Nach einem starken Eckball von Arnold stand der Weghorst-Ersatz richtig. Danach bekam das Gäste-Team Partie und Gegner besser in den Griff. Nmecha (39.) hatte sogar die Möglichkeit zur Führung, wurde aber im letzten Moment geblockt.

Nach dem Wechsel erhöhten die Salzburger wieder den Druck. Adeyemi (57.) scheiterte per Hacke nach einem Eckball noch. Acht Minuten später war dann der agile Okafor erfolgreicher. Und der Schweizer legte weitere zwölf Minuten später ebenfalls nach einem Eckball nach. Von Wolfsburg war danach nichts mehr zu sehen.