RB Leipzig

"Region bis Berlin": RB Leipzig verfolgt neue Strategie bei Talenten

Von (RBlive/msc) 11.03.2021, 18:00
Oliver Mintzlaff verspricht sich von Talenten zukünftig mehr.
Oliver Mintzlaff verspricht sich von Talenten zukünftig mehr. imago/motivio

In den vergangenen Jahren konnte man bei RB Leipzig immer wieder beobachten, dass es der eigene Nachwuchs schwer hat, mit dem steigenden Niveau der Profimannschaft Schritt zu halten. Daran konnten auch teure Einkäufe von begehrten Talenten aus dem Ausland wenig ändern. "Bis jetzt war es so, dass sich das hohe Investment im Nachwuchs oft nicht ausgezahlt hat. Wir haben zum Teil für talentierte Spieler zu viel bezahlt, die es dann doch nicht zu den Profis geschafft haben", gab Oliver Mintzlaff gegenüber der Bild-Zeitung zu.

Neuer Fokus auf den regionalen Markt

Unter Julian Nagelsmann sind die Einsätze von Lazar Samardzic, Joscha Wosz und Dennis Borkowski ein Fingerzeig, dass der Verein weiter daran arbeitet, dies zu ändern. Und zwar mit einem neuen Ansatz: Leipzig will sich jetzt vorrangig auf den deutschen Markt konzentrieren. Und dort besonders "auf die Region, das Einzugsgebiet bis Berlin." Wie bei Samardzic, den RB für 500.000 Euro direkt zu den Profis holte.

Internationale Talente sind teuer - und gingen oft ablösefrei

Die Strategie, junge Spieler auch vom internationalen Markt für vergleichbar kleines Geld schon in der U17 zu verpflichten und entweder zu Bundesligaspieler zu machen oder mit größerem Gewinn zu verkaufen, ging hingegen zu oft nicht auf: Noah Holm (für 550.000 Euro/Strömsgodset IF) ging ablösefrei zu Vitoria Guimaraes nach Portugal. Mads Bidstrup (2 Millionen Euro/FC Kopenhagen) wechselte zur Reserve des FC Brentford. Noah Ohio (unbekannte Ablöse/Manchester City) ist aktuell an Vitesse Arnheim verliehen. Matthew Bondswell kam 2018 von Nottingham Forrest und schließt sich nun gerüchteweise nach der beendeten Leihe in Dordrecht ablösefrei Newcastle United an. Solomon Bonnah (130.000 Euro/Ajax Amsterdam), Hugo Novoa (unbekannte Ablöse/Deportivo La Coruna) und Gustav Grubbe (503.000 Euro/Odense BK) spielen noch in der U19 bei RB.

Immerhin: Auch Ibrahima Konaté, heute millionenschwer, hatte sogar anfangs noch in der U19 gespielt, war aber schon auf dem Sprung in den Männerfußball. Und für ihn bezahlte RB keine Ablöse.

Demirovic startete beim SC Freiburg durch

Allerdings wurden auch in Deutschland bereits junge Spieler gekauft, die es nicht in Leipzig schafften. Ermedin Demirovic und Vitaly Janelt (je 100.000 Euro/Hamburger SV) spielen mittlerweile beim SC Freiburg und beim FC Brentford. Demirovic ging zuvor ablösefrei nach Spanien, für Janelt erhielt RB Leipzig zumindest eine höhere Ablöse nach Leihe zum VfL Bochum.

Leihgaben sollen langfristig bei RB bleiben

Bislang wurde bei RB eine Leihgabe nie mit einer erfolgreichen Rückkehr abgeschlossen. Deswegen wurde intern mit dem neuen Konzept nicht nur ein regionalerer Fokus gesetzt, mit dem Leipzig das Geschäft mit den Talenten erfolgreicher gestalten will. RB hat auch personell umstrukturiert und baut ein "Career Center" auf. Zukünftig sollen die Hoffnungsträger "gezielt ausgeliehen und gleichzeitig an uns gebunden werden."