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  5. Kader 2 gegen Serbien: Janelts Weg vom DFB-Rauswurf über RB Leipzig zum Debüt

Nations League gegen Serbien Zehn Jahre nach Rauswurf: Ex-RB-Talent Janelt vor erstem A-Länderspiel

Vor zehn Jahren flog Vitaly Janelt nach einem Eklat aus der deutschen U19 und wurde bei RB Leipzig hart bestraft. Nun steht der 28-Jährige vor seinem ersten Einsatz für die A-Nationalmannschaft.

29.09.2026, 11:10
Ex-RB-Talent Vitaly Janelt, jetzt beim FC Brentford, steht vor seinem Debüt für das DFB-A-Team.
Ex-RB-Talent Vitaly Janelt, jetzt beim FC Brentford, steht vor seinem Debüt für das DFB-A-Team. Foto: Imago/ News Photo

Leipzig/hen – Fast auf den Tag zehn Jahre nach einem der aufwühlendsten Momente seiner Karriere könnte Vitaly Janelt erstmals für die deutsche A-Nationalmannschaft auflaufen. Am Donnerstag trifft das Team von Bundestrainer Jürgen Klopp auf Serbien. Der 28 Jahre alte Mittelfeldspieler des FC Brentford gehört zum Kader.

Wasserpfeife in Albanien

Wer hätte das noch für möglich gehalten? Im Herbst 2016 hatte für den ehemaligen Nachwuchsspieler von RB Leipzig alles danach ausgesehen, als wäre seine DFB-Karriere beendet, bevor sie so richtig begonnen hat. Janelt war mit der deutschen U19 auf einer EM-Qualifikationsreise nach Albanien, soll mit seinem Leipziger Mannschaftskollegen Idrissa Touré eine Shisha mitgebracht und geraucht haben. Es entsteht zudem ein Brand im Zimmer (später als Brandfleck bezeichnet), während beide beim Training waren. Sie wurden deshalb vorzeitig nach Hause geschickt.

Vor allem in Leipzig sorgte der Vorfall für Empörung. Janelt und Touré waren in Sachen Disziplin keine Lämmer. Immer wieder kamen beide zu spät zum Training oder bestellten sich unerlaubt Pizza ins Internat. Der Wasserpfeifenvorfall war also nur der Tropfen, der zwei Fässer überlaufen ließ. Vor allem Sportdirektor Ralf Rangnick war außer sich. 

Rangnicks Strafen: heftige Debatte

Beide Teenager mussten das Internat verlassen, wurden bis zum Jahresende aus dem Mannschaftstraining genommen und vom Spielbetrieb ausgeschlossen. Hinzu kamen eine hohe Geldstrafe und mehrere hundert Stunden Sozialarbeit in einer Kindertagesstätte. Das Strafmaß sorgte damals für heftige Diskussionen. Vor allem, weil beide den Vorfall vehement bestritten.

Für Janelt markierte es zugleich einen Wendepunkt. Der gebürtige Hamburger war 2014 vom HSV nach Leipzig gewechselt, hatte in Leipzig als großes Talent gegolten und erst wenige Monate vor dem Vorfall seinen ersten Profivertrag unterschrieben. Doch Anfang 2017 beendeten RB und der Hamburger ihre Liaison. Janelt ging auf Leihbasis zum VfL Bochum, und wechselte später fest.

Janelt lobt RB-Sportdirektor

VfL-Sportvorstand Christian Hochstätter sagte zu jener Zeit über den Vorfall: "In meinen Augen kann ein 18-Jähriger auch mal eine Shisha rauchen, ohne dass er dafür büßen muss." Und weiter: Gemessen an Dingen aus seiner eigenen Profizeit sei das, "was Vitaly gemacht hat, wirklich noch harmlos".

Vom VfL führte der Weg des defensiven Mittelfeldspielers 2020 nach England zum FC Brentford. Mit dem Klub stieg er 2021 in die Premier League auf und entwickelte sich zum Stammspieler. 166 Einsätze (zwölf Tore, zwölf Vorlagen) in Englands höchster Spielklasse stehen inzwischen für ihn zu Buche. 

Erstmals für A-Team?

Jahre später bezeichnete Janelt Rangnick ausdrücklich als „very, very good manager“, lobte dessen Disziplin und seine Fähigkeit, junge Spieler zu entwickeln. Auch für den DFB war der Rauswurf von 2016 nicht das finale Ende. Janelt spielte später für die U20 (zwei Spiele) und die U21 (zehn Spiele), mit der er 2021 Europameister wurde. 

Nun könnte sich der Kreis endgültig schließen: Zehn Jahre nach dem Rauswurf aus der U19 steht der ehemalige Leipziger vor seinem ersten Einsatz für die deutsche A-Nationalmannschaft.