Kaderumbruch Teil zwei: Welcher Topklub zieht Lukebas Kaufoption?
RB Leipzig baut mithilfe von Jürgen Klopp an einem neuen Kader für die kommenden Spielzeiten. Viele Verträge laufen ab 2026 aus, Routiniers wie Peter Gulacsi oder Kevin Kampl gehen in ihre letzten Spielzeiten und manche Profis halten den Erwartungen nicht stand. RBlive gibt einen Überblick. Teil zwei: die Abwehr.

Leipzig – RB-Trainer Marco Rose hat vergangene Woche einen weiteren Hinweis darauf gegeben, dass RB Leipzig nach dem Ende dieser Saison den Kader umbauen wird. Anlass gibt vor allem die aktuelle Spielzeit, in der sein Personal den Erwartungen hinterherläuft. In der Meisterschaft liegt der Red-Bull-Kader drei Punkte hinter einem Champions-League-Platz, in der Königsklasse setzte es in acht Spielen sieben Niederlagen.
RBlive gibt einen Überblick über die einzelnen Mannschaftsteile, die Rose und Red-Bull-Fußballchef Jürgen Klopp in den Blick nehmen. Teil zwei widmet sich der Abwehr.
"Willi" unersetzlich
Willi Orban (32, Innenverteidiger, Vertrag bis 2027): Dass der Kapitän RB im Sommer verlässt, ist so wahrscheinlich wie ein Ausstieg von Hauptsponsor Red Bull aus dem Rasenballsportverein. Dem ungarischen Nationalspieler stecken 345 Spiele für die „Roten Bullen“ in den Knochen. Als Kapitän, mehr noch aber als Organisator und aufgrund seiner Torgefährlichkeit ist „Willi“ im Kader und in der Kabine so gut wie unersetzlich. Nach Karriereende soll er eines Tages einen Job im Klub übernehmen.
Lutsharel Geertruida (24, Innen- und Rechtsverteidiger, Vertrag bis 2029): Es gibt Spieler, die schlagen sofort ein bei RB. Der Niederländer gehört nicht dazu. Zwar war der Zugang von Feyenoord in seiner ersten Saison in bislang 30 Spielen im Einsatz, 25 Mal davon in der Startelf, doch seine unsteten Leistungen haben dazu beigetragen, dass RB bis dato 33 Gegentreffer kassiert hat. In dieser Verfassung ist der Innenverteidiger keine wirkliche Verstärkung für die RB-Defensive. Trainer Rose ist aber großer „Lutscher“-Fan, der Rechtsfuß wird also weiter seine Einsatzchancen bekommen.
"Klosti" polyvalent
Lukas Klostermann (28, Innen- und Rechtsverteidiger, Vertrag bis 2028): Man glaubt es kaum, aber Klostermann ist noch keine 30. Trotzdem wirkt der ehemalige Nationalspieler diese Saison wie ein Profi, der sein Karriereende vor sich sieht. War oft verletzt, und wenn nicht, dann Ersatzspieler. Entweder er bleibt in der zweiten Reihe, oder aber der Rechtsfuß bittet die Klubführung, ihn gehen zu lassen, um es woanders nochmal als Stammkraft zu probieren. Allerdings, Rose hat keinen zweiten Spieler, der so widerspruchslos Reservespieler ist und den er – polyvalent – trotzdem jederzeit ins Getümmel werfen kann.
Castello Lukeba (22, Innenverteidiger, Vertrag bis 2029): Der linke Innenverteidiger hat momentan seinen Stammplatz an El Chadaille Bitshiabu verloren. Trotzdem liegt sein Marktwert bei 50 Millionen Euro. Wenn RB also im Sommer einen Spieler verkauft, dann den Franzosen, für den sich gerüchteweise Real Madrid interessiert. Es gibt offenkundig gleichwertigen Ersatz. Fragt sich nur, ob die Spanier – oder ein anderer Topklub – die in diesem Sommer 90 Millionen Euro schwere Kaufoption zieht. Eher wahrscheinlich ist, dass RB ab 50, 60 Millionen Euro gesprächsbereit ist. Allemal, wenn die Champions League nicht erreicht wird und Geld in die Kasse kommen muss. Ein Abgang ist recht wahrscheinlich.
"Chad" erfahren
El Chadaille Bitshiabu (19, Innenverteidiger, Vertrag bis 2028): Vor der Saison hatte es den Plan gegeben, den jungen Franzosen für mehr Spielzeit zu verleihen. Mittlerweile ist man froh, dass der großgewachsene Linksfuß geblieben ist, weil er sich unbedingt beweisen wollte. Er hat Lukeba verdrängt und spielt bereits wie ein erfahrener Profi auf seiner Position. Weder steht also eine Leihe noch ein Verkauf im Raum. Bitshiabu wird sich bei RB weiter etablieren und seinen Weg gehen.
David Raum (26, Linksverteidiger, Vertrag bis 2027): Der linke Außenverteidiger ist gesetzt und gehört zum unersetzlichen Stammpersonal bei RBL; er wird es also auch bleiben. Aller Voraussicht nach stehen demnächst Vertragsgespräche an.
Kosta mutig
Benjamin Henrichs (28, Rechts- und Linksverteidiger, Vertrag bis 2028): Der Nationalspieler ist derzeit an der Achillessehne verletzt und bis Sommer außer Gefecht. Ein Verkauf steht also nicht zur Debatte, eine Leihe auch nicht. Trotzdem wird die Entwicklung des Rechtsverteidigers kritisch verfolgt. Der Gute-Laune-Kumpel der Kabine ist mittlerweile genauso intensiv mit Hip-Hop-Songs, Comeback-Clips und Social-Media-Auftritten beschäftigt wie in der Reha. Gleichzeitig stagnierten seine Leistungen zuletzt. Mit Ridle Baku und Kosta Nedeljkovic hat RB für Ersatz gesorgt.
Ridle Baku (26, Rechtsverteidiger, Vertrag bis 2027): Baku kam im Winter für Henrichs aus Wolfsburg. Nach anfänglichen Anpassungsschwierigkeiten kommen seine Talente immer mehr zur Geltung. Er ist der schnellste Spieler der Liga, er hat Technik und Wille. Was ihm fehlt, ist Mut, mal ins Dribbling oder bei finalen Pässen auch mal ins Risiko zu gehen. Seine Flanken sind ebenfalls entwicklungsfähig. In dieser Verfassung aber ist er eine gute Ergänzung zum Kader, allemal er Verantwortung vor den Mikrophonen übernimmt. Vermutlich gibt es im Sommer Gespräche über eine Verlängerung seines Vertrages.
Kosta Nedeljkovic (19, Rechtsverteidiger, Leihe): Noch ist der Serbe nur geliehen von Aston Villa. Doch es gibt eine Kaufoption über zehn Millionen Euro, die RB vermutlich ziehen wird. Der Abwehrspieler überzeugt im Training mit Dynamik, Technik und Mut.