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Von Ullrich Kroemer

Analyse zum Einbruch in der zweiten Hälfte Himmel und Hölle in einem Spiel

Schwarz-Gelbe Übermacht: Angeliño umringt von Dortmunds Mittelfeld-Defensive.

Schwarz-Gelbe Übermacht: Angeliño umringt von Dortmunds Mittelfeld-Defensive.

Julian Nagelsmann ist selten ratlos. Aber warum RB Leipzig nach außerordentlich aggressivem und kompaktem Spiel in der ersten Hälfte gegen Borussia Dortmund in der zweiten Hälfte plötzlich einbrach und das Spitzenspiel mit 1:3 verlor, konnte sich auch der RBL-Trainer zunächst nicht so recht erklären.

„Wir haben in der Halbzeit Dinge besprochen, die wir dann trotzdem in der zweiten Halbzeit nicht gut gemacht haben: Wir haben Dortmund immer ins Vorwärtsverteidigen reingespielt, haben gar keine Tiefe mehr entwickelt, haben es Dortmund sehr einfach gemacht”, wunderte sich Leipzigs Trainer. Und auch das, was RB in Hälfte eins auszeichnete, gelang plötzlich nicht mehr, als hätten die Leipziger Sicherheit und Selbstvertrauen in der Kabine vergessen. „Wir hatten nicht mehr die Struktur, hatten größere Abstände und einfach zu viele Ballverluste”, analysierte der Trainer. Als wäre es ein anderes Spiel. „Wir haben viele ganz einfache Bälle verloren, auch in vorderster Linie”, monierte Routinier Willi Orban. „Es lag an uns, dass wir nicht an die gute erste Hälfte angeknüpft haben.”

Terzic: „Brauchen immer das Angebot in die Tiefe”

In den ersten 45 Minuten – vor allem in den ersten 35 – hatte RB die Schwarz-Gelben so dominant beherrscht wie ein Spitzenteam den Underdog. Zwar wollte Dortmund die Leipziger durchaus auch mit dem Ball an den Füßen kommen lassen, aber Kalkül, Gegner und Ball so viel hinterherzurennen, war es nicht. „Den offensiveren Ansatz der zweiten Hälfte wollten wir auch schon in der ersten Hälfte zeigen, das hat nur noch nicht so gut geklappt”, sagte BVB-Trainer Edin Terzic.

In der Halbzeit hatte Dortmunds Interimstrainer seinen Spielern gesagt: „Wir brauchen immer das Angebot in die Tiefe, aber nicht jedes Mal den Ball dahin. Manchmal reicht das Angebot, um den Raum zu öffnen und dann zu kombinieren.” So rissen die Gäste Lücken in den RB-Verbund.

Reus: „RB mit Ballbesitz zur Rückwärtsbewegung gezwungen”

Weil Dortmund plötzlich selbst so aggressiv nach vorn verteidigte wie zuvor RB und den Gegner stresste und entnervte – Paradebeispiel: Hummels gegen Poulsen – bekam Dortmund mehr Ballbesitz und Räume. „Wir haben Leipzig mit mehr Ballbesitz zur Rückwärtsbewegung gezwungen”, erklärte Kapitän Marco Reus. „Und dann sind wir nicht so schlecht.”

Zudem war der Unterschiedsspieler einmal mehr Erling Haaland. Nach einer ersten Hälfte, in der der Norweger komplett abgemeldet war, befreite sich der Hüne aus der Umklammerung, weil er plötzlich Zuspiele seiner Kollegen bekam. „Wenn Dortmund freie Flächen vor der Kette hat, haben sie unglaubliche Qualität”, sagte Nagelsmann und erläuterte: „A) einen Stürmer, der unglaublich flink ist, gutes Timing und gute Laufwege hat und B) Spieler mit Qualität drumherum, die ihm die Bälle durchstecken.”

Haaland macht den Unterschied

Wie Haaland zu verteidigen ist, zeigte RB in Hälfte eins – nämlich nur, wenn er in der Luft hängt und keine Bälle bekommt. „Aber nicht, wenn die Spieler drumherum Platz haben und er Eins-gegen-Vier-Situationen lösen kann”, sagte Nagelsmann. So wie vor dem 2:0, als sich der Ausnahmestürmer sogar allein gegen fünf Leipziger durchsetzte und sein eigenes Tor einleitete (71.). Auch das 1:0 initiierte der Angreifer über die rechte Seite, das 3:0 schoss er abermals selbst. Das 25. Tor des Hünen im 25. Bundesliga-Spiel – ein Novum. „Eine unfassbare Quote, deswegen wollten wir ihn ja auch”, sagte Nagelsmann. Einen Stürmer in Haalands Verfassung hat RB derzeit nicht einmal ansatzweise.

So zeigte RB in einem Spiel zwei komplett unterschiedliche Gesichter. In der ersten Hälfte eine so beherrschende Leistung wie in den ersten 30 Minuten im Rückspiel gegen Manchester United – allein die Klarheit vor dem Tor fehlte. Und in der zweiten Hälfte einen so ungeordneten Auftritt wie in der zweiten Hälfte im Hinspiel bei Man United, als Leipzig mit 0:5 untergegangen war. Die beiden Pole des Leipziger Leistungsvermögens – zumindest was das Spiel gegen den Ball angeht – zusammengefasst in einem Spiel. (RBlive/ukr)