Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um Ihren Besuch bei uns zu verbessern.

Von Martin Henkel, Ullrich Kroemer

Erlösung von der Bank Die Einzelkritik nach dem 3:0 gegen Bochum

Jubeltraube: Spieler wie Mo Simakan (vorn) feiern das erlösende 1:0 gegen Bochum

Jubeltraube: Spieler wie Mo Simakan (vorn) feiern das erlösende 1:0 gegen Bochum

So haben wir die Spieler von RB Leipzig beim 3:0 (0:0) gegen Bochum gesehen:

Peter Gulacsi: Durfte zum dritten Mal in dieser Saison mit weißer Weste nach Hause fahren. Hatte lange nicht wirklich viel zu tun, bekam dann in den Schlussminuten Arbeit, als Bochum das 1:3 auf dem Fuß hatte. Solide Leistung, an der Spieleröffnung kann er arbeiten. Note: 2,5.


Tyler Adams: Funktionierte rechts in der Fünferkette nicht wirklich. Hatte auf der ungewohnten Position auch Probleme, sich den giftigen Bochumern zu erwehren. Drehte dann nach der Umstellung in der zweiten Halbzeit auf der Sechs auf, kreierte gefährliche Situationen und leitete das 2:0 maßgeblich mit ein. Note: 3.


Lukas Klostermann: War als Ersatz für den erkälteten Willi Orban in der Dreier-, später Viererkette in der ersten Hälfte mächtig unter Druck und hatte Probleme im Spielaufbau, leistete sich aber auch keine großen Fehler. Note: 3.


Mohamed Simakan: Hängte sich im Abwehrzentrum leidenschaftlich in die Zweikämpfe rein, gewann 13 seiner 14 direkten Duelle und schubste anders als gegen Brügge diesmal auch nicht ständig seine Gegenspieler. Den Spielaufbau überließ er mehr seinen Nebenleuten, hatte einen in der ersten Hälfte einen Ausflug über die Mittellinie. Note: 2,5. 

Josko Gvardiol: Leistete sich 22 (!) Fehlpässe und spielte dem Gegner nicht nur einmal auch in wichtigen Zonen die Bälle in den Fuß. War anfangs mit der Situation überfordert, doch das ist für einen 19-Jährigen ein Lernprozess. Zeigte später, dass er sich in der Viererkette wohler fühlt und bereitete Nkunkus 3:0 mit einem tollen Chipball vor. Note: 3,5. 


Angeliño: Anders als gegen Hertha keine gute Partie des kleinen Spaniers. War nur anfangs präsent und wirkungsvoll, tauchte dann ab. Auch er konnte die Probleme im Spielaufbau zu selten lösen und wurde gut zugestellt. Musste nach einer Stunde weichen. Note: 4.  


Kevin Kampl: Eigentlich wäre es an dem Routinier, das Spiel an sich zu reißen und die Probleme spielerisch zu lösen. Doch das schafft Kampl bei aller Präzision (Passquote: 97 Prozent) gerade nicht. Wird wie gegen Brügge in Manndeckung genommen und gerät dabei selbst in Stress. Wird als Schlüsselspieler vom Gegner gerade aus dem Spiel gekommen. Ist als Leader aber zu wenig präsent. Note: 3.


Amadou Haidara: Kehrte für den zuletzt bleichen Laimer auf die Sechs zurück. Spielte solide, brachte Power und Technik zurück ins defensive Zentrum. Gewann allerdings nur 36 Prozent seine Zweikämpfe - ausbaufähig auf dieser Position. Ersetzte ab der 61. Minute Angelino auf der linken Außenbahn, was bestimmt nicht sein Lieblingssoziotop werden wird. Note: 3.

Christopher Nkunku: Zweiter Doppelpack in der Liga, der achte Treffer insgesamt in dieser Saison - läuft für den jungen Franzosen, den Marsch immer mehr zum Nachfolger von Speed-Torschütze Timo Werner umfunktioniert. War auch mal wieder der schnelleste Spieler auf dem Platz. Dürfte dennoch einen Rüffel erhalten, weil er vor der Pause ein todsicheres Ding selbst verwandeln wollte, wo er nur zu Poulsen hätte rüberlegen müssen; scheiterte mit seinem Schuss an Riemann. Note: 1,5.


Emil Forsberg: Ein Auftritt mit viel Leidenschaft. Kam in den Anfangsminuten zu guten Torchancen, die er aber entweder an die Latte (32.), gegnerische Füße oder in VfL-Keeper Riemanns Handschuhe schoss (28.). Musste teils weite Wege gehen, weil Kevin Kampl manngedeckt wurde und somit beim Spielaufbau ein Strippenzieher fehlte. Baute nach der Pause merklich ab und ward nicht mehr gesehen. Note: 2,5.


Yussuf Poulsen: Mister Chancentod. So viele Hundertprozenter hat der Däne lange nicht mehr versemmelt. Er hätte bis zur Pause Minimum zwei Tore erzielen müssen, zudem wurde ihm ein Elfmeter verwehrt, den der Schiedsrichter nach TV-Studium zurücknahm. Scheiterte jedes Mal an sich selbst - seinem Fuß, seiner Stirn, seinem Timing, dem Ball. Wenn er die Dinger reinmacht, ist er der Held des Abends, so blieb ihm die andere Rolle. Er wirds verschmerzen können. Note: 3,5.

Nordi Mukiele (61.): Schmorte wegen mangelnder defensiver Disziplin und Rückfall in Laschi-Zeiten auf der Bank. Spielte nach seiner Einwechslung konzentriert und mit Engagement, ohne Glanzlichter aber. Kam auf 17 Ballkontakte und eine ansehnliche Passquote (80 Prozent) Note: 3.


Dominik Szoboszlai (69.): Sagte nach dem Spiel, er sei angefressen gewesen, nicht von Beginn an gespielt zu haben. Bewies damit Ehrgeiz, den er nach seiner Einwechslung sofort in die Ecke steckte, die seine erste Aktion im Spiel markierte. Traf damit die Stirn von Andre Silva, das 1:0, der Dosenöffner sozusagen. War maßgeblich beteiligt, dass RB acht Minuten lang Bochum effizient auseinander nahm. Danach keine weiteren Argumente für eine Rückkehr in die Startelf geliefert. Note: 2,5.


Andre Silva (69.): Ein Tor, eine Vorlage - beste Ausbeute für den zweitbesten Schützen der vergangenen Saison, seit er bei RB Leipzig ist. Brauchte für das erste Tor 42 Sekunden!  Note: 1,5.

* Wir bewerten nur Spieler, die vor der 70. Minute zum Einsatz kamen.

(RBlive/hen/ukr)