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Von Ullrich Kroemer

„Ins Zittern gebracht” RB fehlt Seriosität und Selbstverständnis für Siege

Geschlagene Leipziger Gang: Nach dem 2:2 ließen die Spieler die Köpfe hängen wie nach einer Niederlage.

Geschlagene Leipziger Gang: Nach dem 2:2 ließen die Spieler die Köpfe hängen wie nach einer Niederlage.

Es muss Julian Nagelsmann in diesen Wochen so vorkommen wie ein Déjà-vu, wenn er nach Heimspielen vor die Mikrofone tritt. Mit reichlich Frust im Bauch musste RB Leipzigs Trainer auch nach dem 2:2 gegen Fortuna Düsseldorf Fragen zum Heimkomplex seines Teams beantworten. Fünf Heimremis' hintereinander sind schließlich kein Zufall. Eine solch lange sieglose Serie in der eigenen Arena, die immer eine Festung war, hatte Rasenballsport noch nie.

Dabei war RB trotz der missratenen ersten Hälfte mal nicht in Rückstand geraten, sondern hatte durch den Doppelschlag von Kevin Kampl und Timo Werner vermeintlich komfortabel geführt. Und dennoch entglitt RBL die Partie in der Schlussphase wie bereits gegen Paderborn – wenngleich RB da die gesamte zweite Hälfte nur zu zehnt agieren musste.  

Nagelsmann: „Nach dem 2:1 auf einmal nachgedacht”

„Als wir 2:0 geführt haben, hatte ich schon gehofft, dass wir das Selbstverständnis haben, das Ding auch nach Hause zu bringen”, sagte Nagelsmann nun enttäuscht. Doch statt Siegermentalität zu zeigen, wankt das Team gerade auch psychisch. „Das 2:1 hat uns ins Zittern gebracht, da hat man gemerkt, dass die Jungs auf einmal nachgedacht haben”, beobachtete auch Nagelsmann.

Vor allem der Anschlusstreffer ärgerte den Trainer, weil sein Team da schlecht verteidigte „Das erste Tor war eigentlich einfach zu verteidigen. Da war der Gegner schon weg vom Tor, den lassen wir wieder ins Zentrum kommen”, sagte Nagelsmann. Beim 2:2 fehlten dann Entschlossenheit und der letzte Wille, den Sieg nicht herzuschenken. Bereits der fünfte Gegentreffer nach Standards im vierten Geister-Heimspiel. Die Anfälligkeit nach ruhenden Bällen wächst sich wie einst in der Schlussphase der Saison 2018/19 unter Ralph Hasenhüttl zum Trauma aus.

Marcel Halstenberg machte dafür auch Naivität verantwortlich. „Wir hätten das einfach besser runterspielen müssen, aber wir kriegen  zwei einfach Gegentore. Der Trainer glüht innerlich und wir Spieler auch”, sagte der „wütende” Nationalspieler, der beim Ausgleich eine Etage tiefer in der Luft stand als Torschütze André Hoffmann. „Hintenraus fehlt die Seriosität. Wir probieren halt, nach vorn zu spielen und noch Tore zu machen, aber vernachlässigen die Defensive”, ärgerte sich der Abwehrmann. „Die letzten zehn Minuten sind katastrophal gelaufen.”

Frage der grundsätzlichen taktischen Ausrichtung?

Also auch eine Frage der grundsätzlichen taktischen Ausrichtung? Die in der Schlussphase eingewechselten Offensivspieler Ademola Lookman und Amadou Haidara nahmen dem Team Kompaktheit und Stabilität. Dass Timo Werner nicht mehr auf dem Platz stand, machte es den Düsseldorfern laut Trainer Uwe Rösler leichter, da sie nicht mehr auf die extreme Schnelligkeit Werners zu achten brauchten, höher stehen und mit Macht und Mentalität alles nach vorn werfen konnten.

Nun stehen den körperlich und mental angeschlagenen Leipzigern zwei echte Bewährungsproben gegen den BVB und in Augsburg bevor. „Die sichere Champions-League-Qualifikation ist jetzt wieder verbunden mit viel Druck”, sagte Nagelsmann. „Gegen eine gute Dortmunder Mannschaft müssen wir nach nur zwei Tagen Pause an die Grenzen gehen und über 90 Minuten hinweg ein anderes Gesicht zeigen.” RB müssen von Beginn an anders auftreten, forderte Nagelsmann. „Es ist jetzt zum wiederholten Male so, dass wir eine unfassbar schlechte Halbzeit spielen. Das muss deutlich besser werden. Wenn wir so spielen wie in den ersten 30 Minuten der zweiten Hälfte haben wir gute Chancen zu gewinnen.”