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von Ullrich Kroemer

Partisanen hinter feindlichen Linien: RB Leipzigs Spieler in der Einzelkritik

Schick macht den Flieger: Der Tscheche erzielte das 3:3 gegen Dortmund.

Schick macht den Flieger: Der Tscheche erzielte das 3:3 gegen Dortmund.
Copyright: Imago/Nordphoto.

Das 3:3 bei Borussia Dortmund war die wundersamste Auferstehung der Leipziger in dieser Saison. Die Einzel-Zeugnisse der Spieler:


Peter Gulacsi: Nach zwei Patzern gegen Hoffenheim leistete sich der sonst so fehlerlose R├╝ckhalt erneut einen kapitalen Fehler. Beim 1:0 durch Julian Weigl versch├Ątzte sich der Keeper, lag bereits am Boden, als ihm der Ball ├╝bers Schienbein hinweg ins Tor flutschte. Bei den anderen Toren machtlos, hielt RB mit einigen guten Paraden im Spiel. Note: 4.


Nordi Mukiele: Hatte gegen den Dortmunder Hochgeschwindigkeitsfu├čball immer wieder Probleme im Stellungsspiel. Bei Julian Brandts 2:0 konnte er nur zuschauen. Leistete sich 13 Fehlp├Ąsse (bei 29 angekommenen) ÔÇô die meisten bei RB. Vor dem entscheidenden 3:3 absolvierte er dann einen tollen Laufweg und schloss so wuchtig ab, dass Roman B├╝rki den Ball nur abprallen lassen konnte. Note: 3.


Lukas Klostermann: Musste wieder als Innenverteidiger aushelfen und tat das solide. Aber man wurde das Gef├╝hl nicht los, dass er als Rechtsverteidiger mehr gebraucht worden w├Ąre. Leistete sich beim 2:3 einen Stellungsfehler, hatte die Chance zum Ausgleich per Kopf (52.), doch B├╝rki parierte den durch Dauerregen glitschigen Ball. Note: 3,5.


Dayot Upamecano: War auch in der schwachen ersten H├Ąlfte RBs Turm in der Schlacht und ├╝ber das gesamte Spiel hinweg gesehen bester Leipziger. B├╝gelte diverse Fehler der Vorderleute aus, sah dann beim 0:2 durch Brandt ebenso wie Mukiele nicht gut aus. In der zweiten H├Ąlfte trieb er das Spiel an, hatte die meisten Ballkontakte bei RB (111) und gewann 16 Zweik├Ąmpfe. Mit einem tollen Diagonalball auf Mukiele bereitete er das 3:3 vor. Note: 2,5.


Marcel Halstenberg: Hatte in der ersten H├Ąlfte gegen Achraf Hakimi & Co. enorme Probleme auf der linken Abwehrseite, wurde dann st├Ąrker. Letztlich ohne entscheidende Impulse gegen seinen Ex-Klub. Note: 3,5.


Diego Demme: War anfangs im Spielaufbau ├╝berfordert, konnte nur selten einen seiner ber├╝hmten Chipb├Ąlle an den Mann bringen. Defensiv biss er sich in die Partie, gewann schlie├člich 16 Zweik├Ąmpfe - und lief nat├╝rlich mitz 13,2 Kilometern wieder am meisten. Note: 3,5.


Konrad Laimer: Rackerte wie gewohnt (79 intensive L├Ąufe), verlor aber gerade in den ersten 30 Minuten zahlreiche B├Ąlle im Spiel nach vorn gegen aggressiv pressende Dortmunder. Note: 3,5.


Marcel Sabitzer: Der Mentalit├Ątsspieler aus ├ľsterreich fand sich in der defenisveren Rolle in der anf├Ąnglichen 4-3-3-Grundordnung nicht so gut zurecht wie gewohnt. Ist augenscheinlich ein wenig ├╝berspielt, seine Abschl├╝sse z├╝ndeten nicht. Bisweilen lief das Spiel an ihm vorbei, was sich bereits gegen D├╝sseldorf andeutete. Braucht dringend Weihnachtsurlaub. Note: 4.


Emil Forsberg: War nach schwacher 1. H├Ąlfte ÔÇô zu wenig Ballkontakte, zu viele Ballverluste und Fehlp├Ąsse ÔÇô das Opfer von Nagelsmann Plan f├╝r die 2. Halbzeit und musste zur Pause raus. Klemmte sich nach Spielschluss als Erster den Kulturbeutel unter den Arm und stapfte angefressen zum Mannschaftsbus. Wurde seinem Anspruch als F├╝hrungsspieler, der in Topspielen wie diesen Verantwortung ├╝bernimmt und das Team f├╝hrt, diesmal nicht gerecht. Note: 4,5.


Timo Werner: Er sagte es selbst: In der ersten H├Ąlfte absolvierte er eines seiner schlechtesten Spiele f├╝r RB ├╝berhaupt. Nach eigenem Bekunden brachte der St├╝rmer keinen Ball zum Nebenmann. Doch nach dem Seitenwechsel zeigte der Tempost├╝rmer seine bislang eher vernachl├Ąssigten Qualit├Ąten als Spekulant in des Gegners H├Ąlfte. Reagierte beim 1:2 blitzschnell auf B├╝rkis Fehler und schlich beim 2:2 unbemerkt von Julian Brandt inmitten der feindlichen Linien umher wie ein Partisan. Drehte das Spiel, rutschte wundersch├Ân durch den Dortmunder Regen vor der Fankurve ├╝ber den Rasen und gestattete sp├Ąter sogar der schreibenden Presse drei Fragen, was in etwa zwei Mal im Jahr vorkommt. Ist mit 18 Toren in 16 Spielen auf Rekordkurs. Note: 2,5.


Yussuf Poulsen: Ackerte viel nach hinten, war in der ersten H├Ąlfte einer der Spieler, die sich am meisten wehrten und kam sogar in eine Abschlussposition (45.). Doch vor dem Tor hat der D├Ąne anders als in der Vorsaison aktuell weder Klasse noch Fortune. Drei Saisontore sind zu wenig f├╝r den langen Angreifer. Bereitet aber das 1:2 vor, indem er sein Kopfballduell gewann und B├╝rki in Bedr├Ąngnis brachte. Was das Toreschie├čen angeht, bekommt der Meister des Anlaufens starke Konkurrenz des derzeit besseren Patrik Schick. Note: 3,5.


Patrik Schick: Es l├Ąuft bei dem Beau aus Prag. Der ausgeliehene Joker stand beim 3:3 genau richtig und hatte keine Hemmungen, den Ball wuchtig im Tor unterzubringen. Erzielte in 250 Spielminuten und f├╝nf Bundesligaeins├Ątzen f├╝r RB drei Tore und legte eines auf. Entwickelt sich zur ernsthaften Konkurrenz f├╝r Klub-Legende Poulsen. So langsam ahnt man, weshalb sein festgeschriebener Kaufpreis bei 29 Millionen Euro liegt. Note: 2,5.


Christopher Nkunku: Kam in der zweiten H├Ąlfte in das wilder werdende Spiel, hatte aber wenig, und keinesfalls so ├╝berragende Aktionen wie zuletzt. Immerhin: Der Franzose war um L├Ąngen aktiver als zuvor Emil Forsberg und band eine Menge Gegenspieler, wenn er am Ball war. Note: 3,5.


Matheus Cunha: Bekam wie gegen D├╝sseldorf die Chance, sich zu zeigen. Die gute Nachricht: Er bem├╝hte sich, seinen Frust ├╝ber die Rolle als Ersatzspieler diesmal f├╝r sich zu behalten. Legte seinen Freestyle-Trotz beseite und ackerte zum Wohle des Team, um das 3:3 zu halten. Note: 3,5.

(RBlive/ukr)

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