Winter-Transfer von RB-Leihspieler?

FC Basel will Abwehr-Riesen Frederik Jäkel sofort verpflichten

Von Ullrich Kroemer Aktualisiert: 11.02.2022, 10:26
Gegen Jäkel tut es weh: Oostendes Abwehrkante in der belgischen Liga.
Gegen Jäkel tut es weh: Oostendes Abwehrkante in der belgischen Liga. (imago/Belga)

In Deutschland ist das Winter-Transferfenster bereits seit 31. Januar geschlossen, und doch kam am Donnerstag noch einmal Wechselwirbel bei RB Leipzig auf. Laut MZ-/RBlive-Informationen hat der Schweizer Tabellenzweite FC Basel wegen einer Verpflichtung von Leihspieler Frederik Jäkel bei RB Leipzig angefragt. In der Schweiz endet die Transferperiode erst am 15. Februar. Und Spielerverkäufe sind schließlich auch in Deutschland und Belgien nach Ende der Transferphase möglich.

Doch dass der Innenverteidiger, der noch bis Saisonende an den belgischen Tabellen-14. KV Oostende ausgeliehen ist, aus seinem Leihvertrag aussteigen kann und will, ist unwahrscheinlich. Basel müsste sich auch mit Leihklub Oostende einig werden und Jäkel aus dem Leihvertrag herauslösen. Und dann wäre da noch die Frage, ob Rasenballsport das Talent überhaupt endgültig abgeben will.

Werder, Schalke, HSV und Hansa wollen Frederik Jäkel – Interesse von drei deutschen Erstligisten

Der 1,94 Meter große zentrale Abwehrspieler bringt auch nach dem Wechsel seines langjährigen Trainers und Förderers Alexander Blessin zum CFC Genua konstante und überdurchschnittliche Leistungen. Neben immer besserer Zweikampfführung und reiferem Stellungsspiel hat sich Jäkel auch physisch immens gesteigert. Drei Mal wurde er in Spielen bereits mit einer Geschwindigkeit von über 36 km/h gemessen. Ein Topwert – gerade für einen 1,94 Meter großen Spieler.

So geriet der 20-Jährige auch in den Fokus diverser weiterer Klubs aus dem In-und Ausland. Konkrete, teils schriftliche Anfragen gibt es nach MZ-/RBlive-Informationen von allen Spitzenteams der 2. Liga – von Darmstadt über Werder Bremen, den HSV und Schalke bis zum 1. FC Nürnberg – sowie Hansa Rostock. Doch der U20-Nationalspieler Jäkel, der auch schon zur U21 eingeladen war, traut sich auch den Sprung in die 1. Liga zu. Auch drei Bundesligaklubs aus dem (Süd-)Westen haben bereits Interesse an dem gebürtigen Torgauer bekundet. Aus dem Ausland wirbt neben Basel auch der niederländische Erstligist Vitesse Arnheim um den athletischen und kantigen Abwehr-Riesen. Jäkel avanciert gerade zum begehrten Wunschspieler auf dem Markt. Noch bis 2024 steht er bei RB unter Vertrag. Doch hat er eine realistische Perspektive bei Rasenballsport?

Jäkels Berater: „Freddy liegt RB Leipzig am Herzen”

Sein Berater Jan Heuckeroth aus dem sachsen-anhaltischen Eisleben sagt auf Nachfrage zur Zukunft seines Klienten: „RB liegt Freddy am Herzen, aber der Klub muss sich jetzt entscheiden, ob sie den Spieler mittelfristig in Leipzig sehen oder nicht. Wir wollen als nächste Station einen Verein haben, der ihm den Sprung in die 1. Liga zutraut.” Eine weitere Leihe, was im Interesse von Rasenballsport wäre, streben Heuckeroth und Jäkel eher nicht an. „Das ist auch immer Risiko behaftet”, betonte der Inhaber der Agentur Soccertalents, die unter anderem den Premier-League-Profi Danny Ings vertritt.

Nachwuchskonzept von Rasenballsport ist es seit einigen Jahren, die vielversprechendsten Talente zu verleihen, weil der Sprung aus der U19 in die erste Mannschaft bisher immer zu groß war. Jäkel könnte nun ebenso wie Mittelfeldspieler Tom Krauß, der an den 1. FC Nürnberg ausgeliehen ist, zu den ersten Jungprofis gehören, die den Weg zurück ins deutsche Oberhaus schaffen – entweder zu RB oder einem anderen Bundesligisten.

Trotz großer Konkurrenz: Jäkel im Sommer nicht chancenlos bei RB Leipzig

Bei RB ist die Kaderplanung aktuell noch nicht so weit gediehen, dass bereits klar wäre, ob Jäkel eine Zukunft bei den „Roten Bullen” hat. Doch auch in Leipzig ist er nicht chancenlos, auch wenn er neben Willi Orban, Mohamed Simakan, Josko Gvardiol und Lukas Klostermann höchstens Innenverteidiger Nummer fünf wäre.

Jäkel selbst hatte zwischen den Jahren im Interview mit RBlive zu einer möglichen Rückkehr zu RB Leipzig gesagt: „Das kommt darauf an, welchen Plan RB in den nächsten Jahren mit mir hat. Ob ich eine realistische Chance habe, zu spielen und mich durchzusetzen. Ich bin seit der U13 im Verein, komme aus der Umgebung. Ich würde mich extrem freuen, wenn es mit RB klappt.” Er wolle sich mit guten, konzentrierten Topleistungen „für RB präsentieren, aber auch für andere Vereine. Ich halte mir alles offen.” Ob das auch für die Offerte des FC Basel gilt, muss sich bis 15. Februar zeigen, wenn in der Schweiz das Transferfenster schließt.