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Clemens Tönnies: „RB Leipzig verschiebt Statik der Liga“

Clemens Tönnies ist eher der Bier-Typ und nicht der Red-Bull-Typ.

Clemens Tönnies ist eher der Bier-Typ und nicht der Red-Bull-Typ.

Kritisch hat sich Clemens Tönnies zu RB Leipzig geäußert. „Es tut schon weh, wenn ein Konzern daherkommt, sich einen Fußballclub schnappt und die Statik der ganzen Liga verschiebt. Wenn ein Milliardär über Nacht ein perfektes Nachwuchszentrum hinstellt und die fähigsten Mitarbeiter und Trainer des Landes abwirbt“, erklärt der Aufsichtsratsvorsitzende von Schalke 04 im Gespräch mit dem Magazin der Süddeutschen Zeitung.

„Formal ist das alles regelkonform und fügt sich ein in die Logik unserer Zeit, aber trotzdem: Schalke ist der drittgrößte Verein Deutschlands, es gibt uns seit 1904, und auf einmal ist da ein Konkurrent, den wir nicht auf der Liste hatten – und auch nicht haben konnten“, so Tönnies weiter.

Dietmar Hopp sieht nichts Verwerfliches an RB Leipzig

Lob hat er allerdings für Leipzigs Sportdirektor Ralf Rangnick übrig, der „strategisch großartige Arbeit“ mache. In dieselbe Kerbe schlägt in dem Doppelinterview auch Hoffenheims Mehrheitseigner Dietmar Hopp. Rangnick habe in Leipzig „systematisch junge Spieler ausgebildet und dazugekauft“. An eine RB-Meisterschaft glaubt Hopp trotzdem nicht. Allerdings sieht er Leipzig in einen europäischen Wettbewerb einziehen.

Sowieso sieht Hopp RB Leipzig sehr viel entspannter als dies Clemens Tönnies tut. Er könne „nichts schlimmes daran finden“, dass Mateschitz auch Marketinginteressen hat. Das sei bei Vereinen wie dem VfL Wolfsburg nicht anders. Bei RB Leipzig werde „in Jugendarbeit und in die Infrastruktur des Vereins investiert“. Zudem „ist den Menschen im Osten Bundesligafußball doch wirklich zu gönnen. Ich finde nicht, dass Fans aus Frankfurt oder Stuttgart behaupten dürfen, dass da was falsch läuft, nur weil sie sich als Traditionsvereine mit den älteren Rechten sehen.“

Clemens Tönnies hält Dietrich Mateschitz für „vielleicht zu ehrgeizig“

Gefreut hat sich Dietmar Hopp darüber, dass ihm Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz vor dem Spiel gegen Hoffenheim einen Brief geschrieben hat. Darin sagte er einen Besuch des ersten Bundesligaspieltags wegen Terminen ab. Allerdings lud Mateschitz dafür Hopp zum Rückspiel nach Leipzig ein. Das Spiel gegen Hoffenheim ist das zweite nach der Winterpause und findet am ersten Februarwochenende statt.

Ob Clemens Tönnies auch eine Einladung nach Leipzig bekommen, aber keine Zeit hatte, ist nicht bekannt. Jedenfalls zeigt sich Tönnies auch in Bezug auf Mateschitz etwas distanzierter als Hopp. Er kenne den Red-Bull-Chef „nicht so gut“. Man müsse „abwarten, welche Ziele er mit seinem Engagement in Leipzig verfolgt. Auf jeden Fall ist er wahnsinnig ehrgeizig, vielleicht zu ehrgeizig“, urteilt er aus der Ferne.