Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um Ihren Besuch bei uns zu verbessern.

Sie sind offline und sehen daher eventuell veraltete Nachrichten.

Sie sind offline, bitte prüfen Sie Ihre Internetverbindung.

Daten konnten nicht für Offline-Nutzung gespeichert werden.

Daten wurden für Offline-Nutzung gespeichert.

Die von Ihnen aufgerufene Adressse ist leider nicht (mehr) verfügbar. Wir haben Sie daher auf unsere Homepage umgeleitet.

Eine neue Version von RBLive steht zur Verfügung:  ↻ Aktualisieren

Ex-RB-Kapitän Daniel Frahn klagt gegen Kündigung

Daniel Frahn klagt vor dem Arbeitsgericht Chemnitz.

Daniel Frahn klagt vor dem Arbeitsgericht Chemnitz.

Daniel Frahn, ehemaliger Kapitän von RB Leipzig, ist am Mittwoch zur mündlichen Verhandlung am Arbeitsgericht Chemnitz geladen. Der Chemnitzer FC hatte den Fußballprofi wegen seiner angeblichen Nähe zur rechten Szene fristlos entlassen.

Daniel Frahn klagt gegen fristlose Kündigug

Daniel Frahn rennt in einem Potsdamer Fitnessstudio auf einem Laufband. So ist der 32 Jahre alte Fußballprofi in den vergangenen Wochen häufig präsent in den sozialen Netzwerken. Die Videos, die er auf Facebook oder Instagram postet, hat er mit den Hashtags #daszielvoraugen oder #aufgebenistkeineoption versehen. Am Mittwoch steht für Stürmer Frahn ein wichtiger Termin an. Vor dem Arbeitsgericht in Chemnitz wird die Klage gegen seine fristlose Kündigung durch die Chemnitzer FC Fußball GmbH verhandelt.

Der Angreifer war am 5. August wegen seiner angeblichen Nähe zur rechten Szene entlassen worden. Als Begründung führte der Drittligist an, dass sich der damals verletzte Frahn am 3. August als Zuschauer während des Auswärtsspiels in Halle durch «offenkundig zur Schau gestellte Sympathie zu führenden Köpfen der rechts gesinnten Gruppierung ,Kaotic Chemnitz‘ und der aufgelösten Gruppe ,NS-Boys‘ massiv vereinsschädigend» verhalten habe. Der ehemalige Kapitän des Fußball-Drittligisten hatte bei der Partie im Gästeblock zwischen CFC-Fans gesessen, die der mutmaßlich rechtsradikalen Szene zugeordnet werden. Außerdem soll er mit diesen Personen auch die Fahrt nach Halle angetreten haben.

Ende August hatte Frahn eine Erklärung verbreitet, in der er sich von den Vorwürfen distanzierte. «Ich wehre mich erneut dagegen, als Sympathisant von rechtsradikalen Gruppierungen dargestellt oder mit rechtem Gedankengut in Verbindung gebracht zu werden», teilte Frahn mit. In seiner Zeit in Chemnitz, Leipzig oder Babelsberg habe er immer die Nähe zu den Fans gesucht und dabei viele «engagierte, weltoffene Menschen, Mitspieler und Freunde» kennen lernen dürfen. Dabei habe «die Kultur oder Herkunft nie eine Rolle gespielt, sondern stets der Charakter», beteuerte Frahn.

Der Stürmer war gegen seine Entlassung juristisch vorgegangen und hatte Klage eingereicht. Dadurch sei Frahns bis Juni 2021 laufender Vertrag beim CFC vorerst weiter gültig, berichtete die «Freie Presse» nach einem ergebnislos verlaufenden Gütetermin im September vor dem Chemnitzer Arbeitsgericht. Frahns Anwälte sprachen demnach von Rufmord gegen ihren Mandanten. Er hätte keine Chance, einen neuen Verein zu finden. Sie forderten eine Rücknahme der Kündigung oder eine Ausgleichszahlung - dies lehnte die Gegenseite ab. «Wir reden hier von einer fristlosen Kündigung. Die kann man nicht einfach so zurücknehmen», wurde CFC-Anwältin Nicole Marquardsen zitiert.

Frahn suchte wiederholte Nähe zur Hooligan-Szene

Bereits im März war Frahn vom Sportgericht des Nordostdeutschen Fußballverbandes in der Regionalliga Nordost für insgesamt vier Spiele gesperrt und mit einer Geldstrafe von 3000 Euro belegt worden. Der ehemalige Profi von RB Leipzig hatte im Heimspiel am 9. März gegen die VSG Altglienicke nach einem Tor ein T-Shirt mit der Aufschrift «Support your local Hools» (Unterstütze deine lokalen Hools) hochgehalten. Frahn hatte damals versichert, er sei «kein Nazi» und gesagt: «Mir war auch nicht bewusst, dass dieses Shirt so tief in der Neo-Nazi-Szene verankert ist.»

«Seine Reue damals war eine Farce. Er konnte und wollte die Verantwortung als Spieler und Mannschaftskapitän im Fußballclub nicht umsetzen, denn dazu gehört eines mehr, als nur Tore zu schießen und sich bejubeln zu lassen: Haltung», hieß es im August im Statement der Gesellschafterversammlung, die hinzufügte: «Daniel Frahn, für Sie ist beim Chemnitzer FC kein Platz mehr.»

(dpa)