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Von Ullrich Kroemer

Management-Ranking RB erklimmt Champions-League-Platz

Hat es nun Schwarz auf Weiß, dass er den Klub gut und erfolgreich fĂŒhrt: RB Leipzigs GeschĂ€ftsfĂŒhrer Oliver Mintzlaff.

Hat es nun Schwarz auf Weiß, dass er den Klub gut und erfolgreich fĂŒhrt: RB Leipzigs GeschĂ€ftsfĂŒhrer Oliver Mintzlaff.

Sportlich ist RB Leipzig lĂ€ngst fester Bestandteil der Champions League; nun belegt Rasenballsport erstmals auch hinsichtlich der ManagementqualitĂ€ten einen Rang unter den top Vier der Bundesliga. Bei der fĂŒnften Ausgabe der Bundesliga-Managementstudie der Leipziger Wirtschaftshochschule HHL verbesserte sich RBL im Gesamtranking um zwei PlĂ€tze und belegt nun hinter Borussia Dortmund, Bayern MĂŒnchen und Eintracht Frankfurt Rang vier. Im ersten Studienjahr 2017 hatte RBL nur den 16. Rang belegt.

Studien-Autor ZĂŒlch: „Zeugnis exzellenten Managements” fĂŒr RB Leipzig

„Die finanzielle LeistungsfĂ€higkeit des Klubs wird mehr und mehr in sportlichen Erfolg umgemünzt, ein Zeugnis exzellenten Managements”, schĂ€tzt Professor Henning ZĂŒlch ein, Autor der Studie. „Gleichzeitig lassen sich die weiteren Professionalisierungspotenziale im Falle von RB klar benennen: Nur mit mehr Transparenz und verbessertem player development wird man den Anschluss an das Spitzentrio schaffen können.”

Das Ranking setzt sich aus insgesamt vier Kategorien zusammen: Sportlicher Erfolg, finanzielle LeistungsfĂ€higkeit, Fanwohl-Maximierung und FĂŒhrungsqualitĂ€t. In den Kategorien player/coach characteristics (Auswahl von Spielern und Trainern) und finanziellem Wachstum (growth) ist RB Ligaspitze. UrsĂ€chlich fĂŒr die bessere Platzierung ist unter anderem das gute Vertrags- und Transfer-Management der Leipzigiger, die Spieler sehr langfristig an sich binden und in den vergangenen zwei Jahren auch verstĂ€rkt Transfererlöse erzielten. Gerade in Corona-Zeiten immens wichtige Einnahmen. „RB hat damit in den letzten drei Transferperioden jeweils einen TransferĂŒberschuss erzielt und konnte sich damit teure EinkĂ€ufe wie Silva, Sörloth und Angelino leisten”, schĂ€tzt ZĂŒlch ein. „Diese können fehlende Ticketeinahmen zu einem gewissen Grad ausgleichen können.”

In den Dimensionen board quality (Besetzung und Arbeit der FĂŒhrungsspitze) sowie FĂŒhrung des Klubs gehört RBL ebenfalls zu den Topklubs. Durch die guten internationalen Platzierungen habe RB „auch als Marke, sowohl national als auch international” gewonnen, so ZĂŒlch.

Mangelnde Transparenz und soziale Verantwortung

Fehlende Transparenz verhindert eine noch bessere Platzierung fĂŒr Rasenballsport. Das betreffe ZugĂ€nglichkeit von Klub-Statuten, Informationen ĂŒber Besetzung und Verantwortlichkeiten von Entscheidungsgremien wie die Organisation des Aufsichtsrates, so der Studienautor. Zudem schneidet RB in der Kategorie Social Responsibility unterdurchschnittlich ab. So gebe es etwa keinen öffentlich zugĂ€nglichen Nachhaltigkeitsbericht.

ManagementqualitÀten in der Bundesliga 2020/21: Das Ranking der Untersuchung im Detail.

ManagementqualitÀten in der Bundesliga 2020/21: Das Ranking der Untersuchung im Detail.

Zur Methode:
Prof. Henning ZĂŒlch: „Die sogenannte Balanced Scorecard ist ein traditionelles Instrumentarium aus der BWL zur Messung der AktivitĂ€ten eines Unternehmens. Die vier Dimensionen dieses Konstruktes haben wir auf das Management von Fußballklubs ĂŒbertragen, um die Vereine aus sportlicher und finanzieller Perspektive sowie Kunden-, also Fanperspektive, und hinsichtlich der UnternehmensfĂŒhrung zu beurteilen. Jeder dieser Bereiche hat drei Unterkategorien, die wir mit bis zu zwölf Indikatoren – KPI’s – erfasst und auf der Basis von ExpertengesprĂ€chen gewichtet haben. Wir haben Daten gesammelt und auf Basis der Balanced Scorecard in einem komplexen System kausal zusammengefĂŒhrt, so dass es Sinn macht, diese im Gesamtzusammenhang zu betrachten. So kommen sehr detaillierte Aussagen ĂŒber die ManagementqualitĂ€ten der Klubs zustande.”

(RBlive/ukr)